Shadow of Intent – Das große Tourfinale am 10.10.2026
Am 10.10 spielten Shadow of Intent in der Kölner Essigfabrik ihren großen Tourabschluss. Mit dabei waren Aborted, Disembodied Tyrant und Soreption als Support-Bands. Der Abend war ein wahres Fest für Freunde der härteren Gangart.
Lest hier unseren Konzertbericht – Moshpit Passion war für euch vor Ort!
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Soreption
Der Herbst zeigte sich am Samstag in Köln von seiner ungemütlichen Seite. Nieselregen und vereinzelte Schauer begleiteten den Einlass, der um 17:30 Uhr begann. Doch vom trüben Wetter ließ sich das Publikum die Stimmung nicht verderben: Die Essigfabrik füllte sich zusehends, und schon früh machte sich eine ausgelassene Atmosphäre breit. Beste Voraussetzungen also für den ersten Act des Abends: Soreption.
Die schwedischen Tech-Death-Metaller wussten von der ersten Minute an zu überzeugen. Soreption lieferten eine maschinenhafte Mischung aus technischer Finesse und wuchtigen Grooves – Technical Groove Death Metal in seiner Reinform. Lediglich der Sound wirkte anfangs noch etwas „matschig“, verbesserte sich im Laufe des Gigs jedoch spürbar.
Besonders hervor tat sich Schlagzeuger und Gründungsmitglied Tony Westermark, der sich im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich einen abschlug und hinter seinem Kit ein wahres Feuerwerk entfachte. Nach knapp 30 Minuten beendeten die Schweden ihr Set und hinterließen eine gierige Meute, die offensichtlich Lust auf mehr hatte.
Disembodied Tyrant
Dies geschieh in Form von: Disembodied Tyrant. Eine Band, auf die ich mich besonders gefreut hatte, da ich sie nun endlich live erleben durfte. Seit ihrer wuchtigen EP „The Poetic Edda“ aus dem Jahr 2024 waren mir die US-Amerikaner ein Begriff.
Auch ihnen stand mit rund 30 Minuten zunächst nur eine recht kurze Spielzeit zur Verfügung, die sie glücklicherweise sogar noch etwas überziehen konnten. Musikalisch ist das Projekt für seine komplexe Mischung aus brutalem, modernem Deathcore, technischem Death Metal und cineastischen, orchestralen Elementen des Symphonic Metal bekannt. Inhaltlich und visuell bewegt sich die Band häufig in düsteren Gefilden und greift apokalyptische Szenarien, Korruption, Abrechnung sowie mythologische Geschichten auf.
Zu meinen persönlichen Highlights zählten der Opener „The Poetic Edda“, bei dem Ben Duerr als Feature mitwirkte, sowie der überragende Song „Winter“. Letzterer ist eine Neuinterpretation von Antonio Vivaldis klassischem Werk. Hier trifft Deathcore auf Klassik – eine Kombination, die sich als wahrer Ohrenschmaus entpuppt und live eine ganz besondere Wirkung entfaltet.
Auch auf der Bühne überzeugten Disembodied Tyrant auf ganzer Linie. Wenn ich überhaupt einen Kritikpunkt nennen müsste, wäre es der Sound, der für meinen Geschmack gerne noch etwas lauter hätte sein dürfen. Dafür kann die Band allerdings wenig, denn dieses Problem scheint in der Essigfabrik meiner Erfahrung nach schon länger zu bestehen.
Setlist
The Poetic Edda (feat. Ben Duerr)
Winter
Icarian
Aberrant Waltz
Malphasian
8.6 BLACKOUT
Aborted
Die Belgier von Aborted sollten jedem Death-Metal- bzw. Deathcore-Fan ein Begriff sein. Schließlich existiert die Band bereits seit 1995 und fegt seitdem über die Bühnen dieser Welt. Sänger und Mastermind Sven de Caluwé, auch bekannt als „Gurgloroth Sven“, hatte sichtlich gute Laune und sorgte mit dem einen oder anderen Gag für Unterhaltung. So kündigte er beispielsweise den Song „The Origin of Disease“ mit den Worten an: „Den Song widme ich meiner Mutter, die sich bis heute schöne Musik wünscht und den Song total liebt.“ Natürlich war diese Ansage mit einem Augenzwinkern zu verstehen, denn die Musik von Aborted ist für ungeübte Ohren alles andere als leichte Kost.
Doch nicht nur mit ihrem Humor, sondern vor allem musikalisch überzeugten die Belgier auf ganzer Linie. In knapp 45 Minuten rissen Aborted ordentlich ab und machten ihrem Ruf alle Ehre. Auch bei „Deadbringer“ ließ es sich Ben Duerr nicht nehmen, seinen Feature-Part live zum Besten zu geben. Der Mann ist schlichtweg eine Stimmgewalt! Gerade das Zusammenspiel zwischen dem erfahrenen Szene-Urgestein Sven de Caluwé und der jüngeren Death-Metal-Generation rund um Shadow of Intent war schön mit anzusehen.
