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    RAM – Against: Weniger Ballast, mehr Heavy Metal

    By StephanOktober 22, 2026

    RAM – Against: Weniger Ballast, mehr Heavy Metal

    Weniger Ballast, mehr Heavy Metal – so lässt sich das neue RAM-Album „Against“ ziemlich treffend beschreiben. Sieben Jahre nach „The Throne Within“ melden sich die Schweden zurück und machen deutlich, dass sie weiterhin kein Interesse daran haben, ihren Sound an aktuelle Trends anzupassen. Stattdessen gibt es traditionellen Heavy Metal, der mit direkten Riffs, klaren Songstrukturen und einer gehörigen Portion Spielfreude überzeugt. Musikalisch geht die Reise dabei zurück in die Achtziger eine Zeit, wo die Bands mit vergleichsweise einfachen Mitteln große Wirkung erzielten. RAM greifen diesen Geist auf, ohne dabei ihre eigene Handschrift zu verlieren.

    Zurück zu den Wurzeln des Heavy Metal

    Die Entstehung von „Against“ zog sich über Jahre hin. Einzelne Songideen sind sogar deutlich älter, Teile von „Leaving“ reichen bis 2006 zurück. Trotzdem wirkt das Album nicht wie eine Sammlung übrig gebliebener Stücke. RAM haben sich bewusst auf kürzere, direktere Songs konzentriert. Mit Oscar Carlquist am Mikrofon, Harry Granroth und Martin Jonsson an den Gitarren, Tobias Petterson am Bass und Morgan Pettersson am Schlagzeug setzt die Band auf das, was sie seit ihrer Gründung 1999 auszeichnet.

    Besonders reizvoll ist dabei, wie oft die Gitarren an alte Helden erinnert, ohne die eigene Handschrift zu verlieren. Ein trockenes Riff, ein gerader Rhythmus und plötzlich braucht es gar nicht mehr, um einen Song nach vorne zu bringen.

    Gerade diese Reduktion auf das Wesentliche macht das Album für mich sofort zugänglich. Man muss sich nicht erst durch verschachtelte Arrangements arbeiten, um den Kern der Songs zu finden.

    Unverfälschter Sound

    Die größte Stärke von „Against“ ist für mich auch der unverfälschte Sound. Die Produktion klingt nicht künstlich auf Hochglanz poliert, sondern erstaunlich echt. Die Gitarren haben Biss, der Bass ist Teil des Fundaments und das Schlagzeug wirkt wie ein Instrument im Raum statt wie eine am Computer zusammengesetzte Rhythmusspur.

    Aufgenommen wurde im Studio Recordia in Varberg mit Johan Reiven. Für die Soli nutzte die Band zwei parallel mikrofonierte Verstärker, einen trockenen und einen mit Effekten, ergänzt durch Raummikrofone. Dieses Konzept passt zum klanglichen Eindruck: Statt eines überladenen, modernen Metalsounds bekommt man Luft zwischen den Instrumenten. Es kommt diese Natürlichkeit daher und sorgt dafür, dass „Against“ Charakter hat.

    Das Album ist „Out of control“

    „Ghost Emperor“ zeigt früh, wohin die Reise geht: treibender Heavy Metal mit Carlquists rauer, unverwechselbarer Stimme. Zusammen mit „Out of Control“ gehört der Song hier für mich zu den stärksten Nummern des Albums. Beide Stücke überzeugen mit eingängigen Riffs und Melodien, die sofort ins Ohr gehen und auch nach mehreren Durchläufen hängen bleiben. Besonders „Out of Control“ besitzt diesen gewissen Wiedererkennungswert, der einen guten Heavy-Metal-Song ausmacht. „One Vs. All“ setzt dagegen stärker auf einen stampfenden Groove, während „Abattoir“ das Tempo deutlich anzieht. Hier kommen die Speed-Metal-Wurzeln zum Vorschein, mit einem Schuss Accept und frühem Thrash Metal.

    Der Titeltrack „Against“ ist dagegen ein kompakter Trotz-Song, der keine große Einleitung braucht. Die Midtempo Nummer „Leaving“ nimmt zwischendurch etwas Druck heraus. Hier kommt eine schöne nachdenklichere Stimmung auf, der getragenen Refrain überzeugt mich, mit einer schönen Gesangslinie.

    „1984“ beginnt wie Leaving offen, nachdenklich und schlägt im weiteren Verlauf sowohl musikalisch als auch textlich dunklere aber große epische Töne an. Hier greift die Band die Überwachungswelt aus George Orwells Roman auf. Ein starker Song, der auch mit dem Thema für Kontrast und Abwechslung sorgt.

    Lebendiger Heavy Metal

    RAM machen auf „Against“ nichts grundlegend Neues. Aber sie zeigen, wie lebendig klassischer Heavy Metal klingen kann, wenn die Songs stimmen und eine Band nicht versucht, jede Unebenheit weg zu produzieren. Insgesamt ergebt sich ein  sehr stimmiges Gesamtbild.

    Nicht jede Nummer bleibt gleich stark hängen, aber unterm Strich ist „Against“ ein erfreulich ehrliches Album, das sich nicht nach 2026 anhören muss, um heute zu funktionieren. Weniger Ballast, mehr Heavy Metal – genau das macht den Reiz dieser Veröffentlichung aus.

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    Bildnachweis: Metal Blade Records.

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