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    Home»Konzertberichte»Dong Open Air 2026 – Samstag 18. Juli

    Dong Open Air 2026 – Samstag 18. Juli

    By LuckyJuli 27, 2026

    Dong Open Air 2026 Festivalbericht (Tag 3)

    Goatfather

    Der letzte Festivaltag des diesjährigen Dong Open Air begann mit Goatfather. Zwar noch vor einer überschaubaren Crowd, allerdings war es auch erst 11:15 Uhr morgens, und die gestrige Aftershow ging für den einen oder anderen wohl doch etwas länger.

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    Diejenigen, die vor der Bühne standen, erlebten anschließend ein französisches Stoner-Rock-Fest. Goatfather, die aus der Region Auvergne-Rhône-Alpes stammen, kennen die Berge – und so eroberten sie schnell die Herzen des Dong-Publikums.

    Am besten gefielen die Songs „Night of the Blue Smoke“ und „The Stoner Dream“. Genau der richtige Start in den Tag.

    Snakebite

    Mit Snakebite erlebte das Dong-Publikum eine Reise zurück in die 80er. Die Essener boten eine solide Heavy-Metal-/Rock-Show. Inspiriert von klassischen und modernen Rock- und Metal-Einflüssen der 80er verbanden Snakebite treibende Riffs, eingängige Hooks und druckvolle Grooves zu einem eigenständigen Stil, der direkt unter die Haut ging.

    Das Quartett aus Essen konnte bereits 2019 beim Dong Open Air begeistern, sodass es vor der Bühne auch diesmal wieder relativ voll wurde. Nach sieben Jahren Abstinenz war die Weiterentwicklung der Band deutlich zu spüren. Snakebite wirkten wesentlich souveräner, eingespielter und insgesamt deutlich cooler als noch bei ihrem ersten Auftritt.

    Mein Anspieltipp für euch ist:

    Gangrena Gasosa

    Um 13:25 Uhr war es dann so weit: Mein persönlicher Headliner betrat die Bühne – Gangrena Gasosa. Die Band aus Rio de Janeiro war eigens für das diesjährige Dong Open Air & In Flammen Open Air nach Deutschland eingeflogen.

    Die Musik der Brasilianer lässt sich nur schwer in eine Schublade stecken. Irgendwo zwischen Sepultura und Hatebreed angesiedelt, verbinden sie ihre harten Metal-Einflüsse mit afrobrasilianischen Rhythmen und Elementen. Dazu tritt die Band in schrillen Outfits auf: Der Bassist trug beispielsweise einen Magierumhang und eine Totenkopfmaske, Sänger Angelo Arêde erschien in einem weißen Anzug und Shouter Eder Santana wirkte mit seinem Outfit wie eine Art Schamane.

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    All das wurde von einer Spielfreude begleitet, die an diesem Wochenende ihresgleichen suchte. Das Wort „Wahnsinn“ beschreibt den Auftritt wohl am besten. Ich wurde jedenfalls nicht enttäuscht und kann euch Gangrena Gasosa nur ans Herz legen – auch wenn es nicht ganz einfach sein dürfte, die Band live zu erleben, da sie überwiegend im lateinamerikanischen Raum auf Tour ist.

    Doppelt punkten konnten die Brasilianer schließlich mit einer weiteren Show nach dem großen Finale auf der Hauptbühne im Anschluss an den Auftritt von Alestorm. Im Partyzelt spielte die Band ein zweites komplettes Liveset. Diesen zweiten Auftritt empfanden wir sogar noch stärker als den ersten. Gangrena Gasosa rissen einfach jeden mit und sorgten für eine fantastische Stimmung. Großes Kino – checkt die Band unbedingt einmal aus!

    Synsnake

    Dann folgte mit Synsnake das nächste außergewöhnliche Highlight. Die Band aus Südkorea war zum ersten Mal überhaupt in Europa beziehungsweise Deutschland, wie Sängerin Serah Oh dem Publikum erzählte.

    Das Dong Open Air kam in den Genuss einer Mischung aus K-Pop und Metalcore. Während Serah Oh die Clean-Parts übernahm, growlte sich Sänger Sungmin Cho die Kehle aus dem Leib. Am ehesten könnte man Synsnake als eine Art Babymetal-Nachfolger bezeichnen – allerdings in einer deutlich härteren und eigenständigeren Variante.

