Behemoth + Dimmu Borgir – Live im Kölner Palladium!
Behemoth und Dimmu Borgir fegen aktuell durch Europa. Die Extrem-Metaller verbünden sich für eine einzigartige Tour. Diese trägt den Namen „In League with Satan“. Doch damit nicht genug: Denn als Special Guests waren auch die Schweden von Dark Funeral mit am Start.
Was für eine Wucht! Diese unheilige Dreifaltigkeit repräsentiert einige der düstersten, kraftvollsten und vielleicht auch visionärsten Acts des dunklen Genres.
Am 20.10 machten sie Halt in Köln. Ein besonderer Abend mit gigantischen Bühnenproduktion, mitreißenden Performances und einer Atmosphäre voller okkulter Erhabenheit.
Lest hier unseren Konzertbericht inklusive exklusiver Konzertfotos, denn Moshpit Passion war vor Ort.
Opening + Dark Funeral
Wir schreiben das Jahr 2026. Am Dienstagabend, dem 20.10., standen bereits vor dem offiziellen Einlassbeginn Hunderte Verehrer des Black Metal vor dem Kölner Palladium. Dieses öffnete die Gatter gegen 18:10 Uhr. Nach dem obligatorischen Garderobenbesuch folgte ein kurzer Merch-Check. Die Preise lagen bei 45 € für ein T-Shirt und ca. 80 € für einen Pulli bzw. Zipper. Nobel geht die Welt ja bekanntlich zugrunde. Doch wir waren schließlich nicht zum Shoppen ins Kölner Palladium gekommen, sondern für die schwarze Messe, die die unheilige Dreifaltigkeit an diesem Abend zelebrierte.
Den Anfang machten Dark Funeral. Gegen 19:00 Uhr erlosch das Licht in der Halle und die Schweden legten direkt mit ihrem größten Hit „Unchain My Soul“ los. Sänger Andreas „Heljarmadr“ Vingbäck und seine Mannen waren völlig auf ihre Performance fokussiert. Auch wenn diese stellenweise den Eindruck vermittelte, dass die Band ihr Set einfach stur herunterspielte, so wirkte die Darbietung in Teilen etwas stoisch. Warum das so war, weiß nur die Band selbst. Hierüber lässt sich nur mutmaßen.
In knapp 30 Minuten zockten die Schweden das kürzeste Set des Abends, lieferten musikalisch jedoch ordentlich ab. Die Highlights der Show waren für mich „The Arrival of Satan’s Empire“ und der Gassenhauer „Let the Devil In“. Wer sich nicht im Moshpit austobte, bangte wohlwollend im Takt mit.
Natürlich wäre der eine oder andere zusätzliche Song schön gewesen, aber der Opener zieht bekanntlich die Arschkarte bei der Stage-Time. Dennoch war es ein gelungener Auftakt.
Setlist
Unchain My Soul
The Secrets of the Black Arts
The Arrival of Satan’s Empire
Let the Devil In
Where Shadows Forever Reign
Dimmu Borgir
Weiter ging es um 20:00 Uhr mit Dimmu Borgir, die mit „Grand Serpent Rising“ eines der stärksten Black-Metal-Alben des Jahres veröffentlicht haben. (Das Review findet ihr ebenfalls auf unserer Seite.) Für mich ist es die stärkste Platte der Band seit „Death Cult Armageddon“. Entsprechend riesig war meine Vorfreude auf die Show und die Livepremieren der neuen Songs.
Die Vorfreude wurde allerdings etwas getrübt, denn die Norweger begannen ihr Set mit dem für mich schwächsten Song des Albums: „Ulvgjeld & Blodsodel“. Live gefiel mir der Song jedoch deutlich besser als noch auf Platte. Dennoch fehlte mir hier etwas die Power, denn Dimmu Borgir setzten auf Atmosphäre statt auf einen wuchtigen Einstieg.
Doch bereits beim zweiten Song, „Mourning Palace“, flippten die Besucher vollkommen aus. Frontmann Shagrath war sehr gut bei Stimme und dirigierte das Publikum. Auch nach fast drei Jahrzehnten ist der Track immer noch ein Knaller. Danach erlebte das Publikum mit „Kings of the Carnival Creation“ eine gewisse Live-Rarität, denn die Band spielte den Song in den vergangenen Jahren eher selten bis gar nicht.
Der Mittelteil des Sets legte den Fokus dann wieder auf die aktuelleren Songs. Zugegeben, auf „Council of Wolves and Snakes“ und „Ætheric“ hätte ich gerne verzichten können. Doch die Leute feierten auch diese Songs bedingungslos. Weiter ging es mit „As Seen in the Unseen“ und „Ascent“. Die beiden besten Tracks des aktuellen Werks festigten mein positives Fazit zur neuesten Scheibe.
