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    Home»Konzertberichte»Bury Tomorrow – Bochum, Zeche (22.06.2026)

    Bury Tomorrow – Bochum, Zeche (22.06.2026)

    By LuckyJuni 28, 2026

    Metalcore Party am Montag Abend

    Am 22.06.2026 verwandelte sich die Zeche Bochum in einen Metalcore-Tempel. Bury Tomorrow luden zur Party und hatten neben Thrown auch die aufstrebenden Jungs von Our Mirage mit an den Start gebracht.

    Die Grundvoraussetzungen waren allerdings schwierig: Montagabend, gefühlte 50 °C und die öffentlichen Verkehrsmittel spielten auch wieder nicht mit. Doch entgegen aller Erwartungen war der Abend ein absoluter Abriss!

    Warum das so war? Und welche Rolle Griechenland dabei spielt? Das erfahrt ihr im folgenden Bericht!

    Opening + Our Mirage

    Bereits am frühen Montagabend belagerten die ersten Metalheads die Pforten der Zeche Bochum. Die Kultstätte schlechthin öffnete pünktlich um 18:30 Uhr ihre Türen. In gemäßigtem Tempo füllte sich die Halle, wobei die meisten Besucher zunächst den Biergarten stürmten – bei knapp 30 °C absolut verständlich. Einige hartgesottene Ultra-Fans versammelten sich jedoch bereits vor dem Bühnengraben. Nach einem kurzen Merch-Check entschieden auch wir uns, aufgrund der begrenzten Kapazität der Zeche Bochum (offiziell maximal 800 Besucher), frühzeitig einen Platz vor der Bühne zu sichern.

    Pünktlich wie ein deutsches Uhrwerk betraten Our Mirage um 19:30 Uhr die Bühne. Ich verfolge das Schaffen der Band aus Marl bereits seit einigen Jahren. Die Entwicklung vom Debütalbum „Lifeline“ aus dem Jahr 2018 bis hin zum jüngsten Werk „Fractured Minds“ von 2026 ist beeindruckend. Doch nicht nur musikalisch hat sich die Band weiterentwickelt – auch live haben Sänger Timo Bonner und seine Mannen deutlich nachgelegt.

    Bereits beim Opener „Fractured“ machten die Pottler klar, dass sie sich keineswegs verstecken müssen. In Windeseile hatten fast alle Besucher ihren Platz eingenommen und feierten den Auftritt des Openers. Der Fokus lag erwartungsgemäß auf Songs des aktuellen Albums „Fractured Minds“, was für einige Fans der ersten Stunde sicherlich etwas schade gewesen sein dürfte. Dennoch halte ich das neue Material für das bislang stärkste der Band.

    Egal ob „Violent Spin“, „Don’t Talk“ oder „Timeloss“ – Sänger Timo erwischte stimmlich einen absoluten Sahnetag. Jeder Song wurde vom Publikum lautstark gefeiert. Nach knapp 30 Minuten war der Auftritt leider schon vorbei. Eines steht jedoch fest: Our Mirage sollte man unbedingt auf dem Schirm haben!

    Die schwedische Abrissbirne : Thrown

    „Lagom är bäst“ ist ein schwedisches Sprichwort und bedeutet so viel wie „genau richtig – nicht zu viel und nicht zu wenig“. Und genau dieses Lebensgefühl scheinen die Schweden zu verkörpern.

    Mit einer Routine, die ihresgleichen sucht, betreten Goldkehlchen Marcus Lundqvist und seine Mannen die Bühne. Ohne großes Intro, ohne Schnickschnack – einfach rein ins Geschehen. Vom ersten Takt von „Bloodsucker“ an verwandelt sich die Zeche Bochum in ein Schlachtfeld für Hardcore- und Nu-Metal-Enthusiasten. Der Pit kommt in den folgenden 30 Minuten kein einziges Mal zur Ruhe.

    Thrown blasen einfach alles weg. Der Sound ist auf Anschlag und die Schweden geben von der ersten bis zur letzten Minute Vollgas. Die Setlist besteht aus Hits wie „Guilt“ oder „New Low“, aber auch neues Material wird in Form von „Split“ präsentiert. Ob in naher Zukunft ein neues Album erscheint, verrät die Band allerdings nicht.

    Für die Crowd spielt das ohnehin keine große Rolle, denn die verausgabt sich bis ans Äußerste. Gleichzeitig fühle ich mich in meiner Meinung bestätigt, dass gerade Hardcore-Bands im Club eine ganz andere Wirkung entfalten. Auf den großen Festivalbühnen kommt dieser Spirit oft gar nicht richtig zur Geltung.

    Doch zurück zum Konzert: Die Schweden liefern einfach ab – und zwar genau in dem Maß, das das Sprichwort zu Beginn beschreibt. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Einfach genau richtig für meinen Geschmack und das mittlerweile komplett durchgeschwitzte Bochumer Publikum.

