Biffy Clyro
Heute ist das erste Deutschlandkonzert der Europatour von Biffy Clyro. Als Support hat man Bartees Strange mit an Bord. Der Sänger kommt allein auf die Bühne und gibt sein Konzert sitzend auf einem Hocker, umrandet von einigen Gitarren. Eine gute halbe Stunde gibt es eine Mischung aus Rock, Folk und R&B. Aber die Leute sind natürlich für etwas ganz anderes erschienen: natürlich Biffy Clyro.
Mon the Biff!
Die legen dann auch mit einiger Verspätung gegenüber der Ankündigung um 20:50 Uhr los. „A Little Love“ vom neuen Album „Futique“ ist der Opener, und „Hunting Season“ kommt sofort hinterher. Mein Gott – von der ersten Minute an spürt man, wie sehr das Publikum Bock auf den Auftritt hat. Mitgesungen wird von Beginn an.
Die Bühne ist als vielschichtige Landschaft angelegt: Treppen führen zu unterschiedlich hohen Podesten, ausgestattet mit Mikrofonständern, die im Verlauf des Konzerts von verschiedenen Bandmitgliedern und Tourmusikern bespielt werden. Lediglich die langjährigen Tourmusiker Mike Vennart an der Gitarre und Richard Ingram am Klavier bleiben an diesem Abend durchgehend an ihren festen Positionen.
Changes
Auch zwei Violinistinnen sind heute mit dabei und geben dem Sound noch das gewisse Etwas. Bassist James Johnston, Bruder von Ben am Schlagzeug, kann leider nicht dabei sein. Er hat gesundheitliche Probleme, die er erst einmal auskurieren möchte. Für ihn eingesprungen ist Naomi Macleod, die auch mit Simon und Mike in der Band „Empire State Bastard“ spielt. Bleibt alles in der Familie. Simon Neil flippt wie eh und je mit der Gitarre über die Bühne und singt aus voller Seele. Das ist Emotion pur. Auch der Band sieht man an, dass sie heiß auf den Auftritt ist.
![]()
Weiter geht’s mit „That Golden Rule“ und „Who’s Got a Match“. Zwei härtere Nummern aus älteren Zeiten. Die Zuschauer kennen kein Halten mehr. Die ausverkaufte Mitsubishi Halle in Düsseldorf steht mächtig unter Dampf. Da wackelt selbst die Tribüne hinten in der Halle. Mit „Space“ und „Goodbye“ sind auch neuere, ruhige Stücke dabei, die eine sehr ergreifende Stimmung hervorrufen. „Friendshipping“ ist James gewidmet. Könnte passender nicht sein. Ich denke, das wird das erste Mal sein, dass die drei Hauptbandmitglieder nicht gemeinsam auf einer Bühne stehen.
Best-of
Insgesamt ist der Abend ein absolutes Best-of, angereichert mit neuen Songs, die sich nahtlos in die Klassiker einfügen. Für mich so etwas wie Instant-Klassiker.
„Machines“ kommt als Acoustic-Nummer daher. Nur Simon und Ben tauchen nach kurzem Dunkel, sitzend auf der Showtreppe, auf. Gänsehautatmosphäre. Mit ebensolcher Atmo lässt Biffy Clyro uns mit dem letzten Song von der Angel: „Many of Horror“. Alle singen lauthals mit, die Halle bebt. Was für ein fabelhafter Auftritt von Biffy Clyro. Das könnte ich mir jeden Tag ansehen. Respekt und Hut ab.
Mit „We are Biffy Fucking Clyro“ verabschiedet uns Simon in die Nacht. Beim nächsten Mal bin ich wieder dabei. Einfach nur großartig.
Setlist
A Little Love
Hunting Season
That Golden Rule
Who’s Got a Match?
Shot One
Space
Wolves of Winter
Tiny Indoor Fireworks
Goodbye
Friendshipping
Biblical
A Thousand and One
Different People
A Hunger in Your Haunt
Black Chandelier
Instant History
Two People in Love
Mountains
Machines (Acoustic)
The Captain
Living Is a Problem Because Everything Dies
Bubbles
Many of Horror
Fotos Biffy Clyro
Fotos Bartees Strange
Bildnachweis: Karsten Frölich.
