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    Exhumed – Matt Harvey über Unfälle, Horrorfilme und „Red Asphalt“

    By HeikoFebruar 17, 2026

    Exhumed – Matt Harvey über Unfälle, Horrorfilme und „Red Asphalt“

    Matt Harvey ist ein waschechter Tausendsassa. Mit seinem Hauptbaby Exhumed, mit dem er seit 1990 spaßig-brutalen Gore Metal fabriziert, bringt er diese Woche die brandneue Scheibe „Red Asphalt“ heraus. Ein Album inspiriert vom realen und fiktiven Horror des Straßenverkehrs. Wir sprechen über textliche Einflüsse, obskure Perlen des Horrorkinos, blutrünstige Plattencover und vieles mehr.

    Danke für deine Zeit Matt! Ich hoffe es geht dir gut im hoffentlich sonnigen Kalifornien.

    Tatsächlich regnet es, haha. Es gab hier eine Menge Brände. Ich weiß nicht ob man in den Nachrichten in Deutschland viel davon mitbekommt, aber jeden Sommer bis in den Herbst hinein steht der halbe Staat in Flammen. Also können wir eigentlich jeden Regen, den wir kriegen, gut gebrauchen, aber Scheiße ist es trotzdem, haha!

    Ihr habt ein neues Album, „Red Asphalt“, das am 20. Februar erscheint. Ein Album über die Gefahren und das Gore-Potenzial der Straße. Wie seid Ihr auf dieses sehr spezifische Thema für das Album gekommen?

    Es fing an, wir waren auf Tour, ich glaube mit Venom Inc., Acid Witch und Enforced. Ross (Sewage; Bassist/Sänger, Anm.d.A.) hatte sich GWAR angehört. Die haben einen Song namens „The Road Behind“. Der ist ein bisschen wie etwa die Deadpool-Filme, in dem Sinne, dass er sich über etwas lustig macht, aber gleichzeitig genau das Ding ist, über das er sich lustig macht, weißt du? Das ist eine saulustige Straßenballade. Und Ross sagt zu mir „Warum gibt es eigentlich keine Death-Metal-Straßenballade?“ Es gibt all diese Songs wie „Gypsy Road“, „Turn the Page“, „Ramblin’ Man“, „Ramble On“… Die Hälfte aller AC/DC-Songs, hahaha. Aber es gibt einfach keine Death-Metal-Straßensongs, warum ist das so? Ross fragt mich „Wie wäre der Titel?“ und ich sage „Der würde „Red Asphalt“ heißen!“ und wir fanden die Idee lustig.

    Ein paar Wochen später sind wir von Australien nach Los Angeles geflogen und sind zu meinem Studio gefahren. Das liegt zwischen San Francisco und Los Angeles. Wir sind also nach dem 16-stündigen Flug von Sydney nach Los Angeles – jeder hat üblen Jetlag, niemand weiß welchen Tag wir haben – in den Van gestiegen um drei Stunden lang herzufahren. An dem Punkt sind wir alle völlig durch den Wind, und wir fangen an über sowas wie „The Hitcher“ zu quatschen und „wisst ihr noch, der Pinto, der explodierte wenn man hinten reinfuhr?“ und „denkt mal an diese ganzen Fahrschulvideos, in denen gezeigt wird, wie Leute enthauptet werden“, und da wurde uns klar, dass dies das Thema des Albums werden muss. Da waren wir uns alle einig.

    Und natürlich haben wir alle sehr viel Zeit damit verbracht, von einen Punkt zum Nächsten zu kommen. Das sind so 75% des Lebens in einer tourenden Band.

    Was für eine Art von – nennen wir es mal – „Recherche“ und Inspiration fließt in den Schreibprozess solcher Lyrics ein?

    Tatsächlich war es sehr einfach, weil es so viel Scheiß gab, über den man schreiben könnte. Drei von vier von uns wurden schon mal wegen betrunkenem Autofahren verhaftet. Da gibt es also auch Erfahrungen aus dem echten Leben. Damals in den 90ern – was nichts mit Alkohol am Steuer zu tun hatte – waren Ross und ich in einen schweren Autounfall verwickelt. Ich habe gefahren und wir haben uns überschlagen. Als ich realisiert hatte was passiert ist, saß ich kopfüber im Auto.

