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    Imminence – „Axis Mundi“ (VÖ: 02.10.26)

    By LuckyOktober 2, 2026

    Imminence – „Axis Mundi“ (VÖ: 02.10.26)

    Mit „Axis Mundi“ erscheint bereits das sechste Album der schwedischen Metalcore-Band Imminence. Man könnte davon sprechen, dass es für die Jungs aus Malmö nur eine Richtung gibt: nach vorne! Der Aufstieg der Band dürfte die wenigsten überraschen. Spätestens mit der Veröffentlichung von „The Black“ im Jahr 2024 haben Imminence ihren Status im Metalcore gefestigt.

    Mal zart, mal hart. Mal Gitarrenriff, mal Geige. Die musikalische Bandbreite der Jungs aus Malmö ist vielschichtig. Nun erscheint am 02.10.2026 der neue Silberling. Wie klingt das neue Werk? Welche Genre-Grenzen werden diesmal überschritten, oder kopieren sich Imminence lediglich nur noch selbst?

    Wir haben die Antworten. Lest hier unser komplettes Review. Denn wir haben den Moshcheck für euch gemacht.

    Der Mittelpunkt der Welt

    Der sechste Streich beginnt mit „Twisting In The Wind“. Der Opener schwimmt in eher ruhigeren Gewässern, langsam baut sich eine emotionale Dichte auf. Imminence lassen die Zuhörer sanft einsteigen, bis sie diese Atmosphäre selbst aufbrechen und die Gitarren einsetzen. Die Kombination aus dem weichen Violinen-Spiel, gepaart mit der feinen Stimme von Eddy Berg, sorgt immer noch für Gänsehaut-Momente.

    Die Band hat ihren eigenen Stil vor langer Zeit gefunden und verfeinerte ihn über die Jahre stetig. Bestes Beispiel dafür ist „The Sword That Never Bends“. Der zweite Track ist die genaue Spiegelung des Openers. Denn hier scheppert es erst einmal ordentlich. Feinster Metalcore trifft auf moderne Arrangements. Der Sound sucht seinesgleichen, denn das hier ist alles andere als ein Abklatsch älterer Songs.

    Imminence fügen in ihr bisheriges Klangbild erstmals Industrial-Einflüsse und elektronische Texturen mit ein, und das kann sich wirklich gut hören lassen. Mit „Devil May Try“ artet es dann richtig heavy aus. Der Song dürfte sicher zu einem der härtesten Tracks der gesamten Bandgeschichte gehören. Die Schweden reißen alles ab. Vor allem der Schlagzeuger kann einmal Vollgas geben.

    Interessanterweise hören wir auf „Axis Mundi“ zwei verschiedene Musiker, die das Schlagzeug beziehungsweise die Percussion-Spuren bedienen. Da das Album nach dem Ausstieg von Peter Hanström im September 2025 aufgenommen wurde, ist es das erste Werk der Bandgeschichte ohne seine Beteiligung am Schlagzeug. Gelistet für „Axis Mundi“ sind am Schlagzeug Adam Janzi (VOLA) und Joakim Möller (Intohimo). Einen markanten Unterschied lässt sich dadurch allerdings nicht heraushören.

    Ein Spagat zwischen Melancholie und Aufbruch

    Während „Crestfallen“ wieder auf eine ruhigere, melancholische Dichte setzt, ufert das folgende „False Light“ wieder stark in Richtung Nackenbrecher aus. Dieser Mix zwischen Hart und Zart ist ein wirklicher Segen. Denn hier kommt jeder auf seine Kosten. Imminence legen einmal mehr den perfekten Spagat zwischen Melancholie und Aufbruchsstimmung hin. Während wir zum einen knallharte Breakdowns serviert bekommen, sorgt das sanfte Violinen-Spiel für eine gewisse Epik. So lässt sich feststellen, dass die neuen Songs allesamt eine klare Weiterentwicklung besitzen und dass Imminence seit der Veröffentlichung des Vorgängers weiter gewachsen sind. So wirken die Songs allesamt etwas reifer und gestandener.

    Weiter geht es mit „If Not Now, When“. Hier serviert man uns eine schaurig-schöne Ballade. Da die komplette Härte einmal rausgenommen wurde, fokussiert man sich hier auf ruhigere Töne. Mit einem Mix aus klassischen Instrumenten wie dem Piano und dem ein oder anderen orchestralen Arrangement zeigt sich hier wieder, wie vielschichtig die Schweden ihre Musik komponieren.

