Der Schicksalsberg ruft! (Tag1)
Vom 16.07. bis zum 18.07.2026 fand die 24. Ausgabe des familiären Metalfestivals „Dong Open Air“ an der Halde Norddeutschland statt. Bei bestem Festivalwetter und mit tollen Bands wie Vorga, Non Est Deus, Gangrena Gasosa, Amorphis, Satyricon, Alestorm und Subway to Sally feierte die Metal-Community satte drei Tage lang. Welche Bands besonders abgeliefert haben und warum das Dong Open Air zu meinen Top 3 der besten Festivals gehört, lest ihr weiter unten und in den kommenden Berichten.
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Öffnung des Infields
Aerum
Die erste Band des diesjährigen Dong Open Airs war Aereum, eine sechsköpfige Band aus dem Ruhrgebiet (Duisburg/Mülheim), die ihren Stil als „Heroic Folk Metal“ in Kombination mit „Melodic Death Metal“ beschreibt.
Die Band zeigte sich hoch motiviert und wusste zu überzeugen. Auch wenn die Performance hier und da noch etwas ausbaufähig war, muss man als Opener erst einmal abliefern und das Publikum anheizen. Das ist Aereum auf jeden Fall gelungen.
Empfehlen kann ich an dieser Stelle ihre bisher einzige Scheibe „Tempest of Time“ aus dem Jahr 2020.
Onyxsin
Als zweiten Programmpunkt des Tages betraten Onyxsin als Trio die Bühne. Ihr musikalischer Stil lässt sich nur schwer einordnen. Die Band bot eine Mischung aus Metalcore, Hard Rock, Progressive Metal, Melodic Death Metal und weiteren alternativen Einflüssen.
Am Ende des Tages konnten sie mich allerdings nicht so mitreißen wie die nachfolgenden Bands.
Opus Maxima
Octoploid
Eigentlich standen zuvor noch Homecoming auf der Bühne, die ich allerdings leider auslassen musste. Für uns ging es daher direkt mit Octoploid weiter.
Die Band präsentierte einen ziemlich wilden Stilmix: Einflüsse aus dem Metal der 80er und 90er trafen auf Progrock der 70er, ergänzt durch psychedelische und Stoner-Rock-Elemente. Das Ganze wurde schließlich mit Death-Metal-artigem Gesang abgerundet. Auf so eine Kombination muss man erst einmal kommen.
Der Auftritt konnte mich stellenweise durchaus überzeugen. Nach der mitreißenden Spielfreude von Opus Maxima hatten es Octoploid allerdings nicht leicht, sodass der Funke bei mir nicht durchgehend übersprang.
Non Est Deus
Gegen 18:00 Uhr stand dann die erste „große“ Band des Tages auf der Bühne: Non Est Deus. Das ursprünglich als Nebenprojekt von Kanonenfieber gestartete Projekt wird immer bombastischer. Allein der Name zog zahlreiche Besucher an, sodass es erstmals an diesem Tag richtig voll vor dem Bühnengraben wurde.
Als die Musiker um Bandkopf Noise unter theatralischen Kirchengospel-Klängen die Bühne betraten, kannte die Begeisterung des Publikums kaum noch Grenzen. Songs wie „Show Mercy“ oder „Fuck Your God“ wurden frenetisch gefeiert. Black Metal funktioniert auf dem Dong Open Air ohnehin immer gut, doch Non Est Deus hatten noch mehr zu bieten: eine einstudierte Bühnenchoreografie und eine beeindruckende Pyroshow sorgten zusätzlich für Begeisterung.
Für mein Empfinden werden Non Est Deus von Auftritt zu Auftritt besser und wirken inzwischen wie eine absolut etablierte Live-Band. Neben Opus Maxima waren sie für mich ganz klar die Gewinner des Tages.
