Yoth Iria – Gone With The Devil (VÖ 08.05.2026)
„Dieses Mal sind wir mit der klaren Absicht ins Studio gegangen, ein Meilenstein-Album für die Band zu erschaffen.“
Ob das ein Meilenstein für die Band wird, kann ich jetzt noch nicht beurteilen. Yoth Iria liefern mit „Gone With The Devil“ schon mal ein solides Album ab. Es wirkt durchdacht, aber auch düsterer.
Starke Songs statt bloßer Atmosphäre
Der Sound wirkt erweitert um klassische Heavy-Metal-Harmonien, dezente Folk-Elemente. Der leicht psychedelischer Unterton sorgt für Abwechslung. Das ist aber kein wilder Stilbruch. Gerade die Gitarrenarbeit sticht heraus: eingängige Leads treffen auf klassische Riffstrukturen, die sich schnell im Kopf festsetzen. Das wirkt stellenweise fast „old school“, aber nie altbacken.

Mit „Dare To Rebel“ startet das Album überraschend zugänglich. Eingängige Heavy Metal Harmonien, treibende Rhythmen und epische Wiking Vibes. Viele Tracks bewegen sich im Midtempo-Bereich, was den Melodien erlaubt, sich zu entfalten. Das war schon auf „Blazing Inferno“ angedeutet, wird hier aber konsequenter umgesetzt.
Die Songs auf „Gone With The Devil“ zeigen eine deutlich ausgearbeitete Mischung aus klassischem Hellenic Black Metal, melodischer Eingängigkeit und atmosphärischen Details. Besonders hervorzuheben ist „3AM“, das mit einem deutlichen Gothic-Einschlag arbeitet: melancholische Gitarrenlinien, ein schleppendes Tempo und eine leicht nostalgische Stimmung, die Erinnerungen an frühere Zeiten wachruft und dem Song eine emotionale Tiefe verleiht.
„Blessed Be Who Enters“ geht einen anderen Weg und wirkt stellenweise fast wie eine Hommage an klassischen, treibenden Metal im Stil von Amon Amarth – mit stampfendem Rhythmus, markanten Riffs und einer sehr eingängigen Struktur, die sofort im Ohr bleibt und live gut funktionieren dürfte.
„The Blind Eye Of Antichrist“ setzt dagegen stärker auf Dynamik und Kontraste: besonders die Blastbeat-Passagen wirken gut, während ein auffälliger Kirchenchor im Mittelteil dem Song eine bedrohliche Note verleiht. Insgesamt leben die Stücke von diesem Wechselspiel aus Melodie, Atmosphäre und gezielter Härte, wodurch das Album abwechslungsreich rüber kommt.
Geschlossen und überzeugend
Mit „Gone With The Devil“ liefern Yoth Iria ein geschlossenes und überzeugendstes Album ab. Die Band schafft es, sich auf die Stärken der ersten Alben zu beziehen und gleichzeitig neue Akzente zu setzen.
Ich habe bei 3am tatsächlich Erinnerungen an Wolfsheim (The Sparrows and the Nightingales) aus den 90ern, obwohl das im Prinzip nichts mit Metal zu tun hat. Das finde ich sehr gut, weil ich das völlig vergessene Lied jetzt wieder mal höre.
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Bildnachweis: Metal Blade Records, Metal Blade Records.