    Es gibt viel Erfahrung aus erster Hand. Wir waren vor vielen Jahren mal auf Tour mit Soilent Green. Da waren sie in einen schlimmen Van-Crash verwickelt, woraufhin sie einige Monate im Rollstuhl gelandet sind, mit zwei gebrochenen Beinen. Mein Vater wurde von einem betrunkenen Fahrer überfahren als ich ein Kind war und lag im Koma. Es gibt also sehr viel Real-Life-Zeug, das sehr nah lag. Aber abgesehen davon, um es nicht bei dieser Downer-Note zu belassen, gab es auch viele Filme wie „The Hitcher“ und „Mad Max 2“ und ähm… „Road Games“, „Crash!“… „Easy Rider“, „Werewolves on Wheels“. Es gibt dieses ganze Bikerfilm-Genre, in das man eintauchen kann. „Psychomania“, „Angels from Hell“ und so Zeug. Da gab’s eine Menge. Und dann hatten wir noch all diese alten Fahrer-Sicherheits-Filme wie „Signal 30“, „Red Asphalt“, „The Iron Graveyard“. Das waren Filme, die man Fahranfängern in den Staaten gezeigt hat, „Okay, Ihr lernt Autofahren: Hier ist ein Film in dem Menschen verstümmelt, enthauptet und getötet werden, um Euch Angst zu machen, damit Ihr es richtig macht!“.

    Außerdem, „Death on Four Wheels“ handelt vom alten Ford Pinto. Um 12$ pro Autoherstellung zu sparen, haben sie den Benzintank so nah an der Heckstoßstange platziert, dass bei einem Auffahrunfall das Auto explodierte. Es war günstiger die Gerichtsverfahren der Opfer, die bei solchen Unfällen ums Leben gekommen waren, zu bezahlen, als 12$ pro Auto mehr zu investieren, um den Benzintank woanders zu platzieren.

    Als wir also erst einmal angefangen hatten, war es super einfach, weil uns immer neue Sachen eingefallen sind. Es kam also sehr natürlich, und Horrorfilme über die Straße zu finden war auch nicht allzu schwer. Und es hat großen Spaß gemacht, in das ganze Thema einzutauchen. Und ich glaube das ganze Album hat eine starke 70er-Ästhetik. Das war das goldene Zeitalter dieser Biker-Exploitation-Road-Trip-Filme. Und es war als „Mad Max“ startete und all sowas. Es ist ein schmutziger, schmieriger Schleier über diesem Album, was sehr gut passt.

    Apropos schmutzig und schmierig: Ich liebe das Albumcover, welches stark in die Zeiten von „Gore Metal“ zurückgeht. Und ich muss sagen: Der Grund, weswegen ich mir „Gore Metal“ angehört hatte und Fan von Exhumed wurde, war aufgrund des Covers, es hat also einiges richtig gemacht, haha. Ich dachte mir „das sieht so aus, als müsse es eine Menge Spaß machen“ und so es war es auch. Und mit „Red Asphalt“ ist es genauso. Wie ist dieses Albumcover entstanden? Ich glaube es stammt von Ross, oder?