Setlist – Non Est Deus
Show Mercy
Forgive Me
The Indulgence
Flagellation
Save Us
Fuck Your God
Burn It Down
Transgression
Subway to Sally
Nach dem gottlosen Gottesdienst von Noise und seinen Kumpanen stand nun Folk Metal auf der Speisekarte. Subway to Sally dürfte wohl jedem Folk-Rocker ein Begriff sein – umso erstaunlicher, dass die Band tatsächlich zum ersten Mal auf dem Dong Open Air spielte. Bereits seit den frühen 1990er Jahren prägen Subway to Sally die deutschsprachige Mittelalter-, Folk- und Rockszene maßgeblich.
Das Publikum bekam ein gelungenes Best-of-Set geboten. Mit dabei waren unter anderem Songs wie „Eisblumen, Rote Rose, Sieben“ und natürlich der „Veitstanz“. Einzig die Ansagen von Sänger Eric Fish sorgten bei mir für Stirnrunzeln. Die Aussage, man habe etwas Angst gehabt, auf einem Metalcore-Festival zu spielen, und es sei doch schön, auch einmal einen Refrain verstehen zu können, wirkte etwas deplatziert. Wer regelmäßig das Dong Open Air besucht, weiß, dass das Festival seit jeher von einem abwechslungsreichen und bunten Genremix lebt. Ob die Bemerkung einfach humorvoll gemeint war oder ob hier tatsächlich ein falscher Eindruck vom Festival vorhanden war, sei dahingestellt – bei mir kam sie jedenfalls nicht besonders gut an. Anderen Besuchern ging es ähnlich.
An der eigentlichen Show gab es dagegen nichts auszusetzen. Die Band hatte sichtlich Spaß auf der Bühne, und auch das Publikum nahm die eingängigen Melodien dankbar auf. Verständliche Refrains laden schließlich geradezu zum Mitsingen ein.
Das große Highlight bei Subway to Sally ist natürlich – wie sollte es anders sein – „Julia und die Räuber“. Der Evergreen sorgte noch einmal für einen gewaltigen Schub und brachte das Festivalgelände ordentlich in Bewegung. Pits öffneten sich, am Rand wurde ausgelassen getanzt und sogar eine Polonaise zog durch die Menge. Ein würdiger Abschluss eines starken Auftritts.
Setlist – Subway to Sally
Was ihr wollt
Leinen los
Eisblumen
Phönix
Kleid aus Rosen
Post Mortem
Sag dem Teufel
Ohne Liebe
Tanz auf dem Vulkan
Sieben
Veitstanz
Grausame Schwester
Julia und die Räuber
Amorphis
Um 21:15 Uhr war es dann soweit: Der erste Headliner des Wochenendes betrat die Bühne. Amorphis. Viel Worte braucht es über diese Band eigentlich nicht. Die Finnen gehören seit Jahrzehnten zu den etablierten Größen der Szene – und das merkte man vom ersten Ton an.
Mit Bones eröffneten die Musiker ihr Set, und Sänger Tomi Joutsen präsentierte sich einmal mehr als echte Frohnatur. Sein breites Grinsen war während des gesamten Auftritts kaum zu übersehen. Amorphis passen einfach perfekt zum Dong Open Air. Das Publikum, das größtenteils aus etwas älteren Semestern bestand, kam voll auf seine Kosten.
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Bei Klassikern wie House of Sleep und The Castaway, aber auch bei neueren Stücken wie Light and Shadow, blieb kaum jemand still stehen. Besonders das aktuelle Album fand in unserer Gruppe großen Anklang und besonders diese Songs konnten auch live voll überzeugen.
Amorphis lieferten damit genau das, was man von einem Headliner erwartet: einen routinierten, aber keineswegs gelangweilten Auftritt und den perfekten Abschluss für den ersten Festivaltag.
Setlist – Amorphis
Bones
Light and Shadow
Silver Bride
Wrong Direction
Death of a King
Fog to Fog
Thousand Lakes
The Castaway
The Lantern
The Moon
Sampo
The Smoke
Dancing Shadow
Black Winter Day (with ‚Magic & Mayhem‘ intro and ‚My Kantele‘ outro)
House of Sleep
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Hinweis
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Bildnachweis: Dong Kultur e. V., Dong Open Air.
