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    Home»Konzertberichte»Heaven Shall Burn – Zeche Bochum, 29.07.2026

    Heaven Shall Burn – Zeche Bochum, 29.07.2026

    By LuckyAugust 2, 2026

    Metalcore Legenden im kleinen Rahmen

    Am 29.07.2026 holten Heaven Shall Burn ihr Konzert in der Bochumer Zeche vom letzten Jahr nach. Damals musste die Band bei ihrem Auftritt mehr improvisieren als geplant. Sänger Markus „Molle“ Bischoff hatte erneut mit seiner Stimme zu kämpfen. Doch statt den Gig einfach abzubrechen, spielten Heaven Shall Burn weiter und ließen die Fans große Teile der Songs übernehmen.

    Eine Show, die wirklich einzigartig war – viele Bands hätten es dabei belassen. Doch nicht Heaven Shall Burn! Denn sie wiederholten den Gig, diesmal aber richtig. Wie das Konzert verlief, lest ihr hier in unserem Konzertbericht.

    Opening

    Bereits 15min vor offizielen Einlass (19.00Uhr) öffnete die Zeche Bochum ihre Tore. Natürlich belagerten schon Dutzende Metalheads seit geraumer Zeit die Location. Denn wenn eine so große Band wie Heaven Shall Burn, die mittlerweile die großen Festivals headlinet und die größten Bühnen Europas erobert hat, in einer so kleinen Location wie der Zeche spielt, dann ist der Kampf um den besten Platz natürlich von Anfang an gegeben.

    Die meisten Leute hatten ihre alten Konzerttickets vom letzten Jahr behalten und gegen die aktuellen Tickets umgetauscht. Jedenfalls konnte ich niemanden finden, der die Chance hatte, „neue“ Tickets zu ergattern.

    Aber allein der Entschluss von HSB, die Show nachzuholen und allen damaligen Konzertbesuchern noch einmal die Chance zu geben, die Show „richtig“ zu sehen, war wirklich eine geile Aktion! So etwas habe ich auch noch nie von einer anderen Band gehört.

    HSB sind auch nach all ihren Erfolgen bodenständig und menschlich geblieben.

    Skullhammer

    Als einzige Vorband an diesem Abend spielten die Jungs von Skullhammer aus dem verträumten Bottrop. Die Old-School-Death-Metaller lieferten von Beginn an ab. Der Geist von Metal-Legenden wie Bolt Thrower, Obituary, Dying Fetus und Morbid Angel war deutlich zu spüren. Die Herren haben im Januar ihr erstes Album herausgebracht, das auf den Namen „Where Skulls Pile High“ hört. Wer auf rohen Death Metal steht, sollte sich die Scheibe mal geben.

    Das Set der Bottroper dauerte knapp 30 Minuten, und ich bin sicher, dass die Band einige Besucher von sich überzeugen konnte. Mich hat sie auf jeden Fall überzeugt!

    Der Himmel brennt

    Nach einer kurzen Umbaupause war es dann schon angerichtet. Mit „Counterweight“ begannen die Metalcore-Veteranen von Heaven Shall Burn ihr Set. Als Sänger Molle die Bühne betrat, ging ein Aufschrei durch die Zeche und es gab kein Halten mehr. Der Pit kannte keine Pause –  HSB aber auch nicht. „Voice of the Voiceless“, gefolgt von „Godiva“, begeisterte das Publikum. Der Sound war auf Topniveau, ebenso die Musiker, die förmlich vor Spielfreude strahlten.

    Von den Stimmproblemen, die Molle noch letzztes Jahr plagten, war kein Fitzelchen mehr zu hören. Im Gegenteil: Der Frontmann brüllte wie ein Löwe und war augenscheinlich bei bester Gesundheit. Eine innere Träne lief mir bei „Numbing the Pain“ herunter – ein Song, den ich jahrelang nicht gehört habe und den HSB auch eher selten spielen. Doch das nächste Highlight – oder besser gesagt DAS Highlight einer jeden Show der Thüringer – stand bereits an: „Endzeit“. Der Übersong schlechthin scheppert auch nach all den Jahren noch immer herrlich in der Bauchgrube.

    Aber auch die Songs vom aktuellen Album konnten überzeugen. Vor allem „War Is the Father of All“ ist ein wahres Live-Beast. Das lag aber auch an der grandiosen Performance der Band, die ihrem Publikum immer wieder aushalf. Sobald ein Crowdsurfer ankam, half Sänger Molle breit grinsend mit. Außerdem verschenkte die Band ständig ihre Plektren und schmiss Wasserflaschen ins mittlerweile sichtlich erschöpfte Publikum. Die Betriebstemperatur stieg gefühlt mit jedem Song.

    Den finalen Schlussakt bildete das Blind-Guardian-Cover „Valhalla. Noch einmal gaben die Musiker alles, doch dann kam es zu einem lustigen Fauxpas: Schlagzeuger Chris Bass hatte keinen Click-Track auf den In-Ears. Also musste die Band den Song noch einmal neu starten. Allein die Art und Weise, wie die Band mit dieser Situation umging und sie humorvoll kommentierte, zeigte einmal mehr: HSB sind einfach der Knaller. Nach dem zweiten Versuch lief dann alles glatt und der Song wurde natürlich in der XXL-Version gespielt.

    Alles in allem war es ein geniales Konzert und so nah wird man Heaven Shall Burn vermutlich erst einmal nicht mehr erleben. Für mich als Fan war es eine ihrer besten Shows, obwohl ich die Band schon viele Male live sehen durfte. Toll ist vor allem, wie bodenständig die Musiker geblieben sind. Diese Menschlichkeit spürt man einfach – und genau das macht HSB neben ihrer musikalischen Kreativität aus. Deshalb: immer wieder gerne live!

    Heaven Shall Burn – Setlist

    Counterweight
    My Revocation of Compliance
    Voice of the Voiceless
    Godiva
    Confounder
    Numbing the Pain
    Awoken
    Endzeit
    Black Tears (Edge of Sanity Cover)
    Übermacht
    Tirpitz
    March of Retribution
    Thoughts and Prayers
    Ad Arma
    War Is the Father of All
    A Whisper From Above
    Valhalla

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    Bildnachweis: Century Media Records.

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