    Yeah! Es ist lustig, ich weiß nicht ob du J-Dawg von Hells Headbangers kennst. Ich kenne die Jungs von Hells Headbangers seit sie Kids waren. Die kamen zu unseren Shows als sie 15 waren haha. Jedenfalls, er hatte ein Interview mit uns geführt und er macht immer seinen Ball-Busting-Scheiß, jedenfalls fragte er mich „Warum habt Ihr nicht mehr diese Gore-Foto-Albencover und all dieses Zeug?“ und es war so, dass Ross damals die Fotografie gemacht hat und nachdem er draußen war, haben wir gedacht „ach, das können wir auch!“. Wir haben dann das „Slaughtercult“-Cover gemacht und ich finde das ist kein gutes Cover. Ich kann das mit Überzeugung sagen, da ich einer der Hauptverantwortlichen dahinter war, hahaha. Dann haben wir gemerkt „es ist tatsächlich ziemlich schwer so ein Foto zu erstellen und zu inszenieren und das Licht richtig zu setzen und so weiter. Also haben wir es danach nicht mehr gemacht. Und dann kam Ross zurück, aber wir haben es einfach so lange nicht mehr gemacht, da kam es uns schlicht nicht mehr in den Sinn so ein Cover zu machen. Als J-Dawg uns das also gefragt hat, meinte ich „Ich denke wir könnten das machen. Warum eigentlich nicht?“. Und mit diesem neuen Album, sobald wir die Idee hatten, war es nicht sofort unser erster Gedanke, aber dann erschien es logisch und offensichtlich. Ich dachte an „Point of Entry“ von Judas Priest. Wenn wir diese Perspektive hinbekommen, aber mit einem Exhumed-Ding im Vordergrund. Ich habe also eine Skizze auf Papier gezeichnet, sie Ross gegeben und er meinte „Yeah, verstanden!“, dann zog er los und hat es umgesetzt. Wir haben immer Tiereingeweide genommen, die man in asiatischen Lebensmittelläden kriegen konnte, auch schon damals in den 90ern. Es ging also sehr zurück zur Art und Weise wie wir es in den 90ern gemacht haben. Nur jetzt mit Ross’ ausgereifteren Erfahrungen in Fotografie und Bildbearbeitung ist es etwas anspruchsvoller. Ich mag die Farbgebung auf dem Album und die Belichtung und so weiter im Vergleich zu „Gore Metal“. Wir haben heute einfach mehr Werkzeuge zur Verfügung.

    Ja, der Unterschied ist wirklich groß. Wenn du dieses Cover („Gore Metal“) heute siehst, welche Emotionen und Erinnerungen weckt es bei dir für diese Zeitperiode und das Album?

    Das Cover selbst bringt mich zum lachen. Wir haben das in meiner alten Wohnung in Gilroy gemacht. Das liegt ein Stück südlich von San Jose hier in Kalifornien. Ross kam vorbei, und ich hatte diesen merkwürdigen Mitbewohner, der ein Freund eines Arbeitskollegen war. Ich habe da gerade seit ein paar Monaten gewohnt, und der Typ war echt ein Creep. Also dachte ich „weißt du was? Ich ziehe aus, scheiß auf den Typen!“. Er dachte seine Freundin würde ihn betrügen und er meinte zu mir „Kannst du meine Freundin ausspionieren während ich weg bin?“ und ich sagte „Nein?! Bist du völlig verrückt? Auf gar keinen Fall!“. Also habe ich beschlossen auszuziehen und was auch immer wir mit dieser Küche anstellen, es ist mir egal. Wir haben natürlich hinterher sauber gemacht, aber ich dachte einfach „Scheiß drauf“. Wir haben allmöglichen Scheiß umhergeschmissen, ich habe mich auf einen Hocker gestellt und habe die Kettensäge gehalten, und Ross hat einige Fotos geschossen. Wir haben Bier getrunken und uns einfach amüsiert. Also das Cover bringt mich zum lachen.

    Die Zeit ist aber mit gemischten Gefühlen verbunden. Wir waren natürlich sehr viel jünger, und es gab damals viele Konflikte in der Band, wie das Album zu sein hat. Ross, Col (Jones; damaliger Schlagzeuger, Anm.d.A.) und ich wollten drei verschiedene Dinge. Was auch dazu führte, dass Ross kurze Zeit später gefeuert wurde, haha. Es sind also gemischte Gefühle. Aber weißt du, am Ende des Tages, mit der Arbeitsbeziehung, die Ross und ich heutzutage haben, und Col ist immer noch einer meiner besten Freunde… deswegen verbinde ich heute einiges mit diesem Album. Und komischerweise, es ist ein sehr ungewöhnliches Album um diesen Ball ins Rollen zu bringen, der all diese Jahre später immer noch weiterrollt. Denn es hat damals sehr viele sehr, sehr schlechte Kritiken bekommen. Es gab sehr viele 1-Stern-Reviews und so. Mittlerweile bin ich da stolz drauf haha.

