Babymetal – „Metal Galaxy“ (VÖ: 11.10.2019)

Babymetal – „Metal Galaxy“ (VÖ: 11.10.2019)

Oktober 11, 2019 Aus Von Deku

Babymetal – „Metal Galaxy“ (VÖ: 11.10.)

Babymetal – „Metal Galaxy“ – Am Freitag, den 11.10. erscheint „Metal Galaxy“, das dritte Studioalbum der japanischen Metal-Idol-Band Babymetal und wir werfen gemeinsam einen Blick auf die neue Platte. Mit einem Mix aus Speed-, Death– und Black Metal, gepaart mit J-Pop Vocals fasziniert die Band ein weltweites Publikum. Neben mehreren Welt-Tourneen supportete Babymetal außerdem Künstler wie Metallica, Korn oder Guns N’ Roses und erlangte damit große Aufmerksamkeit im Metal-Mainstream. Wir wollen gemeinsam einen Blick auf „Metal Galaxy“ werfen und herausfinden, was die neuste Platte der japanischen Metalgruppe so kann!

Infos zur Band: Kawaii Metal erobert die Welt

Euch ist Babymetal kein Begriff? Dann gibt es hier ein paar Infos zur Band: Babymetal setzt sich aus den beiden Sängerinnen und Tänzerinnen Suzuka Nakamoto (Su-Metal) und Moa Kikuchi (Moametal) und ihrer Begleitband namens Kami Band zusammen. Der Musikstil ist einfach gesagt ein Crossover-Mix aus J-Pop und Speed-, Death und Black Metal. Ebenfalls enthalten viele Songs Elektro-, Synth– oder teils auch Technoelemente. Die Frontsängerinnen Su-Metal und Moametal performen eine zumeist anspruchsvolle Choreografie, singen dazu im J-Pop-Stil und werden musikalisch mit reinstem „Hau-Drauf-Metal“ begleitet. Der daraus entstandene Genre-Begriff „Kawaii Metal“ (jap. kawaii, dt. niedlich, süß) beschreibt perfekt den Stil der Band und zeigt den Kontrast von J-Pop und Metal auf. Hier gibt es den Track „Karate“, um einen Eindruck von Kawaii Metal zu bekommen:

Die Gruppe wurde 2010 von einer Talentagentur gegründet und war ursprünglich eine Sub-Gruppe der J-Pop-Band Sakura Gakuin. Ab 2013 kristallisierte sich daraus Babymetal. Nachdem die Band unter dem Major-Label BMD Fox Records mehrere Singles veröffentlichte, erschien 2014 ihr erstes Album mit dem Namen „Babymetal“. Nach erfolgreichen Tourneen und einer ansteigenden Social-Media-Präsenz veröffentlichte Babymetal 2016 ihre zweite Platte „Metal Resistance“. Auch mit diesem Album blieb der Erfolg nicht aus und es folgten weitere Welt-Tourneen und Support-Konzerte mit Bands wie Metallica, Guns N’ Roses, Sabaton, Red Hot Chilli Peppers und Korn. Neben einigen Live-CD’s und DVD’s erscheint nun drei Jahre nach ihrem letzten Studioalbum ihre neuste Platte „Metal Galaxy“. Wir werfen einen Blick auf den Sound, die Lyrics und die Performance des Albums!

links: Su-Metal, rechts: Moametal

Sound – Zwischen hartem Metal, schwerelosem Pop und internationalen Klängen

Im Vergleich zu den beiden vorherigen Alben ist „Metal Galaxy“ die wohl experimentellste Platte der Band. Während „Babymetal“ (2014) aus einem guten 50/50 Mix aus Elektro-Pop und Metal bestand, widmete sich „Metal Resistance“ (2016) größtenteils dem klassischen Metal-Sound und bestand aus eher episch geschriebenen Metal-Songs. „Metal Galaxy“ geht einen Schritt weiter. Neben klassischen Speed– und Death-Metal-Elementen („Distortion“, „Arkadia“) probiert die Band andere Musikstile aus und verseht diese mit dem klassischen Babymetal-Sound. Der vierte Track „Shanti Shanti Shanti“ lehnt sich beispielsweise an indischer Musik an. Gerade der Beat und die traditionell klingenden Instrumente stehen im Vordergrund und werden von den Vocals perfekt untermalen. Ein Bollywood-Flair lässt sich hier einfach nicht leugnen.

Als nächstes geht es Richtung Celtic-Metal. Der fünfte Track „Oh! MAJINAI“ lebt von klassischen Celtic-Folk-Elementen und wird von Dudelsack, Akkordeon und Violinen begleitet. Zusätzlich wird das Stück von schweren Gitarren, Schlagzeug und dessen Double-Bass stark untermalen, sodass der Babymetal-Einfluss hier nicht zu kurz kommt. Desweiteren trägt das Album einige seichtere Stücke wie „DA DA DANCE“, „Elevator Girl“, „Brand New Day“, „Starlight“ oder „Shine“, die eine schwerelose Sound-Note besitzen und melodisch stark betont sind. Im Kontrast dazu steht der bereits erwähnte epische Metal: „Night Night Burn!“, „IN THE NAME OF“, „Distortion“, „Kagerou“ oder „Arkadia“. Der Sound des Albums ist ein ziemlich bunter Mix, der trotz der vielen verschiedenen Sound-Elemente einwandfrei funktioniert.