    Dennoch konnten Synsnake das Publikum nur bedingt für sich gewinnen. Ich für meinen Teil war einmal mehr von der Vielschichtigkeit des Line-ups beeindruckt. So viele unterschiedliche Bands, zum Teil aus völlig verschiedenen Kulturen, und doch kommen sie alle unter dem Banner des Metal zusammen. Genau das macht die Szene für mich so besonders und zeigt, wie vielfältig und verbindend Metal sein kann.

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    Detartrated

    Aufgrund eines medizinischen Notfalls in unserem Camp verpasste ich leider den Auftritt der Death-Metaller von Impureza. Deshalb ging es für mich bzw uns erst um 16:45 Uhr mit Detartrated weiter.

    Die deutschen Deathcorer lieferten einen mächtigen Abriss und präsentierten eine coole Show. Knüppelharter Deathcore traf auf melodische Passagen und Samples im Stil von Whitechapel. Als Anspieltipps empfehle ich euch „Bloodline“ und „Crown of Ash“.

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    Wer auf harte Breakdowns und brachiale Riffs steht, sollte sich Detartrated unbedingt einmal zu Gemüte führen. Die Band kommt übrigens aus Castrop-Rauxel – die Stadt entwickelt sich dem Anschein nach immer mehr zu einem Hotspot für Core-Bands.

    Bonded

    Jemand Teutonic Thrash bestellt? Dann war Bonded genau die richtige Band.

    Die 2018 von Ex-Sodom-Gitarrist Bernd „Bernemann“ Kost und Schlagzeuger Markus „Makka“ Freiwald gegründete Band entwickelte sich schnell zu einem Publikumsliebling auf Festivals – so auch auf dem Dong Open Air. Makka gehört zwar inzwischen nicht mehr zur Band, dafür ist „Bernemann“ nach wie vor mit dabei. Er ist einfach ein sympathischer Typ. Wenn er einen mit seiner Klampfe angrinst, weiß man sofort, dass die nächsten Minuten gut werden – und genau so war es auch.

    Bonded feuerten eine Thrash-Granate nach der anderen ab. Der Moshpit tobte, während die übrigen Metaller im Takt zu Songs wie „Godgiven“ oder dem groovigen „Rest in Violence“ bangten. Natürlich durften auch einige Sodom-Klassiker nicht fehlen. So wurden unter anderem „City of God“ und „M-16“ zum Besten gegeben.

    Gaerea

    Ab etwa 19:10 Uhr betraten dann Gaerea die Bühne. Die Band aus Porto klang im Vorfeld wirklich spannend: Post-Black-Metal aus dem portugiesischen Underground, kombiniert mit einer okkult anmutenden Maskierung.

    Leider konnten die Portugiesen bei mir nicht zünden. Das lag zum einen daran, dass der Band aus meiner Sicht die letzte Konsequenz in Sachen Härte fehlte und stattdessen immer wieder poppige Einflüsse Einzug hielten. Ich wartete vergeblich auf den Moment, in dem Gaerea endlich das Monster entfesseln würden.

    Schnell musste ich dabei an Sleep Token denken – eine Band, deren Hype und musikalische Bewunderung ich ebenfalls nicht wirklich nachvollziehen kann. Aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

    Das Publikum war zu Beginn noch zahlreich vor der Bühne vertreten, doch nach den ersten Songs lichteten sich die Reihen deutlich. Lediglich die Moshpit-Fighter – inklusive zweier Bananen, die sich völligst verausgaben – gaben weiterhin alles, wann immer die Musik die passenden Momente zum Moshen bot. Leider viel mehr erwartet.

    Die nächste Band zog die Daumenschrauben dann allerdings wieder deutlich an.

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    Overkill

    Das zwanzigste Studioalbum „Scorched“ im Gepäck, fast ein halbes Jahrhundert Bühnenerfahrung auf dem Buckel: Overkill ließen bereits mit dem Intro keinen Zweifel daran, dass sie auch dieses Mal auf dem Gipfel des Mount Moshmore alle Register ziehen würden.

