Lead Injector – „Witching Attack“ (VÖ: 20.02.2026)
Lead Injector, drei Jungspunde aus Dresden schicken sich an die Fackel des Oldschool-Thrash aufrecht zu halten. Bereits 2024 konnte man mit der Demo „From the Crypts… of Hell“ auf sich aufmerksam machen. Anno 2026 folgt nun das Debüt-Album über High Roller Records. Hierfür wurden sieben Songs der Demo neu eingespielt, ergänzt durch 3 weitere Songs die in der Zwischenzeit entstanden sind.
„Black Death, Pest Thrash. Faster and more evil than anything you´ve heard before“ heißt es im Song Pest Thrash. Ob das zutrifft, erfahrt ihr in unserem Review.
Griffiges Songwriting und authentischer Sound mit Charme
Direkt zu Beginn des Albums geht es bei „Siege Upon Heaven“ mit Vollgas zur Sache. Ein lautes „THRASH!“ lässt alle wissen, was man in den nächsten 45 Minuten erwarten kann. Räudiger und angeschwärzter Thrash der alten Schule. Hierbei zitiert man einige Bands aus den 80ern, ohne dabei in eine billige Kopie auszuarten. Stattdessen vermischt man viele Elemente und packt es in ein eigenständiges Gerüst.
So finden sich auf „Witching Attack“ treibende Drums, messerscharfe Riffs aber auch Gesang der stellenweise durch hohe Schmier-esque Screams angereichert wird. Nicht minder schlecht vorgetragen als vom Destruction-Sänger, zeigt Leo hiermit eine weitere Facette seines Gesangs.
Die Gitarrenarbeit von Jason bietet zudem neben Bathory-mäßigen Zwischenspielen auch kurze Soli, die nicht selten an Slayer erinnern.
Für Vielseitigkeit sorgen die Ostdeutschen auch im Bereich Tempo. Schnelle Parts wechseln sich gut dosiert mit Mid-Tempo Parts ab. Man ist nicht ständig auf Speed und so bieten sich genug Gelegenheiten zum Headbangen. Das Schlagzeug-Spiel von Justus trägt hier auch einen großen Anteil. Mal rasend schnell wie bei „M.C.C.I.“, mal mit ordentlich Groove und soundtechnisch vergleichbar mit alten Taten von Kreator oder Sepultura.
Songs wie „Sacrifice This Bitch“ oder „Nuclear Antichrist“ laden außerdem noch zum Mitgrölen ein, was live sicherlich gut funktioniert.
Das oben erwähnte Zitat aus „Pest Thrash“ kann also durchaus bejaht werden und macht das Album zu einem wahrscheinlich nicht mehr so geheimen Tipp, in dem keine Langeweile aufkommt.
Fazit
Oft stellt sich bei Bands, die den 80ern huldigen die Frage, braucht man das bzw. gibt es irgendetwas Neues? Letzteres ist auf „Witching Attack“ nicht zu finden, allerdings ist alles sehr gut gemacht und gibt ein stimmiges Bild ab. Die rohe Energie und die Spielfreude sind den Protagonisten von Lead Injector jederzeit anzumerken.
Hervorzuheben ist die wie immer grandiose Produktion von Patrick W. Engel aus dem Temple of Disharmony Studio. Geboten wird authentischer 80er-Jahre-Sound, der nicht zu modern geraten ist. Jedes Instrument bekommt seinen Raum und insbesondere der Bass ist sehr gut wahrnehmbar.
Das Songwriting bringt durch Variation in vielen Bereichen genügend Abwechslung. Jeder Song steht für sich und gefällt durch eine schöne Mixtur aus frühen Sodom, Slayer, Venom und Bathory.
Für meinen Geschmack darf es zukünftig aber gerne mehr und längere Soli geben. Sonst gibt es an „Witching Attack“ nicht viel auszusetzen, auch wenn noch ein klein wenig Luft nach oben gelassen wird.
Ein nettes Detail findet sich noch auf dem Lyric-Inlay. Ein Logo mit dem Text „Fuck AI-Art – False Art = False Metal“ ist dort zu sehen. Für mich der beste Zeitpunkt zum Abschluss noch das absolut gelungene und passende Artwork von SepulchralOwl lobend zu erwähnen.
Cover & Tracklist
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Tracklist
01 Siege Upon Heaven
02 Sacrifice This Bitch
03 Evil Executioner
04 Witching Attack
05 Chains
06 Angel Destructor
07 Pest Thrash
08 M.C.C.I.
09 Infinite Force
10 Nuclear Antichrist
Band
Leo – Bass, Gesang
Jason – Gitarre
Justus – Schlagzeug
Links:
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Bildnachweis: SepulchralOwl.
+ Authentischer 80er-Sound in dem auch der Bass gut zu hören ist
+ abwechslungsreiches Songwriting
- gerne mehr Soli
- Moshcheck
