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    thrown – „UNWANTED“ (VÖ: 06.11.2026)

    By LuckyNovember 6, 2026

    thrown – „Unwanted“ (VÖ: 06.11.2026)

    Die schwedische Nu-Metalcore-Band thrown haut erneut ordentlich auf den Putz! Mit ihrem erst zweiten Studioalbum „UNWANTED“ präsentieren die noch recht jungen Schweden ein kraftvolles Werk, das sich keineswegs verstecken muss und an den Erfolg ihres starken Debütalbums anknüpfen möchte.

    Doch gelingt der Band dieser nächste große Schritt? Können thrown die hohen Erwartungen erfüllen und ihren bisherigen Erfolgskurs fortsetzen? Oder wollen die Schweden vielleicht zu viel auf einmal und verlieren dabei ein Stück ihrer eigenen Identität? Wir haben die Antworten!

    Lest hier unsere ausführliche Review zum neuen Silberling. Denn Moshpit Passion hat für euch den Moshcheck gemacht!

    Ein brutaler Schlag mitten in die Fresse!

    Die Schweden beginnen ihren zweiten Streich mit dem Opener „critic“. Bereits die ersten Sekunden sorgen mit einem eingängigen, beinahe hypnotischen Beat für Aufmerksamkeit. Inhaltlich rechnet Frontmann Marcus Lundqvist mit Menschen ab, die lieber über andere urteilen, als sich ihren eigenen Problemen zu stellen. Musikalisch überrascht der Opener zunächst mit einer eingängigen Gitarrenmelodie, bevor tiefgestimmte Riffs, ein brachialer Bass und massive Breakdowns die volle Wucht der Schweden entfesseln. Ein kompromissloser Einstieg, der sofort klarmacht, dass thrown auch auf ihrem zweiten Album keine Gefangenen machen.

    So geht es mit „don’t be fooled“ Schlag auf Schlag weiter. Die Energie, die die Band aus Malmö entfesselt, ist greifbar. Der Song ist ein reines Breakdown-Gewitter und eine pure Freude für die Hardcore-Kids unter uns. Inhaltlich dominieren düstere Gedanken, Selbstzweifel und eine beinahe resignierende Hoffnungslosigkeit. Die Jungs wirken so richtig „angepisst“ und lassen dies in ihrer Musik aufgehen. Musikalisch treffen tiefgestimmte Gitarren auf drückende Grooves, aggressive Shouts und markante Rhythmuswechsel. Dabei blitzen immer wieder die charakteristischen Hip-Hop-Einflüsse der Schweden auf, bevor ein wuchtiges Outro den knapp zweiminütigen Track zum Abschluss bringt. Hier haben wir leider auch schon den ersten „Kritikpunkt“: Warum sind die Songs immer so relativ kurz gehalten? Denn auch wenn die Songs ohne Ende scheppern, wirken sie im Nachgang nicht vollständig ausgereift. Aber dies scheint bei den Jungs gewollt zu sein.

    Doch da Kritik anscheinend ja eh „ungewollt“ ist, springen wir zum Titeltrack der Scheibe. Mit „unwanted“ richten thrown ihre aufgestaute Wut erstmals auf diesem Album gegen sich selbst. Schuldgefühle, Selbstzweifel und die schmerzhafte Erkenntnis, für das eigene Scheitern verantwortlich zu sein, bestimmen den lyrischen Inhalt. Musikalisch präsentieren sich die Schweden etwas melodischer und eingängiger, ohne dabei auch nur einen Funken ihrer brachialen Härte einzubüßen. Drückende Beats, tiefgestimmte Gitarren und ein markanter Refrain treffen auf aggressive Shouts. Der Breakdown, der mit der Textpassage „What the actual fuck!“ eingeläutet wird, ist ein pures Gedicht.

    Klanggewordene Abrissbirne

    Der nächste Leckerbissen hört auf den Namen „rehearsed“. In dem Song beschäftigen sich thrown mit emotionalen Verletzungen, einem zerstörten Selbstwertgefühl und dem Versuch, die eigenen Gefühle zu unterdrücken. Damit spricht Marcus Lundqvist mir zum Teil aus der Seele. Viele von uns werden das Gefühl kennen, dass man manchmal einfach auf Autopilot schaltet, obwohl man sich eigentlich den schweren emotionalen Themen des Lebens stellen sollte. Doch zurück zu den musikalischen Aspekten. Bereits beim vierten Track des neuen Silberlings ist ein Muster zu erkennen. Die Schweden setzen auf markante Gitarrenmelodien. Diese stehen bei „rehearsed“im Vordergrund und werden durch die für thrown typischen Übergänge zwischen elektronisch anmutenden Beats und einem massiven Schlagzeugsound unterstützt, sodass eine starke Dynamik entsteht.