Aborted kann man sich einfach immer geben, ohne enttäuscht zu werden. Eine absolute Klasseband!
Setlist
Dreadbringer (feat. Ben Duerr)
Retrogore
Brotherhood of Sleep
The Origin of Disease
Infinite Terror
The Shape of Hate
Death Cult
Insect Politics
Threading on Vermillion Deception / The Saw and the Carnage Done
Shadow of Intent
Ab 21:15 Uhr war es dann endlich Zeit für den Headliner: Shadow of Intent! Die Band aus Connecticut legte den Schwerpunkt ihres Sets auf das aktuelle Album „Imperium Delirium“. In knapp 65 Minuten zerlegten die US-Amerikaner wie gewohnt die Essigfabrik. Allerdings war stellenweise zu merken, dass fünf Shows ohne Day Off auch an einer eingespielten Band nicht spurlos vorbeigehen. So wirkte Sänger Ben Duerr zeitweise etwas erschöpft, blieb dabei aber stets hoch konzentriert.
Bereits beim Opener „Infinity of Horrors“ schwebten dutzende Crowdsurfer über die Köpfe der Besucher hinweg. Auch wenn Crowdsurfing zu einem Metal-Konzert dazugehört, kann es auf Dauer ziemlich nervig werden, wenn man ständig nach hinten schauen muss, um keinen Tritt gegen den Kopf abzubekommen. Aber die Leute wollten einfach ihren Spaß haben und im wahrsten Sinne des Wortes abheben. Dass nicht jeder im Publikum davon gleichermaßen begeistert war, versteht sich von selbst. Doch weiter im Text!
Zu meinen persönlichen musikalischen Highlights zählten „They Murdered Sleep“ und „From Ruin… We Rise“. Hier zeigte sich einmal mehr, was Ben Duerr mit seiner Stimme zu leisten vermag. Seine unfassbare Fähigkeit, mühelos zwischen tiefsten Gutturals und messerscharfen Screams zu wechseln, ist schlichtweg eine Naturgewalt. Und das gilt keineswegs nur für diese beiden Songs, sondern zieht sich durch das gesamte Repertoire der Band.
Natürlich hätte man sich die eine oder andere Zugabe gewünscht. Angesichts dieser brachialen Stimmgewalt ist es allerdings mehr als verständlich, dass nach über einer Stunde Show irgendwann auch die stimmlichen Reserven zur Neige gehen. So blieb als finale Zugabe lediglich „Malediction“. Doch auch damit sollte der Abend einen würdigen Abschluss finden: Das Publikum drehte noch einmal völlig durch, und eine letzte Wall of Death mündete in einen regelrechten Schweinepogo. Zurück blieben glückliche, aber sichtlich verschwitzte Gesichter. Shadow of Intent haben einmal mehr bewiesen, dass mit ihnen zu rechnen ist und sie zu den herausragenden Live-Bands unserer Zeit gehören.
Setlist
Infinity of Horrors
Flying the Black Flag
Intensified Genocide
They Murdered Sleep
The Migrant
Feeding the Meatgrinder
The Heretic Prevails
Barren and Breathless Macrocosm
From Ruin… We Rise
Apocalypse Canvas
The Facets of Propaganda
Imperium Delirium
Malediction
Shadow auf Tour 2027 – 10-jähriges Jubiläum des Albums „Reclaimer”
Nachdem die Hallentournee somit im Oktober erfolgreich abgeschlossen wurde, zieht es Shadow of Intent im Sommer 2027 zurück nach Europa. Für August 2027 hat die Band bereits eine ganze Reihe hochkarätiger Auftritte bei einigen der größten europäischen Metal-Festivals bestätigt, darunter auch das legendäre Wacken Open Air.
Doch Shadow of Intent werden nicht einfach einen Querschnitt ihrer Diskografie präsentieren, sondern den Fokus auf ihr zweites Album „Reclaimer“ legen. Das verspricht ein absolutes Fest für alle Fans!
Alle bisher bestätigten Shows findet ihr weiter unten. Es ist davon auszugehen, dass im Laufe der kommenden Monate weitere Termine hinzukommen werden.
• Wacken Open Air (Wacken, Deutschland – 28. bis 31. Juli 2027)
• Brutal Assault (Jaroměř, Tschechien – 04. bis 07. August 2027)
• Leyendas Del Rock (Villena, Spanien – 11. bis 14. August 2027)
• Reload Festival (Sulingen, Deutschland – 12. bis 14. August 2027)
• Summer Breeze Open Air (Dinkelsbühl, Deutschland – 18. bis 21. August 2027)
• Motocultor Festival (Carhaix, Frankreich – 19. bis 22. August 2027)
• Rock The Lakes (Cudrefin, Schweiz – 20. bis 22. August 2027)
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Bildnachweis: Shadow of Intent – Bandcamp, Impericon.
