Rock Hard Festival 2026 – Der Samstag (23.05.2026)
Wytch Hazel
Nachdem Wytch Hazel bereits bei ihrer Heaven & Spell Tour im April zusammen mit Phantom Spell im Turock groß aufgespielt haben, galt es zu prüfen, ob die Band auch auf großer Bühne bei gleißender Sonne eine gute Figur machte. Mit nahezu derselben Setlist im Gepäck gelang es Ihnen überraschend gut! Eine textsichere, große Meute hatte sich zu dieser frühen Stunde bereits vor der Bühne eingefunden. Wytch Hazel überzeugten nicht nur gesanglich und technisch sondern auch durch ihre Bühnenpräsenz. Mit Hits wie „Archangel“ oder „The Citadel“ wurde der Auftritt zum Selbstläufer. Man verlor sich in ihrer Musik und die 45 Minuten vergingen wie im Flug. (Tobi)
Ambush
Auf die Schweden von Ambush bin ich erst mit deren aktuellem Album „Evil in all Dimensions“ aufmerksam geworden. In meiner Review verdienten sie sich gute 7 / 10 Punkten. Die Musik lässt die Herzen von Power / Traditional Heavy Metal Fans höher schlagen, auch wenn man die Querverweise zu den Originalen allzu oft aufblitzen hört. Da der Backkatalog der Band bereits drei weitere Alben vorweisen kann, war ich vor allem gespannt, das ältere Material live auf die Ohren zu bekommen. Mein Wunsch wurde erhört und so fanden allein vier Songs des Debutalbums den Weg in die Setlist. Der Auftritt triefte nur so vor Trueness und Stahl, dass es eine wahre Wonne war. Sänger Oskar Jacobsson war in Topform und peitschte ein ums andere Mal das Publikum an. Definitiv einer der Top 3 – Auftritte des Tages! Der Backkatalog von Ambush hat im Anschluss dann auch schnell den Weg in meine Sammlung gefunden… alles andere wäre auch fahrlässig! (Tobi)
Hirax
Hirax nicht zu kennen, ist für einen Metalfan eigentlich ein No-Go. Die 1982 von Katon W. de Pena gegründete Band stammt aus demselben Dunstkreis wie Szenegrößen wie Metallica, Slayer oder Exodus, konnte jedoch nie den kommerziellen Status dieser Bands erreichen. Allerdings war Katon schon immer dafür bekannt, der vielleicht letzte verbliebene Thrasher der ganz alten Garde zu sein, der die Fahne kompromisslos hochhält.
Das machte er auch im Amphitheater wieder mehr als deutlich. Verstärkt von drei jungen Mitstreitern, die richtig Energie mitbrachten, lieferte das Quartett eine verdammt starke Crossover-Thrash-Show ab. Ein spontaner Abstecher der Band in den Fotograben unterstrich die enorme Fannähe. Spätestens als beim letzten Song der ehemalige Sodom-Gitarrist Andy Brings mit seiner Klampfe auf die Bühne kam, um Hirax zu unterstützen, war im Publikum richtig Bewegung drin. Das war extrem intensiv und definitiv einer der Höhepunkte des gesamten Wochenendes. (Stelle)
Hällas
Nun stand Progressive Rock auf dem Programm. Was wie schwere Kost klingt, wird von Hällas wunderbar leichtfüßig interpretiert. Das aktuelle, in diesem Jahr erschienene Album „Panorama“ ist unfassbar stark und klarer Anwärter aufs Treppchen für das diesjährige Album des Jahres. Somit war ich gespannt wie ein Flitzebogen, ob das ganze nicht nur mit Kopfhörer und Konzentration funktioniert, sondern auch auf der Festivalbühne. Natürlich haben Hällas davon abgesehen, ihre Longtracks auf die Setlist zu packen, das hätte den einen oder anderen sicherlich überfordert. Trotzdem ist eine wunderbare Setlist mit großer Hitdichte entstanden. Zehn Songs, einer stärker und intensiver als der andere, brachten das Publikum zum Träumen, Staunen und abfeiern zugleich. Klar, hier wird nicht die grobe Keule ausgepackt, dafür wird musikalisch und innovativ überzeugt. Ein ganz starker Auftritt, der mich veranlasst im Herbst auf jeden Fall die Europatour zum neuen Album zu besuchen! (Tobi)
Slime
Eine der dienstältesten Punkbands Deutschlands auf einem Metalfestival? Wenn die Höhner oder BAP auf dem Wacken spielen, sollte das ja wohl kein Problem sein. Dennoch: Wie mir Slime-Drummer Alex vor dem Gig erzählte, lag schon eine gewisse Anspannung in der Luft, ob die Band auf dem Festival bestehen kann.
Die Sorgen waren allerdings völlig unbegründet. Slime lieferten ab der ersten Sekunde. Spätestens bei Songs wie „Schweineherbst“, „Störtebeker“ oder „Linke Spießer“ grölte Dreiviertel des Halbrunds lauthals mit. Dass das nicht jedem Anwesenden gefiel, ist klar, und so gab es neben der Begeisterung durchaus auch kritische Stimmen bis hin zur totalen Ablehnung. Egal. Ich fand’s geil. (Stelle)
Dark Tranquillity
Ich habe echt lange überlegt, aber ich glaube, ich hatte Dark Tranquillity bisher tatsächlich noch nie live gesehen. Umso mehr freute ich mich darauf, das endlich mal nachholen zu können. Auch wenn ich ehrlich gesagt kein allzu großer Fan der letzten Alben mehr bin, war die Band in den späten Neunzigern und frühen Zweitausendern definitiv eine große Nummer für mich und gehörte neben In Flames zu meinen absoluten Favoriten des Göteborger Melodic Death Metals.
Angeführt von Strahlemann Mikael Stanne lieferte die Band dann dankenswerterweise ein schönes Set mit Songs aus fast allen Schaffensphasen ihrer Karriere. Mikael spielte geschickt mit dem Publikum und bekam nicht zuletzt aufgrund seiner unglaublich sympathischen Ausstrahlung jede Menge Zuspruch. Ein richtig runder Auftritt, der alte Zeiten gut aufleben ließ. (Stelle)
Paradise Lost
Zu Paradise Lost braucht man keine einleitenden Worte verlieren, der Name und die Historie der Band spricht für sich. Nach langen Jahren hat sich endlich mal wieder die Gelegenheit ergeben, die Legende live zu sehen. Nick Holmes und Co. sind ja nicht bekannt dafür, eine agile Bühnenshow abzuziehen, aber deren Musik ist live über jeden Zweifel erhaben. Und so war es auch dieses Mal: nur wenige launige Ansagen, Nick Holes verhalten in der Interaktion mit dem Publikum aber musikalisch, nach anfänglichen Tonproblemen, alles bestens! Greg frickelte sich fast hypnotisch durch den Abend und konzentrierte sich ausschließlich auf seine Gitarre. Einzig Gitarrist Aaron Aedy sorgte für ein bisschen Schwung auf der Bühne. Die Setlist war für Fans der alten Zeiten ein wahrer Leckerbissen und das neue Material fügte sich wunderbar mit ein. Das Publikum goutierte den Auftritt mit großem Jubel und zahlreichen Crowdsurfern und Moshpits. Paradise Lost haben es auch nach über 35 Jahren noch drauf und sind relevanter denn je. Starker Auftritt einer Legende. (Tobi)
Rock Hard Festival 2026 – Der Samstag – Fazit
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