    Aber die Schwedem können thematisch auch mehr als Selbstzweifel und Melancholie. Dies beweist der Track „doing great“. Hier stehen inhaltlich der eigene Erfolg und die Genugtuung im Mittelpunkt, allen Kritikern zum Trotz den eigenen Weg gegangen zu sein. Musikalisch beginnt der Song mit einer bedrohlichen Atmosphäre, bevor drückende Nu-Metal-Grooves, markante Sprechgesangspassagen und die tiefgestimmten Gitarren das Kommando übernehmen. Der kraftvolle Refrain sorgt für zusätzliche Eingängigkeit, während massive Breakdowns zum Ende hin noch einmal die volle Durchschlagskraft der Männer demonstrieren. Einer der abwechslungsreicheren Songs des Albums. Aber auch hier mit nur 2:19 Minuten leider einfach zu kurz. Doch leider bleibt dieser Kritikpunkt auch weiterhin bestehen und die Songs werden zum Teil noch kürzer gehalten. Dadurch wirken viele Songs auf „UNWANTED“ nicht richtig zu Ende gedacht, aber auch etwas Positives lässt sich darin finden. So kommt keine Langeweile auf, das Album wirkt dynamisch und hat nun wirklich keinen Schnickschnack, geschweige denn Längen. Doch weiter im Text.

    Nun ist „type of way“ dran. Mit voller Wucht wird das Gaspedal durchgedrückt oder sagen wir besser: Eine Achterbahn ballert dich in wenigen Sekunden auf Höchstgeschwindigkeit. So fühlt sich der Song nämlich an. Eine fast schon bedrohlich wirkende Bassline eröffnet den Song, bevor aggressive Shouts, rasante Rap-Passagen und tiefgestimmte Gitarren für mächtig Druck im Ärmelkanal sorgen. Die ausgeprägten Nu-Metal-Einflüsse der Schweden wirken für mich noch einen Ticken deftiger, als dies noch auf dem Debütalbum der Fall war. Auch wenn die Hip-Hop-Einflüsse stärker in den Vordergrund rücken, verlieren thrown nicht ihre charakteristische Härte. Dies gefällt sehr!

    Das absolute Highlight ist der nachfolgende Track „off“. Die Malmöer drehen auf, und das so richtig. Der Track kann als absolute Abrissbirne bezeichnet werden, auch wenn er zunächst unscheinbar wirkt. Das Tempo wird erst einmal völlig heruntergeschraubt, nur damit die Band in den folgenden Sekunden alles, aber auch wirklich alles aus sich herausholt. Zum Teil wirkt die Nummer wie eine Beatdown-Hymne für die knallharten Fighter im Moshpit. Allein der Gedanke, wie zu dem Song Hunderte Leute völlig ausrasten und alles nach vorne schmeißen werden, erfreut das Gemüt. Zum Glück lässt die neue Tour nicht lange auf sich warten. Denn diese beginnt bereits Anfang Dezember bei uns in Europa. Thematisch geht es um emotionale Distanz, innere Leere und das Bedürfnis, sich von belastenden Menschen oder Situationen abzukapseln. Zumindest ist das meine bescheidene Interpretation.

    Machen wir weiter mit „split“. Der Song wurde bereits im Vorfeld veröffentlicht, und das zu Recht. Denn „split“ gehört für mich zu den besten Songs der Platte. Vor allem die Textzeile „split my head in two“ („Spalte meinen Kopf in zwei“) bleibt dabei passenderweise im Kopf hängen. Die Zeile steht sinnbildlich für die extreme mentale Belastung und den verzweifelten Wunsch, den eigenen Gedanken endlich entkommen zu können. Doch dieser musikalischen Machtdemonstration kann man sich kaum entziehen. Die brachiale, nahezu durchgängige Härte zieht einen immer wieder in ihren Bann. Zumindest ergeht es mir so, und deshalb würdige ich den Song als einen intensiven Nackenbrecher.

    Mit „hard times“, dem neunten Track auf „UNWANTED“, widmen sich die Schweden erneut einer ernsten und emotionalen Thematik. Derjenige unter uns, der das Gefühl einer durchlebten schweren Zeit nicht kennt, der werfe den ersten Stein. Auch dieser Track fügt sich in den kompakten, aggressiven Sound des Albums ein. Die für thrown charakteristische Kombination aus Hardcore-Aggression, Metalcore-Härte und Nu-Metal-Grooves prägt den Gesamtsound von „UNWANTED“. Das Klangbild bewegt sich irgendwo zwischen Limp Bizkit, Emmure und Chelsea Grin. Freunde dieser Bands kommen hier voll auf ihre Kosten. Aber auch an Slipknots „Iowa“ musste ich stellenweise denken – weniger wegen der direkten musikalischen Ähnlichkeit, sondern aufgrund der Hip-Hop-Rhythmen, der rohen Aggressivität und des teilweise beklemmenden Sounds. Bombensong!