    Das ist auch ein Erfolg für sich haha.

    Yeah, es ist leicht eine 5 von 10 zu bekommen, aber eine 1 von 10? Das schafft nicht jedes Album.

    Es klingt natürlich völlig kacke, aber ich finde, dass es sehr viel Charme hat. Und Alben aus dieser Zeit, die wie Scheiße klingen, klangen immer noch authentisch und haben diesen menschlichen Faktor, der heutzutage oft fehlt, auch im Death Metal, Brutal Death Metal und so weiter. Aber hier hat man das total. Die involvierten Menschen wussten vielleicht nicht so richtig was sie da tun, aber sie haben trotzdem alles gegeben, um es so gut wie möglich zu machen.

    Das wussten sie absolut nicht, aber sie haben es versucht. Und das hart.

    Zurück zu „Red Asphalt“, gibt es einen Song, der für dich persönlich am meisten heraussticht?

    Es ist komisch mit diesem Album. Normalerweise, wenn wir unser Liveset zusammenstellen… wir wollen immer ein paar Songs vom neuen Album spielen, yada yada yada. Aber diesmal meinte jeder „Oh, den müssen wir spielen!“, „Den sollten auch wir auch spielen!“, „Den Song auch!“. Und ich dachte mir „Huh, jeder scheint echt viel von den Songs zu halten“. Wir wollen so viele ins Liveset packen. Ich denke, die beiden die am meisten für mich herausstechen, sind „Crawling from the Wreckage“, ich denke weil das der erste Song war, den ich für das Album fertiggestellt habe. Und er hat gewissermaßen, zumindest für mich, die Richtung vorgegeben, die ich von dem Album hören wollte. Er hat so einen offenen Groove, ist ziemlich fies und irgendwie ekelhaft. Und der andere Song ist „Symphorophilia“, den hat Sebastian (Phillips; Gitarrist, Anm.d.A.) geschrieben. Ich dachte einfach „Man, das ist echt ein fucking guter Exhumed-Song!“ Ich fühlte mich wie jemand, der nicht in der Band ist und sich einen Exhumed-Song anhört, da ich ihn nicht geschrieben habe und dachte „Oh fuck man, das ist Killer“. Wir haben aber alle ein echt gutes Gefühl mit den meisten Songs auf dem Album, wenn nicht sogar mit allen. Zwischen uns allen gesprochen. Ich denke jeder hat so seine Favoriten, die das ganze Album umfassen.

    Ich habe das Album jetzt bestimmt sechs oder sieben mal gehört und es ist auf jeden Fall ein spaßiges Album und für mich ist wahrscheinlich der dritte Song, „Shock Trauma“ der beste. Ich denke, wenn irgendjemand, aus welchen Gründen auch immer, Zweifel hat, ob Exhumed es immer noch draufhaben, sollte mit dem Song alles klar sein. Der ist einfach heftig.

    Den hat auch Sebastian geschrieben. Es ist echt cool. Auf dem Album hat er zwei Songs geschrieben, Ross hat zwei Songs geschrieben. Und es ist großartig, man weiß, dass jeder etwas eigenes mit einbringen wird, dass sich von meinem Zeug unterscheidet. Es ist eine echt coole Dynamik, dass wir in der Lage sind, uns gegenseitig zu ergänzen. Wir versuchen nicht, acht verschiedene Versionen des gleichen Songs zu schreiben. Ich möchte, dass jeder Song auf dem Album sein eigenes Ding ist und seinen eigenen Raum hat. So erinnert man sich an die Songtitel und kann sie von einander unterscheiden. So sehr ich auch „From Enslavement to Obliteration“ oder so etwas liebe: Song 9 und Song 14 haben exakt den gleichen Zweck. In der neunten Klasse hätte ich dir wahrscheinlich den Namen von jedem einzelnen von ihnen auswendig sagen können. Heute wahrscheinlich nicht mehr. Die sind aber alle geil. Die sind immer noch geil.