Texte – Pure Zerstörung, aber alles wird gut!

Die Texte der Songs auf „Metal Galaxy“ sind wie auf den vorherigen Alben größtenteils aus japanischer und englischer Sprache gemixt. Thematisch drehen sich die Lyrics der metallastigen Songs meist um epische Zerstörung („Distortion“) oder behandeln typisch japanische Idol-Pop-Themen wie beim dritten Track „Elevator Girl“. Wir werfen einen kurzen Blick auf diese beiden Songs, damit ihr einen Eindruck von der lyrischen Präsenz des Albums bekommt:

Distortion

[Chorus]

ひずんだ カラダ 叫び出す

(It’s so distorted, my body is screaming)
wow wow wow wow
ひずんだ ギセイ 傷つける

(A distorted sacrifice has disgraced)
キタナイセカイだった

(this filthy world)

ひずんだ コトバ 届くなら

(If my distorted word can be heard)
wow wow wow wow
ひずんだ ネガイ 叶えたい

(I want this distorted wish to come true)
wow wow wow wow-

Can’t burn the power
Is this the Bad Dream?
Can’t break the power
Caught in the Bad Dream

Elevator Girl – English vers. –

[Chorus]

Girl, we’re going up
Girl, we’re going down
See the whole world spin spin spin around
Life can be such a pain in the butt
Going up, going down
Going up, going to Hell, yeah
Its like, oh my gosh
Life’s so scandalous
One day I’m happy, one day I’m a mess
Hang on cause I will never give up
Going up, going down
Going up, going to Hell, yeah

Die Idol-Pop-Schiene ist hier ganz klar zu erkennen. Motivierende Texte nach dem Motto „Hey, alles wird gut!“ und „Nicht aufgeben, auch wenn es Höhen und Tiefen gibt, es wird besser!“, wie im Beispiel von „Elevator Girl“ sind typische Konstrukte des Genres. Auf der anderen Seite wirken die Metal-Lyrics teils schon ironisch performt, da Babymetal durch den Kontrast zwischen J-Pop-Vocals und Metal-Sound mit den typischen Metal-Klischees spielt. Dennoch performt die Band ihre harten musikalischen Werke alles andere als ironisch und zeigt damit, dass sie Metal auf ganz hohem Niveau liefern!

Performance – Das Niveau steigt hoch bis in die nächste Galaxie

Die musikalische Performance von „Metal Galaxy“ ist atemberaubend hoch. Sowohl die gesangliche Leistung von Su-Metal und Moametal, als auch die performance der Begleitmusiker der Kami Band. Su-Metal überzeugt vor allem bei Solo-Stücken wie „Kagerou“, bei dem ihre gesangliche Leistung ganz klar im Vordergrund steht.

(Babymetal performte den Song „Kagerou“ bereits auf mehreren Festivals. Da der Titel des Songs noch nicht bekannt war, wurde er als „TATTOO“ bezeichnet.)

Ebenso merkt man bei jedem einzelnen Track des Albums, dass jedes musikalische Element zusammen funktioniert. Elektro-Pop, Metal, J-Pop, alles wird zusammengeschweißt und zu einem einzigen Meisterwerk ergänzt. Einen großen Beitrag leisten ebenso die Gaststars, die einige Songs des Album featuren. Beispielsweise Tak Matsumoto (berühmter japanischer Gitarrist und Songwriter), Joakim Brodén (Frontsänger bei Sabaton) oder Alissa White-Gluz (Sängerin bei Arch Enemy) liefern ihr Können auf dem neusten Album von Babymetal ab.

Fazit

Babymetal zeigen uns auf ihrer neusten Platte „Metal Galaxy“, dass man sich nicht nur auf ein Genre spezialisieren muss. Die große musikalische Bandbreite fasziniert vom ersten bis zum letzten Track und bedient Fans von seichtem J-Pop bis hartem Metal. Ebenso die Performance und die Inszenierung bieten neben epischen Metal-Hymnen auch Tracks, die einfach zum abgehen animieren und Stimmung machen. Egal ob ihr Metal-Heads, Anime-Otakus oder J-Pop-Fans seid, „Metal Galaxy“ ist eines der exotischsten Werke im Metal- und J-Pop Genre und zeigt, dass Musik keine Grenzen kennt.

Metal Galaxy“ ist ab dem 11.10.2019 als CD, Vinyl oder im Stream verfügbar. Hört auf jeden Fall mal rein, es lohnt sich!

Cover + Tracklist

  1. FUTURE METAL
  2. DA DA DANCE (feat. Tak Matsumoto)
  3. Elevator Girl – English ver. –
  4. Shanti Shanti Shanti
  5. Oh! MAJINAI (feat. Joakim Brodén)
  6. Brand New Day (feat. Tim Henson and Scott LePage)
  7. Night Night Burn!
  8. IN THE NAME OF
  9. Distortion (feat. Alissa White-Gluz)
  10. PA PA YA!! (feat. F.HERO)
  11. Kagerou
  12. Starlight
  13. Shine
  14. Arkadia

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Bildnachweis: Babymetal, Tina Korhonen.