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    Sänger Bobby „Blitz“ Ellsworth ist zwar sichtlich älter geworden und brauchte hier und da eine kurze Verschnaufpause. Für eine Stunde schepperte jedoch feinster US-Thrash-Metal aus den Boxen. Auf der Setlist standen Klassiker wie „Fuck You“ und „Elimination“, aber auch neuere Kracher wie „The Surgeon“ oder der Titeltrack „Scorched“.

    Overkill funktionieren live einfach immer. Eine kleine Besonderheit gab es allerdings noch: Auf der Bühne stand nicht Bassist D.D. Verni, sondern Fear-Factory-Bassist Christian Olde Wolbers. Einen hörbaren Unterschied machte das meiner Meinung nach allerdings nicht.

    Setlist Overkill

    Scorched
    Rotten to the Core
    Bring Me the Night
    Hello From the Gutter
    Deny the Cross
    Electric Rattlesnake
    The Surgeon
    Ironbound
    Elimination
    Fuck You

    Alestorm

    Der letzte Headliner des diesjährigen Dong Open Air waren die schottischen Piraten von Alestorm – inklusive riesiger Quietscheente. Für die Show hatte die Dong-Crew extra eine Schaumkanone organisiert. Diese wurde zwar zwischendurch immer wieder getestet, ihre volle Leistung entfaltete sie aber erst ab 22:15 Uhr.

    Blöd war nur, dass die Temperaturen im Vergleich zu den ersten beiden Festivaltagen deutlich gesunken waren. Den meisten Metalheads war das jedoch völlig egal. Vor allem der Metal-Nachwuchs feierte die wohl coolste Schaumparty des Wochenendes – mit dem passenden Soundtrack. Alestorm wissen einfach, wie eine ordentliche Party funktioniert, und hatten das Publikum jederzeit fest im Griff.

    Während des Auftritts ging mir immer wieder durch den Kopf, wie weit es die Band mittlerweile gebracht hat. Zum ersten Mal habe ich Alestorm 2008 in Wacken gesehen. Damals war kaum abzusehen, dass die Band einmal so groß werden oder sogar ein Festival wie das Dong Open Air headlinen würde. Über die Jahre haben sich die Schotten ihren festen Platz in der Metalszene erarbeitet. Dabei haben sie ihren Stil nie grundlegend verändert, sondern vielmehr kontinuierlich verfeinert.

    Die Setlist ließ kein Piratenauge trocken: „Keelhauled“, „1741 (The Battle of Cartagena)“ und die Schunkelnummer „Nancy the Tavern Wench“ boten dem Publikum die gesamte Bandbreite von Alestorm. Sogar Star-Wars-Held Grogu war in Form einer Puppe mit von der Partie.

    Eine besonders gelungene Aktion gab es dann noch während des Songs „Mexico“: Alestorm holten die Musiker von Opus Maxima auf die Bühne und feierten gemeinsam mit ihnen und dem Publikum den Song – inklusive Sombreros.

    Insgesamt muss man sagen, dass die Stimmung vor der Bühne die beste des gesamten Wochenendes war. Das Beste kommt eben bekanntlich zum Schluss. Nach knapp 95 Minuten beendeten Alestorm ihr Set und damit praktisch auch das Festival. Zwar spielte Gangrena Gasosa anschließend noch ihr zweites Set im Partyzelt, doch auf der Hauptbühne und dem Infield war das Dong Open Air damit offiziell beendet. Was ein Abschluss!

    Mein Gesamtfazit und warum das Dong Open Air für mich zu den drei besten Festivals überhaupt gehört, erfahrt ihr im vierten Teil. So oder so gilt: Nach dem Dong ist vor dem Dong!

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    Setlist Alestorm

    Keelhauled
    Killed to Death by Piracy
    The Sunk’n Norwegian
    Zombies Ate My Pirate Ship
    Mexico (with Opus Maxima on Stage)
    Under Blackened Banners
    Banana
    Hangover (Taio Cruz cover)
    Hyperion Omniriff
    Nancy the Tavern Wench
    Alestorm
    1741 (The Battle of Cartagena)
    Frozen Piss 2
    The Storm
    P.A.R.T.Y.
    Shit Boat (No Fans)
    Drink
    Uzbekistan
    Drink
    Fucked With an Anchor

    Hinweis

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    Bildnachweis: Dong Open Air.

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