Arch Enemy – eine neue Ära beginnt
Am 02.08.2026 spielten Arch Enemy eine exklusive Clubshow in Köln. Im Club Volta mit einer Kapazität von gerade einmal 450 Personen im Innenbereich präsentierten Riff-Gott Michael Amott und Co. ihre neue Sängerin Lauren Hart. Abgesehen von der Show in Köln kam das deutsche Publikum in diesem Sommer lediglich in den Genuss von zwei Konzerten der schwedischen Band.
Wie sich Lauren Hart auf der Bühne geschlagen hat und was an diesem besonderen Abend sonst noch alles passiert ist, erfahrt ihr in unserem Konzertbericht – inklusive exklusiver Livefotos.
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Die Dritte Königin
Die Spekulationen über Alissas Nachfolge liefen bereits seit Längerem, insbesondere nachdem Arch Enemy die Inhalte ihres Instagram-Kanals vollständig gelöscht hatten. Vermutungen, dass Angela Gossow zwölf Jahre nach ihrem Ausscheiden zur Band zurückkehren würde, dementierte die deutsche Ex-Sängerin und heutige Managerin der schwedischen Melodic-Death-Metal-Band jedoch umgehend.
Stattdessen entschied sich die Band für Sängerin Lauren Hart. Diese ist in der Szene keine Unbekannte und dürfte vielen vor allem durch ihre eigene Band Once Human bekannt sein.
Für mich ist Lauren Hart nun bereits die dritte Sängerin von Arch Enemy. Zum ersten Mal sah ich die Band 2010 beim Wacken Open Air – damals noch mit Angela Gossow am Mikrofon. Zu dieser Zeit war es noch etwas Besonderes, eine Frau zu erleben, die derart brachiale Growls beherrschte. Mittlerweile gibt es viele talentierte gutturale Sängerinnen, was ich ausdrücklich begrüße. Im Jahr 2026 ist das jedoch längst kein Alleinstellungsmerkmal mehr wie es das früher gewesen ist. Die erste Single mit Lauren findet ihr hier :
Das Konzert
Pünktlich um 20:00 Uhr öffnete der Club Volta seine Tore. Der Einlass verlief wirklich flott und bereits um 20:30 Uhr hatten sich alle Zuschauer vor der Bühne versammelt. Die erst dritte Deutschland-Show von Arch Enemy mit ihrer neuen Sängerin sorgte für ein schnelles Sold-out. In diesem Jahr spielte die Band ansonsten nur in Berlin und auf dem Wacken Open Air. Durch die geringe Kapazität des Clubs wirkte das Konzert besonders exklusiv. Es gab auch keine Vorband.
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Kurz nach 21:00 Uhr war es dann schon so weit: Arch Enemy betraten die kleine Kölner Bühne. Mit „Silent Wars“ aus dem Jahr 2003 wählte die Band ein überraschendes Opening. Direkt fiel auf, dass Lauren Hart in ihrer neuen Rolle vollkommen aufging. Stimmlich war sie vom ersten Ton an fantastisch.
Ebenso überzeugend war die Setlist, denn diese wurde im Vergleich zu den vergangenen Touren komplett überarbeitet. So fanden sich einige Oldschool-Klassiker im Programm, auf die die Fans schon seit Jahren gewartet hatten. Beispielsweise „Taking Back My Soul“ aus dem Jahr 2005 oder auch „Ravenous“ von 2001.
Kurze Zeit später folgte „To the Last Breath“. Der neueste Arch Enemy-Song machte live sogar noch ein Stück mehr Spaß als auf Platte. Die Frontfrau mutierte zur echten Grinsebacke und hatte sichtlich Spaß an ihrem neuen Job. Der Rest der Band spielte wie gewohnt auf höchstem Niveau, und Michael Amott versuchte sich sogar an einer Ansage auf Deutsch. Das sorgte natürlich für den einen oder anderen Lacher.
Mit „Bury Me an Angel“ gab es dann auch noch einen Song vom Debütalbum zu hören – damals noch mit Sänger Johan Liiva. Ja, Arch Enemy begannen ihre Reise einst mit einer männlichen Stimme. Aber zurück zum Konzert.
Die Band spielte ihre Setlist gnadenlos herunter. Zu meinen persönlichen Highlights gehörten „No Gods, No Masters“ und „We Will Rise“. Letzterer ist für mich nach wie vor der absolute Übersong der Band. Schade nur, dass an diesem Abend „My Apocalypse“ nicht gespielt wurde.
Nach knapp 90 Minuten war das reguläre Set beendet, doch das Kölner Publikum verlangte lautstark nach einer Zugabe. Diesen Nachschlag gab es schließlich in Form von „Blood on Your Hands“, „Snow Bound“ und dem obligatorischen Abschluss „Nemesis“.
Insgesamt konnte man durchaus von einer „Oldschool“-Setlist sprechen, die ihren Schwerpunkt klar auf die Angela-Gossow-Ära legte. Die langjährigen Fans waren entsprechend begeistert, während die jüngere Crowd viele der älteren Songs vermutlich gar nicht kannte – sie aber trotzdem lautstark mitfeierte. Die Stimmung war durchweg großartig und Arch Enemy präsentierten sich einmal mehr als absolute Top-Band.
So gut Lauren Hart ihre Aufgabe auch meistert, für mich reicht sie bislang noch nicht an die Intensität ihrer jetzigen Managerin Angela Gossow heran. Angela verfügte einfach über eine ganz eigene Bühnenpräsenz. Natürlich steht Lauren erst am Anfang ihrer Reise mit Arch Enemy und wird sich mit Sicherheit noch weiterentwickeln. Sie wird mit jeder Tour routinierter und noch stärker werden.
Dennoch hat mich bislang keine Arch-Enemy-Show so umgehauen wie die im Jahr 2010. Und wie Lemmy Kilmister einst sagte:„Das Erste, was dich musikalisch umhaut, bleibt für immer etwas ganz Besonderes“.
Nichtsdestotrotz kann ich Arch Enemy uneingeschränkt live empfehlen. Wer auf kraftvolle, intensive Metal-Shows mit herausragenden Musikern sowie jeder Menge Female Power steht, wird garantiert nicht enttäuscht nach Hause gehen. In Köln verließen am Ende jedenfalls alle glücklich den Club. Nach 20 Songs hatten sich das Publikum und die Band, den Feierabend mehr als verdient.
Setlist Arch Enemy
Motörhead – Ace of Spades (Intro)
Silent Wars
Taking Back My Soul
The First Deadly Sin
Ravenous
War Eternal
To the Last Breath
Blood Dynasty
Bury Me an Angel
Under Black Flags We March
The Eagle Flies Alone
No Gods, No Masters
I Am Legend/Out for Blood (Instrumental/First Part Only)
Dead Bury Their Dead
Burning Angel
Dead Eyes See No Future
We Will Rise
Blood on Your Hands
Snow Bound
Nemesis
Fields of Desolation (Outro)
Hinweis
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Bildnachweis: Foto Credit : Nino Lucky.
