Venom mit „Into Oblivion“ (VÖ:01.05.2026)
Am 01.05.2026 erschien das neuste Studioalbum der Black Metaller um Bandkopf Chronos. Mit „Into Oblivion“ erscheint das nun mehr 16. Studioalbum der englischen Legende. Das Album erscheint über Noise/BMG Records. Seit 1979 dreht Venom nun schon seine Runden um den Globus. 2026 wollen sie es noch einmal wissen und gaben sich im Vorfeld sehr selbstbewusst. Doch wie klingt die neue Scheibe? Wir haben für euch den Moshcheck gemacht!
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Die Black Metal Legende ist zurück!
Venom bedarf eigentlich keiner Vorstellung. Seit ihrer Gründung 1979 in Newcastle ebneten sie den Weg für Extreme Metal und schufen ihr eigenes Genre: Black Metal. Dieses ist heute wohl populärer denn je und ihr Einfluss als Begründer ist nach wie vor enorm.
„Into Oblivion“ ist Venoms sechzehntes Studioalbum und präsentiert die langjährige Besetzung mit Cronos (Bass/Gesang und Gründungsmitglied), Rage (Gitarre) und Dante (Schlagzeug). Es sind ihre ersten neuen Aufnahmen seit „Storm The Gates“ aus dem Jahr 2018. „Into Oblivion“ umfasst dreizehn Songs im typischen Venom-Stil: heavy, düster und eingängig.
Grooviger Einstieg
Das Album beginnt direkt mit dem Titeltrack „Into Oblivion“. Dantes Schlagzeugspiel baut sich zunächst langsam auf, bis Chronos und Rage dazustoßen. Der Opener groovt total und schreit nach Oldschool-Venom. Dabei wirkt er fast schon leicht trashig. Mich konnte der Track direkt abholen, und auch der Sound gefällt mir – vor allem der Klang des Schlagzeugs. Klangen Venom je besser?
Es folgt „Lay Down Your Soul“. Der Track stellte die erste Singleveröffentlichung dar und kann nach wie vor überzeugen. Der Song geht gut nach vorne und klingt angenehm rotzig. Der unverkennbare Soundmix aus Heavy Metal, Black Metal (erste Welle) und einer Prise Punk klingt auch nach 47 Jahren Bandgeschichte noch immer fett.
Dunkele Propheten
Der dritte Song „Nevermore“ nimmt dem Einstieg etwas die Würze. „Nevermore“ drosselt das Tempo spürbar und fällt im Vergleich zu den ersten beiden Tracks etwas ab – auch wenn die Lyrics durchaus überzeugen. Dennoch ein solider Song. Viel besser gefällt mir da wieder „Man & Beast“. Der Song kann mit seinem Riffing auf ganzer Linie überzeugen, und wer könnte ikonische Passagen wie „Fuck in hell“ oder „God is dead“ besser singen als Chronos?
Dabei finden sich auf dem gesamten Album immer wieder zornige Textzeilen. Venom klangen stellenweise schon lange nicht mehr so angepisst – und das tut dem Album auf jeden Fall gut. Die Songs wirken dadurch frisch. Ein gutes Beispiel ist „Death the Leveller“. Der Song trieft vor 80er-Jahre-Heavy-Metal-Vibes und klingt dennoch modern. Der Tempo-Track erinnert rein musikalisch stark an den Sound von Lemmy und Motörhead – allerdings im typischen Venom-Gewand. Eine richtig geile Nummer!
Weiter geht’s mit „As Above So Below“. Der Song kommt wieder etwas düsterer daher, überzeugt aber ebenfalls durch das Zusammenspiel der Band. Er lädt zum Headbangen und Aufdrehen ein. Beeindruckend, wie die Engländer ab der Mitte des Songs noch einmal richtig aufdrehen – bisher der stärkste Track auf dem Album.
Aber auch „Kicked Outta Hell“ hat seine Stärken. Die zweite Vorab-Single von „Into Oblivion“ glänzt erneut mit ordentlich Tempo. Darüber hinaus gibt es eine kleine Hommage an Iron Maiden sowie angriffslustige Lyrics gegen Satan. Der Track erinnert stellenweise an „Black Metal“ von 1982.
Metal Bloody Metal
Der Rest des Albums plätschert dann allerdings etwas dahin. Tracks wie „Legend“ oder „Live Loud“ haben zwar ihre Momente, aber hier geht die „Pissigkeit“ vom Anfang verloren. „Dogs of War“ hingegen funktioniert für mich überhaupt nicht und stört sogar den Fluss des Albums. Dabei vereinte der vorherige Track „Metal Bloody Metal“ noch einmal alles, wofür Venom stehen: eingängige Riffs, soliden Black-Metal-Rock’n’Roll und diese „Scheiß-auf-alles“-Attitüde. Auch der Chorus verlangt geradezu danach, mitgebrüllt zu werden.
Aber hat man das nicht alles schon einmal gehört – zum Teil sogar von den Herren selbst? Nehmen wir den vorletzten Track „Deathwitch“: eigentlich ein klassischer, typischer Venom-Song. Doch er wirkt halbherzig und erinnert stark an die letzten Alben „Storm the Gates“ und „From the Very Depths“. Böse Zungen werfen der Band ja schon seit Jahren vor, nur noch eine Kopie ihrer selbst zu sein – beziehungsweise eher die Selbstdarstellung von Chronos.
Auch das Finale mit „Unholy Mother“ schwimmt für mich im gleichen Fahrwasser. Wer hier einen Track wie „In League with Satan“ erwartet, wird enttäuscht. Zwar funktioniert der Song für mich wieder etwas besser, aber auch hier fehlt das hasserfüllte, schwarze Herz – vor allem aber die gewisse Grundaggressivität wie in der ersten Hälfte von „Into Oblivion“. So klingt die die zweite Hälfte nicht mehr frisch.
Nach knapp 43 Minuten endet das 16. Studioalbum und lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück.
Fazit
Beim Fazit tue ich mich etwas schwer. Einerseits gefällt mir „Into Oblivion“ wirklich gut. Vor allem die erste Hälfte des Albums mit Songs wie dem Titeltrack oder dem Knaller „Death the Leveller“ kann voll überzeugen. Hier scheppert das Album ordentlich und macht richtig Spaß. Auch produktionstechnisch empfinde ich es als eines der hochwertigsten Alben von Venom. Im Vergleich zu den beiden Vorgängern „Storm the Gates“ und „From the Very Depths“ hatten die Herren um Chronos hörbar wieder mehr Lust, ein Album zu machen.
Andererseits lässt die zweite Hälfte Erinnerungen an eben diese Halbherzigkeit der letzten Werke aufkommen. Hier fehlt mir das gewisse Etwas – und vor allem die schwarze Seele. Teilweise wirkt es so, als würde sich die Band nur noch selbst zitieren.
Am Ende des Tages bleibt „Into Oblivion“ aber ein solides Venom-Album, das insgesamt wieder deutlich besser gefällt. Natürlich lassen sich einige Kritikpunkte finden, wenn man danach sucht – man kann aber genauso gut seinen Spaß am mittlerweile sechzehnten Studioalbum haben.
Ich vergebe daher 6 von 10 Punkten.
Cover & Tracklist
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1. Into Oblivion
2. Lay Down Your Soul
3. Nevermore
4. Man & Beast
5. Death The Leveller
6. As Above So Below
7. Kicked Outta Hell
8. Legend
9. Live Loud
10. Metal Bloody Metal
11. Dogs Of War
12. Deathwitch
13. Unholy Mother
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Bildnachweis: BMG / Noise Records, BMG Rights Management GmbH.