    Im Pit fiel mir immer wieder ein älterer Herr auf, der sichtbar den Spaß seines Lebens hatte. Er grölte jeden Song mit und versprühte eine wahnsinnige Energie. Nach dem Konzert traf ich besagten Herren zufällig an der Bushaltestelle. Wir kamen ins Gespräch und ich erfuhr, dass der Mann eigens aus Griechenland angereist war.

    Er erklärte mir, dass Thrown aktuell seine Lieblingsband sei und er ihnen deshalb zu mehreren Konzerten hinterherreise. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Wege Menschen für ihre Lieblingsbands auf sich nehmen. Oder genauer gesagt: Was manche Metalheads für den Metal alles in Kauf nehmen.

    Eine verdammt coole Story.

    20 Jahre – Bury Tomorrow

    2006 im beschaulichen Southampton im englischen Königreich gegründet – damals hätte wohl niemand gedacht, dass Bury Tomorrow 20 Jahre später mit acht Alben im Gepäck und hunderten absolvierten Shows zu den bekanntesten Namen der Metalcore-Szene gehören würden. Für wohl jeden Fan des Genres ist die Band mittlerweile ein Begriff.

    Persönlich hatte ich mich allerdings etwas an der Band sattgehört beziehungsweise sattgesehen. In den letzten 15 Jahren haben Bury Tomorrow gefühlt auf jedem Festival gespielt. Live ist die Band zweifellos stark, daran gibt es nichts zu rütteln. Doch wenn man sie bereits ein Dutzend Mal gesehen hat, stellt sich irgendwann eine gewisse Routine ein. Dafür kann die Band natürlich nichts – das ist schlicht mein persönliches Empfinden.

    Nichtsdestotrotz waren Bury Tomorrow der würdige Headliner eines fulminanten Abends. Die sechsköpfige Band aus England überzeugte mit Spielfreude, Publikumsnähe und einer beeindruckenden Präsenz. Mittlerweile konnte man seine Klamotten zwar problemlos auswringen, doch das Publikum gab weiterhin Vollgas.

    Der Sound war von Beginn an druckvoll und klar, während Sänger Daniel Winter-Bates die Menge tadellos dirigierte. Wie bereits bei den vorherigen Bands stand auch hier nicht die große Show im Vordergrund, sondern die Musik selbst. Klassiker wie „Black Flame“ oder neuere Songs wie „Choke“ wurden vom Publikum dankbar aufgenommen und lautstark gefeiert.

    Die Stimmung war beeindruckend – vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich um einen Montagabend bei hochsommerlichen Temperaturen in einem komplett überfüllten und schweißtreibenden Club handelte.

    Nach rund einer Stunde Spielzeit verabschiedete sich das Sextett von der Bühne und hinterließ vor allem eines: glückliche Gesichter. Meines eingeschlossen.

    Kurzer Talk mit Our Mirage

    Kurz vor Ende der Veranstaltung nahm sich Our Mirage noch einige Minuten Zeit für ein kurzes Gespräch. Dabei sprachen wir über die Show, ihre Heimatverbundenheit und die Zukunft der Band.

    Lucky: Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit nehmt.

    Our Mirage: Kein Problem, gerne doch.

    Lucky: Wie fandet ihr eure Show? Und was sagt ihr zur Location?

    Our Mirage: Die Show war super, trotz der heißen Temperaturen. (lacht) Die Resonanz war auf jeden Fall gut und die Zeche Bochum ist halt einfach Ruhrpott pur.

    Lucky: Ihr kommt bekanntlich aus Marl. Würdet ihr euch eher als Marler Band oder als Ruhrpott-Band bezeichnen?

    Our Mirage: Marler Band schon, aber am Ende des Tages identifizieren wir uns eher als Ruhrpott-Band. Da kommen wir her und da gehören wir hin.

    Lucky: Ich weiß, „Fractured Minds“ ist noch keine sieben Monate draußen. Schreibt ihr trotzdem bereits an neuer Musik?

    Our Mirage: Puh, ich glaube, einen neuen Song hat Timo bereits fertig. Der Rest kommt mit der Zeit. Aber aktuell ist „Fractured Minds“ noch unser Baby.

    Lucky: Wenn ihr euch eine Traumtour aussuchen könntet – wohin würde sie gehen?

    Our Mirage: Wenn wir die Möglichkeit hätten, wären China oder Japan definitiv spannend. Aber eine US-Tour würden wir natürlich auch mitnehmen.

    Lucky: Möchtet ihr den Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?

    Our Mirage: Erst einmal danke! Wir sind für jeden einzelnen Fan dankbar und freuen uns auf alles, was noch kommt. Wir sind bereit!

     

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    Bildnachweis: Wikipedia, Kingstar, Bochum Zeche.

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