    Exhumed haben auch einfach viele verschiedene Dinge über die Jahre gemacht. Man hat das grindige Zeug, das thrashige und auch die mehr melodischen Sachen. Und ich denke hier kommt alles davon zusammen. Und alles von Exhumed steckt irgendwo in diesem Album drin.

    Cool!

    Besonders mit einem Album wie „Horror“, aber auch mit diesem hier: Horrorfilme und Exhumed gehen irgendwie Hand in Hand. Deswegen, was sind ein paar deiner liebsten Horrorfilme? Aller Zeiten und aus den letzten Jahren.

    Aller Zeiten… das hat sich nie wirklich geändert seit den frühen Tagen der Band. Ich liebe „Re-Animator“, das ist wahrscheinlich mein aller-allerliebster. Ich mag Filme, die einen Sinn für Humor haben. Sei es „Re-Animator“ oder… „From Beyond“, oder „Evil Dead“, „Evil Dead II“. „Texas Chainsaw“ und „Texas Chainsaw 2“. Aber ich mag auch das ganze fiese italienische Zeug wie „The Beyond“ und „City of the Living Dead“. „Suspiria“, „Phenomena“ oder „Creepers“ wie er, glaube ich, in den Staaten hieß. Und auch die ersten Sachen von Peter Jackson. „Braindead“ und auch „Meet the Feebles“. Ich weiß nicht, ob das unbedingt ein Horrorfilm ist, aber das ist ein super Film.

    Für mich auf jeden Fall haha.

    Ich mag Zeug, das sehr intensiv ist, aber auch selbstbewusst. Der erste „Evil Dead“ ist wahrscheinlich unabsichtlich humoristisch in manchen Teilen. Der zweite „Evil Dead“ geht da dann voll rein. Da ist etwas sehr liebenswertes dran.

    Aktueller… Das meiste von dem was ich gesehen habe, wie die „Terrifier“-Filme… ich liebe die Kill-Szenen und den Gore, aber als Film kümmere ich mich nicht wirklich drum. Es ist wie ein erweitertes Musivideo, bei dem ich mich nicht für die Musik interessiere, wenn du weißt was ich meine. Was das A24-Zeug angeht, ich fand „Midsommar“ sehr gut. Den mochte ich sehr, es ist wie ein Update von sowas wie „The Wicker Man“ und diese Art von Folk-Horror. Und ich liebe, dass es ein Horrorfilm ist, in dem alles sehr hell und sonnig und lebhaft ist. Ich fand das war echt schön. Aber weißt du, ich schaue nicht allzu viele neuere Horrorfilme. Meistens finde ich eher Zeug, dass ich vorher verpasst hatte. Ich habe vor kurzem „The Devil’s Rain“ zum ersten mal gesehen, der echt geil war. Und in der „Recherche“ für dieses Album habe ich „Crash!“ aus den 70ern gesehen. Der hat viel Spaß gemacht. „Roadgames“ ist mehr ein Thriller, aber der war echt gut. Dann gab’s Sachen, die ich nochmal gesehen hatte, oder welche von denen ich dachte, ich kannte sie bereits, die ich aber doch noch nicht gesehen hatte. Viel von den alten „Hammer“-Sachen wie „Twins of Evil“. Ich war mir sicher, den kannte ich bereits und als ich ihn sah, habe ich gemerkt „Oh, ich hab den tatsächlich noch nie gesehen“. Und den Roger Corman „Pit and the Pendulum“ und so Zeug habe ich zuletzt gesehen. Ich bin also mehr darin interessiert, alte Sachen zu entdecken, die ich noch nicht gesehen habe, anstatt neue Filme zu schauen. Wobei ich einen neuen Film gesehen habe, einen sehr kleinen Inedependent-Film names „Box Cutter“. Ich dachte erst, das würde ein gewöhnlicher Slasher werden. Und am Ende war es ein echt cooler Slow-Burn mit richtig guter Charakterisierung. Ich weiß nicht mal ob der irgendwo zum streamen verfügbar ist, aber es ist ein richtig guter Film. Also was neue Horrorfilme angeht, viele von ihnen habe ich nicht gesehen. Einiges davon ist ziemlich langweilig, aber immer wieder mal sehe ich etwas das heraussticht.

