Dong Open Air 2026 Festivalbericht (Tag 2)
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Vorga
Nach dem gelungenen Startschuss am Donnerstag begann der Freitag für uns mit der deutschen Black-Metal-Band Vorga. Diese startete ihr Set pünktlich um 12:20 Uhr. Die Jungs spielten jedoch keinen düsteren Black Metal, der einen in den Wald treibt, sondern eine futuristische und sehr moderne Variante des Genres, die live wirklich mitreißend war.
Ich hatte mich im Vorfeld mit der Band beschäftigt und kann euch daher beide Alben ans Herz legen. Diese tragen die Namen Striving Toward Oblivion (2022) und Beyond the Pale Star (2024). Die Setlist war bunt gemischt.
Vorga setzte mit seiner Gelassenheit und zugleich puren Spielfreude die Messlatte für den zweiten Festivaltag derart hoch, dass es für die nachfolgenden Bands schwierig werden würde, dieses Niveau zu erreichen. Gewinner des Tages!
Vansind
Nach eisigem Black Metal folgte feuriger Folk Metal – wobei es eher einfach nur Folk Metal war. Vansind kommen aus Dänemark und wollten ihren mystischen Glanz auf dem Dong Open Air präsentieren. Bei mir wollte der Funke jedoch einfach nicht überspringen.
Dabei versuchte die siebenköpfige Band alles, um das Publikum mitzureißen. Dennoch mussten wir feststellen, dass es einer der schwächsten Auftritte des gesamten Wochenendes war. Dabei stimmten die Zutaten eigentlich alle. Im Studio gefallen mir die Songs von Vansind deutlich besser als live.
Night in Gales
Seit über 30 Jahren sind Night in Gales aus dem beschaulichen Voerde im Geschäft. Die Truppe tobt seit ihrer Bandgründung im Jahr 1995 wie ein zorniger Orkan durch die Melo-Death-Szene, war mit Bands wie Hypocrisy, In Flames und Children of Bodom auf Tour und wirbelt dabei ordentlich Staub auf.
Anlässlich ihres 30-jährigen Jubiläums im vergangenen Jahr haben die Jungs ihre Debüt-EP Sylphlike, die zu den meistverkauften Demos zählt, als Dankeschön an die Fans neu eingespielt.
Doch auch live sind die Jungs um Frontmann Christian Müller eine absolute Macht. Das bewiesen sie eindrucksvoll auf dem diesjährigen Dong Open Air. Routiniert und total abgeklärt ballerten Night in Gales ihren Melo Death über die Halde und lieferten eine bärenstarke Show ab. Top-Band!
Goldsmith
Die Freiburger Goldsmith lieferten klassischen Heavy Metal mit modernem Druck. Freunde von Black Stone Cherry, Alter Bridge oder Godsmack sollten hier hellhörig werden. Die Band erwischte einen Sahnetag und lieferte den perfekten Soundtrack für einen wunderschönen Sommertag. Auch vor der Bühne war die Stimmung mehr als ausgelassen. Das aktuelle Album „Into the Wilds“, aus dem einige Songs präsentiert wurden, ist mein Anspieltipp für euch. Die Freiburger gehörten neben Vorga zu meinen Gewinnern des Tages.
Creeper
Creeper aus Southampton gehören zu den spannendsten und eigenwilligsten Bands, die die britische Rockszene in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Irgendwo zwischen Hardcore-Punk, düsterem Glam, hymnischem Rock ’n’ Roll und einer guten Portion Wahnsinn erschaffen sie einen Sound, der sich jeder einfachen Schublade entzieht.
Für meine Begriffe war das jedoch alles etwas zu drüber und musikalisch leider zu weichgespült. Die Outfits und die Bühnenperformance von Sänger Will Gould waren das Einzige, was mich vor der Bühne gehalten hat. Auch die ständigen musikalischen Genrewechsel konnten mich nicht überzeugen.
Creeper sind im wahrsten Sinne des Wortes „creepy“ – irgendwo zwischen Punkrock, Vampirfilm und Stadion-Rockoper. Aber was denn nun? Für mich war das am Ende des Tages weder Fisch noch Fleisch.