    Das darauf folgende „Didn’t Think About You (Lately)“ ist mir dann etwas zu experimentell. Die zweite Ballade auf „Axis Mundi“ klingt zu gewollt poppig und anders als alles, was Imminence bisher veröffentlicht haben. Auf Gitarre und Schlagzeug wurde komplett verzichtet, dafür halten elektronische Percussions und industrielle Klänge erneut Einzug. Leider fällt der Song etwas aus dem Album heraus und hört sich stellenweise wie ein Fremdkörper an.

    „Leviathan“ kommt dann wieder etwas deftiger daher. Vor allem der fast schon mystische Gesang sticht hier für mich etwas heraus. Eddy Berg ist ein begnadeter Sänger, man kauft ihm jede zerbrechliche Zeile sofort ab. Musikalisch ist der Song weniger spektakulär als die restlichen Songs, fällt aber nicht aus dem Rahmen, sondern fügt sich tadellos in den Rest des Albums ein.

    Der Track „Shed Your Skin“ setzt dann wieder voll auf emotionalen Gesang. Das Tempo bleibt weitestgehend langsam und baut sich im Mittelteil etwas schneller auf. Hier fehlt mir dann die gewisse Härte von Imminence. Der Song hätte meines Erachtens nach viel stärker sein können, hätten die Malmöer die ein oder andere Härte mit einfließen lassen. So bleibt der Track leider hinter den Erwartungen und verdient lediglich das Prädikat: ganz nett.

    Anders verhält es sich mit „Power Divine“. Hier stimmt dann wieder alles. Die Tracks, in denen man diesen Mischgesang aus harten Growls und fein gesungenen Passagen findet, sind definitiv die besseren Songs auf „Axis Mundi“. Wobei der Track immer härter wird und im Schlussteil komplett ausrastet. Dieser Track dürfte vor allem live richtig abgehen, denn hier scheppert es im Ärmelkanal.

    Das Finale bildet „Exodus“. Hier kommt dann noch einmal alles zusammen, wofür Imminence stehen. Von sanften Geigenklängen über stetige Wechsel zwischen gefühlvollem Gesang und aggressiven Refrains leitet ein weitläufiger, atmosphärischer Instrumental-Part das Ende des Albums ein. Vor allem der instrumentale Part setzt noch einmal komplett auf die Epik. So endet das Album in einer schönen Klammer zum Anfang.

    Fazit

    Das sechste Album von Imminence, „Axis Mundi“, ist ein solides Metalcore-Album allerdings mit schwächen. Die Schweden setzen voll auf Entwicklung und haben versucht, sich nicht selbst beziehungsweise den Vorgänger zu kopieren. Das haben sie geschafft, denn „Axis Mundi“ ist anders. Viel experimenteller als alles, was die Schweden bisher veröffentlicht haben. Für meine Begriffe allerdings etwas zu anders. Der Mittelteil setzt mir zu sehr auf emotionale Dichte und ein langsames Tempo. Hier hätte etwas mehr Härte und Geschwindigkeit dem Album besser zu Gesicht gestanden. Natürlich haben die Songs alle etwas an sich, außer vielleicht „Didn’t Think About You (Lately)“, der einfach zu gewollt nach Mainstream klingt. Besonders stark sind „Devil May Try“ und „Power Divine“. Hier spielen Imminence ihre Stärken perfekt aus und bieten dem Zuhörer den perfekten Mix aus Härte, Melodie und Emotion. Auch die Einarbeitung von orchestralen Parts und modernen Industrial-Synthesizern fügt sich tadellos in das bisherige Klangbild ein und verleiht der Musik eine gewisse Epik.

    Alles in allem bleibt „Axis Mundi“ leider hinter meinen Erwartungen zurück und kann den Vorgänger nicht ansatzweise übertreffen. Was bleibt, ist ein solides und durchaus abwechslungsreiches Album, dem es für meinen Geschmack stellenweise etwas an Härte und Tempo fehlt.

    Ich vergebe 6 von 10 möglichen Punkten.

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    Bildnachweis: Imminence Official Site.

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