    Ich weiß, du musst wahrscheinlich sehr beschäftigt sein, mit all den Bands in denen du spielst, aber wie hoch stehen die Chancen, dass es mal ein neues Dekapitator-Album geben könnte?

    Hahaha, es ist witzig, wir haben ein paar Shows in den letzten Jahren gespielt, denn… je älter wir werden… die Tochter unseres Drummers ist jetzt etwas älter und kein kleines Kind mehr. Also hat er jetzt etwas mehr Freiheit. Und unser Bassist, sein Sohn hat gerade die Schule abgeschlossen. Also wollen beide wieder öfter spielen. Tatsächlich spielen wir diesen Freitag eine Show, haha. Also, wir kommen bei Gelegenheit zusammen und spielen… Ich weiß nur nicht so recht, ob ich noch wirklich viel zu sagen habe, in dieser Art Musik. Ich weiß es nicht… Aber sag niemals nie. Ich denke die Vorstellung davon, mit den Jungs ein Album zu machen, denn wir sind Freunde seit über 30 Jahren, könnte lustig sein. Wir werden sehen. Es hat auch viel damit zu tun, ich bin es gewohnt von zuhause zu arbeiten und Demos hin und her zu schicken, das ist die Art wie Exhumed seit vielen Jahren funktioniert. Und die Jungs dagegen… Verglichen mit vielen modernen Musikern, komme ich in den Raum und verglichen mit ihnen bin ich ein fucking Höhlenmensch. Ich sage „Dreh den Monitor lauter“ und sie so „Oh, wir haben In-Ears“. Keiner benutzt mehr Monitore. Aber wenn ich mit den Jungs spiele, die sind noch viel mehr Höhlenmensch als ich. Man muss schon im gleichen Raum sein und die Songs zusammen schreiben, was echt Spaß macht, aber, weißt du, wenn Leute Jobs und Kinder und Arbeitswege und so haben, ist es schwer zu sagen „Oh, wir kommen dreimal die Woche zusammen für sechs Monate und schreiben ein Album. Das ist einfach nicht wahrscheinlich.

    Im April bist du auf Tour mit nicht nur Exhumed, sondern auch Gruesome, worauf ich mich sehr freue. Aber wie sehr freust du dich, oder bist vielleicht etwas besorgt über diese doppelte Belastung jede Nacht für vier Wochen?

    Ich freue mich, egal was ist, denn Exhumed waren schon sehr lange nicht mehr in Europa. Also das müssen wir schon lange korrigieren. Und ich bin froh, dass wir es mit diesem Album machen. Und jetzt mit neuem Album draußen, stimmt das Timing einfach und wir machen es richtig. Darüber freue ich mich. Meine Bedenken liegen eventuell bei meiner Stimme. Ich kann Gitarre für vier Stunden am Stück spielen, das ist kein Problem. Aber die beiden unterschiedlichen Gesangs-Timbres aufrechtzuerhalten, das könnte sehr herausfordernd sein. Ich habe das Gefühl, wahrscheinlich wird es wie so oft, die ersten paar Shows denke ich „Oh, das ist gar nicht schlecht“. Dann nach vier Shows denke ich „Heilige Scheiße!“ und dann nach sechs Shows „Okay, jetzt hab ich’s“. Wir werden also sehen was passiert. Aber es wird interessant. Ich glaube unser Booking-Agent ist ein kleines bisschen sadistisch. Er fragte mich darüber und ich sagte „Ich könnte das für zwei oder drei Wochen machen“ und er „Alsooo, wir können eine weitere Woche hinzufügen und dies und das machen“. Und ich so… »seufzt«. Und dann hat er versucht noch mehr Shows hinzuzufügen und zum Glück hat unser Bassist gesagt „Nein, die kann ich nicht spielen“ und ich dachte nur „Gott sei Dank!“. Er hat mich gerettet, sonst hätte ich wie ein Feigling ausgesehen hahaha. „Bitte nicht! Nicht noch mehr!“, hahaha.

