Clint Lowery – Sevendust-Gitarrist im Interview

Clint Lowery – Sevendust-Gitarrist im Interview

Februar 20, 2020 Aus Von Kjo

Clint Lowery – Sevendust-Gitarrist im Interview

Clint Lowery hat Ende Januar ein Soloalbum veröffentlicht. Wir sprachen mit dem Sevendust-Gitarristen über seine Platte “God bless the Renegades”.

Auf ein Wort mit Herrn Lowery

Wie war die Auszeit und Tour mit den Jungs von Seether? In Deutschland hast du in einigen großen Hallen gespielt, welche fast ausverkauft waren. Hat diese Erfahrung neben Sevendust dein Songwriting beeinflusst?

Die Tour mit Seether war sehr interessant. Damit meine ich die Reisen durch unterschiedliche Länder und das Team um die Band herum. Das alles hat meine Liebe zu den europäischen Ländern neu entfacht. Es gibt so viele leidenschaftliche Fans dort. Während der Zeit mit Seether auf Tour habe ich zeitgleich an „All I See is War“ (aktuelles Sevendust Album) geschrieben. Es also eher ein Mix aus beiden Welten und die Zeit half mir 7D zu schätzen.

Wann hast du angefangen die ersten Tracks für dein Solo-Album zu schreiben? Ab wann wusstest du genau, dass ein Track für dieses Projekt geschafft ist und nicht für deine Hauptband?

Hauptsächlich habe ich mein Soloalbum „God bless the Renegades“ sowie die aktuelle Platte mit Sevendust auf Tour verfasst. Das meiste Material unterschied sich deutlich, was für 7D und was für meine Scheibe passen würde. Fakt ist aber, da ich die Hälfte der Songs und den Gesang für meine Hauptband schreibe, wird es immer Überschneidungen geben. Es ist mein Beitrag und Fingerabdruck, welcher sich für mich natürlich anfühlt.

Gibt es für dich gewissen Einflüsse oder Vorbilder, die du beim Schreiben der Texte hast?

Ich liebe Trent Reznor und was er mit seiner Musik erschaffen hat. Auch wenn er nicht als bester Sänger angesehen wird, ist es beeindruckend wie weit er es gesanglich geschafft hat. Textlich gesehen gibt es viele großartige Künstler. Nothingmore zum Beispiel sind eine neue Band und schreiben großartige Lyrics. Dustin von Thrice verfasst seine Texte in einer Art, welche glaubhaft erscheinen und welche ich auch auf mich beziehe.

Vor elf Jahren hast du bereits ein EP unter der Flagge Hallo Demons Meet Skeletons veröffentlicht. Warum machst du damit nicht weiter und wieviel HDMS ist CL?

Um ehrlich zu sein, hatten die Leute Schwierigkeiten diesen Namen sich zu behalten. Irgendwie hat man immer geschafft damit Mist zu machen. Hauptgrund war mit meinem richtigen Namen eine Marke aufzubauen. Natürlich bin ich noch in der Lage alle Songs von den anderen Projekten zu zocken inkl. des neuen Materials. Man kann schon sagen, es ist alles unter dem gleichen Regenschirm gebündelt. Es war nun die Zeit das alles unter meinen Namen zu stecken. HDMS bin ich und es war mein erstes offizielles Soloalbum.

Du hast Michael „Elvis“ Baskette als Produzenten für dein aktuelles Album ausgewählt und deinen Bruder zur HDMS Zeit. Wie sind deren Arbeitsweisen?

Corey (Bruder von Clint) und ich hatten eine besondere spirituelle Verbindung. Er und ich hatten wirklich eine besondere Vision für das Projekt. Diese Erfahrung mit ihm zu teilen war eine besondere Studioerfahrung, die ich immer zu schätzen wissen werde. Die Zusammenarbeit mit Elvis war etwas Besonderes. Er hat eine Methode, die er auf jede Band anwendet mit der er arbeitet. Sein Ingenieur Jeff beherrscht sein Handwerk. Beide sind ein sehr effizientes Team. Er ist ein Rockproduzent! Er versteht die Musikalität von allem und das klangliche Endbild schon in den frühen Stadien.

Welchen Track siehst du von deinem Standpunkt aus als etwas ganz besonderes an und warum?

Am wichtigsten ist für mich der Song „God bless the Renegades“. Jener Song ist eine Wertschätzung an alle, die versuchen sich von den normalen zu unterscheiden und sich treu bleiben.

Ich will über ein paar deiner Tracks sprechen. Kannst du uns die Themen hinter „You go first“, „Alive“ und „Here“ erzählen? Was verbirgt sich hinter den Texten?

„You go First“ ist ein Track über einen bestimmten Sänger, welchen ich geschrieben habe, mit dem ich zusammengespielt habe. Es war sehr schwer sich zurechtzufinden, in seiner Nähe zu sein und immer das Opfer zu spielen. Es ist im Grunde ein Lied über das Zurechtfinden mit dieser extremen Persönlichkeit und darüber, froh zu sein, dass diese Person nicht zu meinem täglichen Leben gehört.

„Alive“ ist recht ähnlich, aber geht über das Tourleben mit Sevendust. Über unsere Karriere, Touren und die dunklen Zeiten, welche wir alle überstanden haben.

„Here“ geht über meine Frau und alles was nötig ist, um mit ihr zusammen zu sein. Egal welchen Weg sie einschlägt! Ride or Die! HAHA

Wann hattest du deinen letzten „Renegade“ Moment? Was ist in dieser Situation passiert und was hast du gemacht?

Ich war ein „Renegade“! Ich meine damit, dass ich Teil einer Kultur war, welche das Gegenteil von einem Sober-Lifestyle supportet. Ich bin spirituell nun an einem Ort, an dem es mir einfach zu langweilig ist. Treu zu sein und eine positive Lebensweise und Fitness zu fördern ist mein Ding und ich bin stolz, ein Anti-Rockstar zu sein.

Du hast für deine Soloplatte ein cooles Artwork. Eine rote verkleidete Person steht im Vordergrund und sechs Menschen im Hintergrund. Insgesamt sieben also. Ähnlich wie deine Hauptband findet man diese Zahl wieder und scheint speziell zu sein. Kannst du uns die Idee hinter dem Cover sagen?

Die Tatsache, dass es 7 Leute gibt ist Zufall. Es wurde nur so gestaltet, um es symmetrisch zu erscheinen. Das Kunstwerk unterstützt den Einzelnen dabei, sich von den anderen abzuheben. Die unterschiedliche Farbe (rot) zeigt eine Rebellenseele an. Bei den anderen sieht man keine Abweichung oder Gefahr. Daher die „Farbe“ weiß.

Kommen wir zur letzten Frage. Kannst du uns eine Moshpit-Story aus deinen jungen Jahren erzählen.

In der Anfangszeit bei Sevendust war es so, dass ich bei jeder Show, die wie irgendwo gespielt haben in den Moshpit gesprungen bin, um mir den Respekt der Leute zu verdienen. Herumgeschubst zu werden und selber Leute herumschubsen, schweißgebadet, zerlegt und teilweise blutig mit den Fans. Es war einfach echt und real. Die Zeiten sind vorbei, da ich nun zu alt dafür bin.

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Bildnachweis: Starkult Promo.