    Kurz, brutal, gnadenlos!

    Das folgende „bare minimum“ läutet langsam (leider) das Ende des Albums ein. Frontmann Marcus Lundqvist hat im Interview mit Kerrang! erklärt, dass der Song bewusst mehrere Deutungen zulässt. Einerseits kann es darum gehen, in einer Freundschaft oder Beziehung nur das absolute Minimum zu geben. Andererseits spielt der Titel auf den minimalistischen Songwriting-Ansatz von thrown an: kurze Songs, wenig Ausschmückung und maximale Wirkung. Doch letztere Interpretation bietet einen interessanten Ansatz für eine kritische Betrachtung: Sind die extrem kurzen Songs die größte Stärke von thrown oder verschenkt die Band dadurch musikalisches Potenzial? Da bin ich etwas hin- und hergerissen. Würde aber nach längerem Überlegen von verschenktem Potenzial sprechen. Gerade weil thrown so unfassbar tight klingen, ist es fast schon ärgerlich, dass sie ihren Songs nicht gelegentlich etwas mehr Raum zur Entfaltung gönnen. Keiner erwartet Songlängen von über vier bis fünf Minuten, geschweige denn Iron-Maiden-Kurzgeschichten, aber come on … etwas länger als 1:11 Minuten muss doch drin sein, oder?

    Mit „subpar“ setzen thrown einen ebenso selbstbewussten wie brachialen Schlusspunkt unter ihr zweites Studioalbum. Inhaltlich richtet sich die Wut gegen Nachahmer, die verzweifelt versuchen, an das Original heranzureichen. Musikalisch dominieren ein tonnenschweres Bassfundament, tiefgestimmte Gitarren und aggressive Shouts, die immer wieder in rhythmische Rap-Passagen übergehen. Elektronisch anmutende Beats und eingängige Grooves sorgen für zusätzliche Dynamik. Nach gerade einmal 99 Sekunden ist Schluss und die Schweden verabschieden sich mit einer letzten musikalischen Kampfansage und einem ganz klaren: „Fuck You!“ Der markante Schlusspunkt sitzt, und wer bis dahin immer noch keine Nackenschmerzen vom ständigen Headbangen hat, der hat definitiv etwas falsch gemacht. Grandioser Abschluss einer bemerkenswerten Platte.

    Fazit

    Mit „UNWANTED“ beweisen thrown eindrucksvoll, dass sie auch mit ihrem zweiten Studioalbum zu den spannendsten Vertretern des modernen Nu Metalcore gehören. Die Schweden liefern ein kompromissloses Brett ab, das mit tonnenschweren Riffs, brutalen Breakdowns, drückenden Grooves und einer nahezu perfekten Produktion alles niederwalzt, was sich ihm in den Weg stellt. Dabei gelingt es der Band, ihre charakteristische Härte mit elektronischen Elementen und einer ordentlichen Portion Hip-Hop zu verbinden, ohne dabei an Authentizität einzubüßen.

    Doch bei aller Begeisterung bleibt ein kleiner Wermutstropfen: die teilweise absurd kurzen Spielzeiten. Natürlich ist es beeindruckend, wie viel Energie thrown in gerade einmal ein bis zwei Minuten packen können. Dennoch entsteht immer wieder das Gefühl, dass einige Songs ihr volles Potenzial gar nicht erst entfalten dürfen. Gerade weil die Schweden musikalisch so unfassbar tight agieren, wäre hier und da etwas mehr Mut zu längeren Arrangements durchaus wünschenswert gewesen. Auch die eine oder andere Überraschung hätte dem Album sicherlich gutgetan.

    Unterm Strich ist „UNWANTED“ dennoch eine verdammt starke Platte, die vor Energie, Wut und Spielfreude nur so strotzt. thrown erfinden das bekannte Rad zwar nicht neu, lassen es aber mit einer derartigen Wucht rollen, dass einem beinahe Hören und Sehen vergeht. Wer auf brachialen Metalcore mit ausgeprägten Nu-Metal-Einflüssen steht, kommt an diesem Album kaum vorbei. 21 Minuten kontrollierte Eskalation, die ordentlich Nackenschmerzen hinterlassen. Nur eines bleibt am Ende wirklich unerwünscht: dass der Spaß schon wieder vorbei ist!

    Anspieltipps : „unwanted“ , „off“ & „hard times“

    Ich vergebe „UNWANTED“ 8 von 10 möglichen Punkten!

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    Bildnachweis: Arising Empire, Arising Empire.

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