    Bevor ich zu meiner letzten Frage komme, gibt es etwas ziemlich persönliches was ich dir sagen möchte, wenn ich denn schon die Gelegenheit dazu habe.

    Ja, klar.

    Das letzte mal, dass du durch Deutschland mit Gruesome getourt bist, im Jahr 2024, die Show in Hamburg war mein erstes Konzert nach einer langen Zeit sehr intensiver Chemotherapie.

    Oh wow!

    Einen Monat vor dem Konzert hatte ich meine Stammzellentransplantation und all das, ich war also in sehr schlechter Form. Und eigentlich hätte ich gar nicht gehen sollen, weil ich nach dem Konzert extrem krank wurde und komplett meine Stimme verloren hab haha. Aber: Euch nach all dieser harten Zeit auf der Bühne zu sehen, hat mich einfach daran erinnert, was ich liebe und was ich in meinem Leben machen möchte. Also danke dir, für das was du tust!

    Wow! Danke, dass du das geteilt hast, das ist unglaublich. Weißt du… Nach all dieser Zeit, die ich das hier mache, der echte rote Faden, der sich durch alles zieht: Jeder der involviert ist, ob Journalisten, Musiker, Fans, Promoter oder was auch immer, fast alle die ich treffe, sind hier, weil sie diesen Scheiß lieben und es bedeutet eine Menge für sie. Und das ist das Bereicherndste. Das klingt vielleicht kitschig, aber es ist wahr. Der bereicherndste Teil ist, wohin auch immer gehe, sei es Singapur oder fucking Uruguay oder… Detroit haha, oder Frankreich oder wo auch immer, überall wird man Leute treffen, denen wirklich etwas an diesem komischen, spezifischen Ding liegt, an dem mir selbst eine Menge liegt. Und überall… Egal, wie gut die Technologie auch ist und sie ermöglichst uns, dieses Interview zu führen, wir können uns sehen und es ermöglicht uns Demos hin- und herzuschicken und so weiter. Aber es gibt keinen Ersatz dafür, mit Leuten in einem Raum zu sein, denen das am Herzen liegt, was dir am Herzen liegt und zusammen eine gute Zeit zu haben.

    Und das ist, weißt du, besonders jetzt wo der Zustand der Welt jeden Tag erbarmungslos immer schlimmer wird, und es gibt diese… synthetische Pseudorealität, die versucht die tatsächliche Realität zu verschlingen… Aber wenn man zu einer fucking Show geht, in einem Club, um eine Band zu sehen, die Musik spielt, in einem Raum: Das ist real! Selbst wenn die Band scheiße ist. Das ist zwar scheiße, aber es ist wirklich real. Und diese Verbindung durch diese Musik, weißt du… Ob man diese Verbindung bekommt, wenn man Poker mit seinen Freunden spielt, oder Pokémon-Karten sammelt, oder was auch immer… was auch immer dein Ding ist: Das ist das, was dir hilft, dich mit anderen Leuten zu verbinden und zu teilen, was dich erfreut. Das ist einfach das, worum sich unsere Zeit hier drehen sollte. Wir werden eh alle sterben. Womit willst du deine Zeit verbringen? Geld für irgendein reiches Arschloch zu machen, oder dich mit Leuten verbinden und Teil von etwas sein, das real ist? Also was du zu mir gesagt hast, das bedeutet mir viel. Und das bestätigt das alles einfach.

    Da unser Magazin auf den Namen Moshpit Passion hört, stellen wir am Ende immer die Frage: Gibt es eine besondere, erinnerungswürdige Moshpit-Geschichte oder -Erfahrung, die du uns erzählen kannst? Entweder als Konzertbesucher oder auf der Bühne.

