Kanonenfieber live in Kölle!
Das Fieber zieht weiter seine Kreise. Nach der erfolgreichen Veröffentlichung von „Soldatenschicksale“ am 6. Februar (unter anderem Platz 5 in Deutschland) begann am 7. März die gleichnamige Tour in Kopenhagen. Am Freitag, dem 20. März, machten Kanonenfieber Halt in der Domstadt zu Kölle. Wie das durchaus spektakuläre Konzert verlief, lest ihr hier.
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Kanonenfieber – 23.11.24, Turbinenhalle Oberhausen
Opening
Pünktlich um 18.30 Uhr öffnete das Carlswerk Victoria in Köln seine Pforten. Der Einlass und die Garderobensituation ging wirklich schnell und stressfrei über die Bühne. Das auch trotz ausverkauftem Haus. Ebenso verhielt es sich bei den Essen- und Getränkeständen, Hut ab an das Personal. Die Stimmung war von Anfang gut und alle hatten Bock auf einen geilen Konzertabend. Diesen läutete die einzige Vorband Mental Cruelty gegen 19:30 Uhr ein. Die Band aus Karlsruhe heizte die Meute mit ihrem brachialen Deathcore gut an. Songs wie etwa „Helheim“, „Forgotten Kings“ oder „Pest“ sind bei mir direkt hängen geblieben. Ich mag den Stil der Band und Sänger Lukas Nicolai hat für mein Befinden alles aus seinen Organen geholt. Es war meine erste Show von den Jungs. Aber definitiv nicht meine letzte! Kann ich nur jedem empfehlen der auf gepflegten Deathcore/Death Metal steht.
Kanonenfieber verwandeln das Carlswerk in ihr eigenes Schlachtfeld
Die Hausherren begannen ihr Set mit der „Feuertaufe“. Die Band wirkte wie gewohnt sehr routiniert und war gut eingespielt. Als Bandkopf Noise heraus marschierte, brach die Halle in große Freudenschreie raus. Die Band ist kein Geheimtipp mehr, sondern für mein Empfinden der „neue“ Headliner für die großen Bühnen. Die Performance war beachtlich und wirkte fast schon choreografiert. Gekoppelt wurde die Liveshow mit einer aufwendigen Licht- und Pyroshow. Es folgten Songs wie die „Dicke Bertha“ und „Yankee Division“. Immer wieder gestalteten die Metalheads ordentliche Moshpits, die ich sehr genoss. Nach insgesamt sechs gespielten Songs, verwandelten die Techniker das Bühnenbild. Erst bestand die Bühne aus einer Art Schützengraben, was auch Song-thematisch passend war. Doch dann entstand in wenigen Augenblicken ein Schiffsrumpf. Beeindruckend!!
Mit „Kampf und Sturm“ machte die Band imposant weiter. Die Umbaupause nutzen diese, um sich in ihre Marine-Uniformen zu pressen. Noise war sehr gut bei Stimme und seine Performance wirkt nahezu perfektionistisch einstudiert. Es folgte „Z-Vor“ inklusive Wall of Death. Das Publikum feierte jeden Song. Doch mein persönliches Highlight war die Performance des „Heizer Tenner“ Ich bleibe dabei, es ist der beste Song der Band. Allein als das gesamte Kölner Publikum „Ahu!“ brüllte. Bekam ich jedes Mal eine Gänsepelle. Ebenso als Noise „Verscharrt und Ungerühmt“ zum Besten gab. Ein rührendes Lied, was die Sinnlosigkeit von Kriegen perfekt auf den Punkt bringt. Bei der einzigen Ballade des Abends konnten gefühlt auch alle einmal durchatmen und noch einmal Kräfte sammeln.
Die braucht es spätestens beim nächsten Knaller „Menschenmühle“. Immer wieder fetzten die Blastbeats von Drummer Hans ins Carlswerk. Der Typ ist einfach eine Maschine. Kaum zu glauben, dass er eigentlich aus der Jazz-Szene kommt. Das nächste Highlight lässt nicht lange auf sich warten: „Gott mit der Kavallerie“. Nun präsentiert sich Noise als Husar inklusive passender Kopfbedeckung und Säbel. Das sah schon sehr geil aus. Für die Schlussphase des Konzertes tauschte die Band ihre Uniformen durch Unterhemden und präsentiert zuerst den „Panzerhenker“ gefolgt von dem Publikumsliebling „Der Maulwurf“. Die Metalheads grölten jedes Wort lautstark mit. Vor allem „Graben und weiter Graben“ lässt Noise fast ausschließlich vom Publikum singen. Das große Finale und der letzte Song „Ausblutungschlacht“ unterstreichen noch einmal die durchdachte Inszenierung. Der Verdun-Song inklusive Flammenwerfer lässt das Publikum noch einmal steil gehen. Nach 17 Songs entlassen Kanonenfieber das verschwitzte Publikum in die Freitagnacht. Ich konnte nur strahlende Gesichter sehen und positive Stimmen einfangen.
Fazit
Was eine unfassbar gute und auch epochale Liveshow. Wer die Gelegenheit hat, die Band in naher Zukunft zu sehen, sollte dies auf jeden Fall tun. Die Band setzt nicht nur allein auf ihre Musik, sondern bietet dem Konzertbesucher eine spektakuläre Show. Ob Pyros, Lichtshow oder die ständigen „Kostümwechsel“. Man bekommt für sein Eintrittsgeld richtig was geboten. So ein bisschen kommt einem der Rammstein-Gedanke. Natürlich alles noch wesentlich dezenter und auch thematisch völlig verschieden. Aber ich sehe da einige Parallelen. Ich finde, es gibt momentan keine bessere Band. Das Konzert ist für mich bis dato das beste Konzert des noch jungen Jahres. Ganz großes Kino.
Setlist
Die Feuertaufe
Dicke Bertha
The Yankee Division March
Die Fastnacht Der Hölle
Der Füsilier I
Der Füsilier II
Die Ubootsperre
Kampf und Sturm
Z-Vor!
Heizer Tenner
Die Havarie
Verscharrt und Ungerühmt
Grossmachtfantasie
Menschenmühle
Gott mit der Kavallerie
Panzerhenker
Der Maulwurf
Verdun
Ausblutungsschlacht
Die Soldatenschicksale Tour 2026 im Überblick
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Support: Mental Cruelty
07.03.26 (DK) Copenhagen – Amager Bio
08.03.26 (SE) Stockholm – Fållan
10.03.26 (PL) Warsaw – Progresja
11.03.26 (CZ) Ostrava – Club Garage
12.03.26 (AT) Graz – Orpheum
13.03.26 (IT) Milano – Alcatraz
14.03.26 (CH) Arbon – Presswerk
15.03.26 (CH) Solothurn – Kulturfabrik Kofmehl
16.03.26 (DE) Stuttgart – LKA-Longhorn
18.03.26 (BE) Antwerp – Trix
19.03.26 (NL) Tilburg – 013 Poppodium
20.03.26 (DE) Köln – Carlswerk Victoria
21.03.26 (DE) Berlin – Huxleys Neue Welt
22.03.26 (DE) Wiesbaden – Schlachthof
23.03.26 (DE) Dresden – Alter Schlachthof
24.03.26 (DE) Hamburg – Inselpark Arena
27.03.26 (DE) Bamberg – Brose Arena (Kanonenfest)
Mehr Infos
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Bildnachweis: Stephanie Rifkin @photos_by_tiffany_anne, Kanonenfeiber Offiziele Facebook Seite.