Die große Produktion im Einklang mit einer dichten, okkulten Atmosphäre machten Dimmu Borgir für mich zu den Gewinnern des Abends. Die Band investierte in eine herausragende Pyroshow, und auch das Bühnenbild grenzte schon fast an Perfektion.
Besonders herausragend empfand ich den Old-School-Part gegen Ende mit Songs wie „The Serpentine Offering“ , „Puritania“ und dem großen Finale „Progenies of the Great Apocalypse“. Die Norweger machten damit einmal mehr deutlich, dass sie zu den großen Schlachtschiffen der Black-Metal-Szene gehören. Kommerz-Geschwafel hin oder her. Die Show dauerte knapp 75 Minuten, und die Metalheads hätten der Band problemlos noch eine weitere Stunde zuhören und zusehen können. Zurecht wie ich finde.
Setlist
Ulvgjeld & Blodsodel
Mourning Palace
Kings of the Carnival Creation
Council of Wolves and Snakes
Ætheric
Ascent
Cataclysm Children
The Serpentine Offering
Puritania
Gateways
Progenies of the Great Apocalypse
Behemoth
Der Headliner Behemoth enterte die Bühne erst um 21:50 Uhr. Wir sprechen hier also von einer 50-minütigen Umbaupause zwischen dem Ende des Dimmu-Borgir-Sets und dem Auftritt der Extreme-Metaller aus Polen. Das muss man sich erst einmal trauen! Natürlich sorgte das beim Publikum für Unmut. Doch auch wenn bereits Dutzende Fans die Halle verließen, war der Rest des Publikums heiß auf das folgende Set und sie sollten belohnt werden.
Nachdem der Vorhang endlich fiel und Behemoth mit „Daimonos“ loslegten, bildeten sich sofort wieder Moshpits. Die Polen sind Meister der Inszenierung, und auch ihre Pyroshow konnte wirklich überzeugen. Diese wurde im Laufe des Abends noch einmal gesteigert. Vielleicht lässt sich damit auch die lange Umbaupause erklären, denn Behemoth hatten alles dabei, was Pyromanen glücklich macht: Feuerschalen, Feuersäulen und sogar einen Flammenwerfer.
Mit knapp 75 Minuten lieferten Nergal und Co. aber auch musikalisch ordentlich ab. Die Setlist umfasste 13 Songs, wobei die Black-Metaller ihren Fokus deutlich auf neueres Material und Songs aus der mittleren Karrierephase legten. Besondere Highlights waren „Ov Fire and the Void“ und der Publikumsliebling „Conquer All“. Doch das komplette Set war brachial und gnadenlos getaktet.
Was es allerdings mit diesem „Gerüst“ auf sich hatte, versteht wohl niemand so recht. Es wirkte jedenfalls immer etwas drollig, wenn die Musiker dieses erklommen und von oben herab ihre Instrumente bedienten.
Ein Konzertbesucher schrie jedenfalls: „Für diesen Zirkus haben wir also so lange gewartet?“ Den Unmut konnte ich teilweise nachvollziehen, denn es war ein verregneter Dienstag, und nicht alle Besucher hatten am nächsten Tag frei. Ebenso ist es schon fast eine Qual, wenn man nach einem solchen Konzert noch auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist.
Doch zurück zur Musik. DAS absolute Highlight war für mich und einige andere Besucher definitiv das Venom-Cover „In League with Satan“, inklusive Shagrath. Da die Tour bereits diesen Namen trägt, verwunderte es nicht, dass eine der „Haupt“ Bands den Song live spielte. Durch den kürzlich verstorbenen Chronos erhielt das Cover jedoch noch einmal eine ganz besondere Wirkung. Diese Hommage sorgte für pure Gänsehaut.
Der finale Akt bestand aus dem atmosphärischen „Chant for Eschaton 2000“. Nergal beschwor noch einmal den Belzebub, und die Band schob alles nach vorne. Anschließend verneigte sie sich und täuschte das Ende der Show vor, nur um dann überraschend zurückzukommen und das Set mit „O Father O Satan O Sun!“ nun tatsächlich zu beenden. Ich hätte die Songs allerdings in umgekehrter Reihenfolge gespielt, aber auch das ist bekanntlich Geschmackssache.
Behemoth verzückten ihre Fans mit einer grandiosen Performance. Vor allem Freunde des Feuers kamen mehr als nur auf ihre Kosten. Die Pyroshow war spektakulär, und man bekam wirklich etwas für sein Geld geboten.
Behemoth live? Immer wieder gerne!
Setlist
Daimonos
Ora Pro Nobis Lucifer
Thy Becoming Eternal
The Shit ov God
Conquer All
Blow Your Trumpets Gabriel
I, Scvlptor
Ov Fire and the Void
To Drown the Svn in Wine
Bartzabel
In League With Satan (Venom cover) (with Shagrath)
Chant for Eschaton 2000
O Father O Satan O Sun!
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Bildnachweis: Nuclear Blast Records , Nuclear Blast Promotions.