    Das erste Konzert, dass ich je besucht habe, ich war 13 Jahre alt und es war im April 1989: Anthrax, Exodus und Helloween. Das war natürlich der Höhepunkt von Thrash Metals Popularität. Es war in Oakland und Exodus haben gespielt, also es war absolut verrückt. Und ich erinnere mich, ich war auf dem Floor, 13 Jahre alt, offensichtlich nur ein kleines Kind, habe nichts gewogen. Es gab drei ungefähr 125-Mann-starke Pits gleichzeitig. Und man konnte nicht stillstehen, wenn man es versucht hat. Und ich war einer der kleinsten Menschen dort. Ich war also immer in Bewegung, bin in einem gelandet, dachte „Heilige Scheiße!“, bin raus aus dem und rein in einen Anderen. Der war dann ganz witzig, aber als ich im Dritten gelandet bin, war ich am Rennen und Drängeln und dachte nur „Heilige Scheiße, das ist völlig irre!“. Es war wie Football spielen, äh American Football, haha. Man ist konstant in der Offensive Line, dann in der Defensive Line, die ganze Zeit. Ich war begeistert von dieser Erfahrung. Und die andere Sache, die mich am Moshpit fasziniert hat, in dieser Nacht, ist… Ich weiß nicht mehr ob es vor Helloween war, oder zwischen Helloween und Exodus. Die Leute dort konnten nicht wirklich viel mit Helloween anfangen. Ich dachte nur „Das ist nicht Thrash!“, ich war nicht wirklich interessiert. Aber ich liebe Helloween heutzutage. Ich hatte „I Want Out“ gehört, den fand ich ganz okay. Aber, zwischen den Bands, ich weiß noch, haben sie „Ghosts of War“ von Slayer über die P.A. gespielt und ein fucking 200-Personen-Moshpit ist losgebrochen, einfach weil sie Slayer über die P.A. gespielt haben. Und ich dachte nur „Holy Shit!“

    Das ist die Magie von Slayer haha.

    Yeah haha! Und der, an den ich mich am meisten erinnere als Musiker: Wir haben mit Exhumed in Wacken 2001 gespielt. Wacken war damals ganz anders, es war nicht so kommerziell. Es fühlte sich einfach nur wie ein sehr großes Metalfestival an. Und das war damals die größte Show, die wir bis dahin gespielt haben, ohne Frage. Wir haben angefangen und ich weiß nicht mehr, welchen Song wir gespielt haben. Es war entweder „Decrepit Crescendo“ oder „Necromaniac“. Es muss der erste Song von einem der zwei Alben gewesen sein. Ich habe gesehen, wie alle nach vorne gedrückt haben und dieser eine Typ wurde nach vorne gedrückt und ich habe gesehen, wie sein Bein im Geländer steckengeblieben ist und ich dachte nur „Dude, der Typ hat sich gerade sein Bein gebrochen. Heilige Scheiße!“. Also hat die Security ihn rausgezogen, ihn auf den Boden gelegt. Und wir spielen den Song und beobachten, während Leute am ausrasten sind, wie dieser Typ rausgezogen wird, ich gucke „Oh, äh, was mache ich? Ach ja“, und schaue weiter wie er auf eine Bahre gelegt und weggetragen wird. Und ich dachte nur „So muss sich also Slayer jede Nacht fühlen“, hahaha! Aber das war echt cool zu sehen. Also ich hoffe natürlich sein Bein ist in Ordnung. Er wirkte wohlauf, ich sah wie er mit den Sanitätern gesprochen hatte „Bring mir mein Bier“ oder was auch immer.

    Es gibt schlimmere Wege sein Bein zu brechen.

    Hahaha, richtig!

    Alles klar, vielen lieben Dank, es war mir eine Freude mit dir zu reden.

    Ebenso man, vielen Dank, und wir sehen uns in Hamburg?

    Ja, genau! Ich werde wahrscheinlich als Fotograf da sein.

    Okay, cool. Ich werde versuchen ein paar coole Haarschwünge zu machen hahaha.

    Hahaha, dann sehen wir uns in Hamburg!

    Danke Heiko, take it easy man!

    Tschau!

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    Bildnachweis: Relapse Records.

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