Setlist Creeper
Mistress of Death
Blood Magick (It’s a Ritual)
Headstones
The Ballad of Spook & Mercy
Daydreaming in the Dark
Prey For The Night
Black Heaven
Lovers Led Astray
The Crimson Bride
Parasite
The Black House
More Than Death
Cry to Heaven
Satyricon
Ab ca. 20:40 Uhr spielte dann mein nächstes Highlight: Satyricon. Die Band wurde 1990 im Land des Black Metals gegründet und zieht seitdem über die Bühnen dieser Welt. Dennoch hatte ich zuvor nie die Gelegenheit, sie live zu sehen. Umso mehr freute ich mich über die Ankündigung seitens des Dong Open Air.
Zwar hatte ich im Vorfeld von vielen Leuten gehört, dass es solche und solche Satyricon-Shows gibt – je nach Stimmung von Frontmann Sigurd „Satyr“ Wongraven. An diesem Abend hatte er jedoch richtig Bock auf das Dong. So versuchte er sogar, einen riesigen Fußball-Wasserball ins Publikum zu kicken. Die Windverhältnisse machten ihm dabei allerdings mehrfach einen Strich durch die Rechnung.
Aber auch musikalisch konnten Satyricon auf ganzer Linie überzeugen. Zu den Highlights der Setlist gehörten „Forhekset, Now, Diabolical“ und natürlich „Mother North“. Nach etwas mehr als einer Stunde beendeten die Norweger ihr Set mit ihrem – wie ich finde – besten Song: „K.I.N.G.“
Ein Top-Co-Headliner, endlich von meiner persönlichen Bucket List gestrichen. Runde Nummer!
Satyricon Setlist
Midnight Serpent
Our World, It Rumbles Tonight
Black Crow on a Tombstone
To Your Brethren in the Dark
Black Wings and Withering Gloom
Nemesis Divina
Commando
To the Mountains
The Pentagram Burns
Fuel for Hatred
Hvite Krists død
Mother North
K.I.N.G.
Skindred
Der Freitags-Headliner waren Skindred. Leider muss ich hier wieder meckern. Ich habe schon lange keinen schlechteren Headliner mehr gesehen.
Für mich beginnt die Misere bereits beim Intro: Seit Jahren ist es dasselbe. Erst läuft AC/DCs „Thunderstruck“, danach folgt der „Imperial March“ in einer für mich unsäglichen Hip-Hop-Version. Anschließend kommt die Band auf die Bühne, lässt sich feiern und spielt dann gefühlt immer das gleiche Set – „Kill the Power, Nobody“ und „You Can’t Stop It“ gehören dabei zum Standard. Ich finde das mittlerweile einfach nur noch langweilig.
Dazu wird die Netto-Spielzeit auch noch mit minutenlangen Samples verschwendet, unter anderem von Snoop Dogg. Sänger Benji Webbe, der früher auch bei Dub War aktiv war, ist eigentlich ein cooler und charismatischer Frontmann. Doch nach dem gefühlt hundertsten „Woop, Woop“ und „Put Your Hand´s Up!“ nervte selbst das irgendwann nur noch.
Das ist natürlich meine persönliche Meinung, aber für mich spielen Skindred seit 2017 im Grunde immer dieselbe Show. Hinzu kommt eine Netto-Spielzeit von gerade einmal rund 65 Minuten. Für einen Headliner – und vor allem für die Fans – finde ich das einfach zu wenig.
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Dem Publikum auf dem Dong war das aber alles völlig egal. Von Beginn an tobte der Platz vor der Bühne. Die Leute hatten dem Anschein nach die Zeit ihres Lebens.
Besonders die angespielten Cover von „Master of Puppets, Last Resort“ und „War Pigs“ ließen das Publikum regelrecht steil gehen. Ob Polonaise, wildes Getanze oder das Pogofest im Pit – jeder, der noch Energiereserven hatte, nutzte diese bis zum Schluss aus.
Benji Webbe kündigte während der Show außerdem an, dass bald ein neues Album der Jungs erscheinen werde. Da bin ich mal gespannt!
Setlist Skindred
This is the Sound
Set Fazers
Rat Race
That’s My Jam
Radio 01633 / Master of Puppets / Last Resort / Jump / Jump Around
You Got This
Bass solo
Kill the Power
Can I Get A
Nobody
Gimme That Boom
Warning
Hinweis
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Bildnachweis: Dong Open Air.
