Dimmu Borgir – „Grand Serpent Rising“ (VÖ: 22.05.2026)
Mit „Grand Serpent Rising“ bringen uns die Norweger rund um Frontmann Shagrath einen neuen Silberling auf den Markt. Das nunmehr elfte Album der Band erscheint – wie auch die Vorgängeralben – über Nuclear Blast Records.
Im Vorfeld hatte sich die Band dafür ausgesprochen, dass „Grand Serpent Rising“ das vielschichtigste Dimmu Borgir-Album überhaupt sei. Aber ist es das wirklich? Wohin geht die Reise also nach „Abrahadabra“ (2010) und „Eonian“ (2018)?
Wir haben für euch den Moshcheck gemacht!
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Gut Ding will Weile haben
Kleiner Wermutstropfen
Die Mitte des Albums konnte mich dann leider weniger überzeugen. Bereits im Vorfeld empfand ich „Ulvgjeld & Blodsodel“ als erste Singleauskopplung eher schwach. Der Einstieg beginnt vielversprechend, aber leider zündet der Song bei mir nicht richtig. Genauso ergeht es mir mit „Slik Minnes en Alkymist“. Das bringt mich zu einer Theorie: Irgendwie mag ich die „neuen“ Songs von Dimmu Borgir weniger, wenn sie auf Norwegisch gesungen sind. „Stormblast“ hingegen feiere ich nach wie vor.
„Repository of Divine Transmutation“ klingt da schon wieder deutlich besser. Es macht einen enormen Unterschied, dass die Instrumente wieder stärker im Fokus stehen als die Streicher- und Orchesterparts. Dadurch klingt alles wieder richtig druckvoll. Shagraths Gesang gleicht dabei dem eines Dämons. Generell würde ich sogar sagen, dass auch er noch einmal eine Schippe draufgelegt hat.
Pure Hörfreude
Mein absoluter Höhepunkt war „Phantom of the Nemesis“. Allein dieser Beginn! Man setzt hier komplett auf Epik – und das geht voll auf. Durch die perfekte Symbiose aus Symphonic- und Black Metal entsteht genau die Atmosphäre, die ich auf „Eonian“ verzweifelt gesucht habe. Mit jedem weiteren Hörgang wächst der Song mehr und mehr.
Auch die letzten Tracks können allesamt überzeugen. Ob „The Exonerated“ oder „At the Precipice of Convergence“ – man hat durchgehend das starke Gefühl, als ob sich die Musiker wieder allesamt austoben durften. Das Album wächst generell mit jedem Hörgang, und jedes Mal entdeckt man neue Details.
Auch die Länge der Songs ist beachtlich. Das Album läuft knapp 70 Minuten, und bis auf wenige Ausnahmen haben die Tracks eine Durchschnittslänge von rund sechs Minuten. Manch einer wird sich sicherlich daran stören und dem Album unnötige Streckung vorwerfen. Doch selbst bei meinem mittlerweile sechsten Durchlauf empfinde ich das nicht so.
Das Ende läutet schließlich „Shadows of a Thousand Perceptions“ ein. Der Anfang des Songs erinnert mich dabei ein wenig an die Musik aus A Nightmare on Elm Street. Zwar ist es nicht der stärkste Song des Albums, doch seine melancholische Schwere sorgt für einen würdigen Abschluss eines wirklich starken Albums. Beziehungsweise entlässt uns erst der Epilog „Gjǫll“ endgültig aus der Platte.
Eigentlich bin ich kein großer Freund von Outros oder Epilogen. Hier jedoch finde ich, dass die Klammer perfekt geschlossen wird. So sanft, wie man in das Album hineingleitet, wird man am Ende auch wieder daraus entlassen.
Fazit
Für mich ist „Grand Serpent Rising“ eine Wucht! Vielleicht liegt es daran, dass ich nach dem Vorgänger eigentlich gar keine Erwartungen hatte. Auch empfand ich die letzte Show in Wacken 2025 als die schwächste und heruntergerockteste Show von Dimmu Borgir, der ich beiwohnen durfte. Ich dachte, da ist die Luft raus. Aber dann hauen sie so ein Album raus!!
Die Instrumente sind endlich wieder „on point“, der Black-Metal-Anteil ist maximal zurück, und der Schlagzeuger liefert bis dato seine beste Performance ab. Mit „Ascent“ und „Phantom of the Nemesis“ haben sie zwei Mega-Songs abgeliefert, und der eingängige Refrain von „As Seen in the Unseen“ schraubt sich immer mehr in meinen Ohrwurm-Tempel.
Gut, „Grand Serpent Rising“ hat auch seine Schwächen – für mich sind das allen voran die norwegischen Songs. Aber im Großen und Ganzen ist es für mich der stärkste Longplayer seit „Death Cult Armageddon“. Dimmu Borgir haben alles, was sie ausmacht, perfekt gemischt und die alte Härte früherer Tage zurückgeholt. Ein Segen!
„Grand Serpent Rising“ ist definitiv mein Album des Monats – trotz starker Konkurrenz wie den neuen Werken von Arroganz, Frozen Soul oder Armored Saint.
Ich gebe 8 von 10 Punkten!
Cover & Tracklist
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01 Tridentium
02 Ascent
03 As Seen in the Unseen
04 The Qryptfarer
05 Ulvgjeld & Blodsodel
06 Repository of Divine Transmutation
07 Slik Minnes en Alkymist
08 Phantom of the Nemesis
09 The Exonerated
10 Recognizant
11 At the Precipice of Convergence
12 Shadows of a Thousand Perceptions
13 Gjǫll
Mehr Infos
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Bildnachweis: Nuclear Blast Records, Haulix, Nuclear Blast – Media Lounge.
