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    Feed The Sickness – Moments

    By StephanAugust 18, 2026
    Feed the sickness

    Feed The Sickness – Moments 

    Es gibt Bands, die versuchen, möglichst schnell in eine Schublade zu passen. Und dann gibt es Feed The Sickness aus Hamburg. Das Quartett bezeichnet seinen Stil selbst als „Joker Metal“ – ein Begriff, der zunächst neugierig macht und nach dem Hören von „Moments“ tatsächlich gar nicht so weit hergeholt wirkt. Das Debütalbum der Norddeutschen verbindet Nu Metal, Alternative Metal, moderne Progressive-Elemente und düstere Melodien zu einem Sound, der Orientierung aufweist, aber dennoch genügend Eigenständigkeit besitzt, um im Gedächtnis zu bleiben. Das Album erschien als Eigenproduktion und beweist, wie viel heute auch ohne Label möglich ist.

    Starkes Debüt zwischen Nu Metal und Alternative Metal

    Dass die Band noch zu den Newcomern zählt, merkt man ihrer Historie kaum an. Zwar existiert Feed The Sickness in der heutigen Besetzung erst seit September 2025, doch innerhalb weniger Monate ist einiges passiert. Erste Konzerte, das Debütalbum und auch bereits die nächsten Live-Termine stehen an.

    Hinter der Band stehen Sänger Marc, Gitarrist Ozzy, Bassist Miguel und Schlagzeuger Chris – vier Musiker, die sich größtenteils über BackstagePro gefunden haben und ihre jeweiligen Stärken sinnvoll einbringen. Während Ozzy das Songwriting und die Studioproduktion verantwortet, sorgt Chris als Tontechniker gleichzeitig für den Livesound. Dass hier vieles in Eigenregie entsteht, hört und spürt man – allerdings ausschließlich im positiven Sinne.

    Auch der Bandname besitzt eine tiefere Bedeutung. Marc verarbeitet in seinen Texten Erfahrungen, die einige Menschen kennen dürften: Depressionen, toxische Beziehungen, Scham oder das Gefühl, nicht in das gesellschaftliche Bild einer „normalen“ Person zu passen. Statt diesen Themen auszuweichen, setzt sich die Band bewusst mit ihnen auseinander – sie „füttert“ gewissermaßen die dunklen Seiten des eigenen Inneren. Genau daraus entstand der Name Feed The Sickness. Trotz aller Dunkelheit bleibt jedoch immer eine Botschaft erhalten: Hoffnung. Am Ende geht es auf „Moments“ nie um Resignation, sondern um den Weg zurück ins Licht.

    Wucht, Melodie und Dunkelheit

    Mich erinnert das Album gelegentlich an Disturbed oder Deftones, moderne Alternative-Metal-Bands mit einer kleinen Portion Progressivität. Gerade diese Mischung sorgt dafür, dass „Moments“ nie eintönig wirkt. Mal dominieren schwere, tief gestimmte Gitarren, kurze Zeit später öffnen sich atmosphärische Passagen mit eingängigen Melodien. Hier werden Spannungen aufgebaut, die auch einen roten Faden besitzen. Ich persönlich mag die Mischung aus Melodie und Dunkelheit sehr. Gerade diese Balance macht für mich einen großen Teil der Qualität des Albums aus.

    Obwohl Feed The Sickness ihr Debüt komplett selbst finanziert und große Teile der Vorproduktion eigenständig umgesetzt haben, ist „Moments“ musikalisch wie produktionstechnisch auf einem erstaunlich hohen Niveau. Die Produktion wirkt dicht und sehr verwoben, was hervorragend zur melancholischen Grundstimmung der Songs passt. Die Gitarrenriffs entfalten genau die Wucht, die moderne Alternative- und Nu-Metal-Produktionen benötigen.

    Auch gesanglich präsentiert sich Marc abwechslungsreich. Er bewegt sich sicher zwischen melodischen Passagen, emotionalem Ausdruck und härteren Vocals. Vergleiche zu anderen Bands entstehen bei mir unbewusst und ich kann trotzdem eine eigene Handschrift erkennen. Stark!

    Dynamik und Atmosphäre 

    Wer klassische Songstrukturen oder vorhersehbare Refrains erwartet, wird schnell merken, dass Feed The Sickness bewusst andere Wege gehen. Viele Songs entwickeln sich erst im Verlauf, wechseln Dynamik und Atmosphäre oder überraschen mit kleinen progressiven Ideen. Genau das macht „Moments“ interessant. Am besten gefällt mir persönlich der extrem groovige Song Madness mit coolem Bass Intro.

    Die musikalische und thematische Geschlossenheit zieht sich dabei wie ein roter Faden durch alle zehn Songs. Beziehungen, Depressionen, Selbstzweifel oder innere Konflikte bilden den Kern der Texte. Trotzdem verfällt die Band nie in Selbstmitleid.

    Passend dazu bezeichnet die Band ihren Stil selbst als „Joker Metal“. Dahinter steckt die Idee des Hofnarren, der Wahrheiten aussprechen darf, die sonst niemand hören möchte. Dieses Bild passt erstaunlich gut zu den Texten und zur Musik. Feed The Sickness möchten nicht jedem Trend folgen, sondern ihre eigene Geschichte erzählen – ehrlich, emotional und ohne sich verbiegen zu müssen.

    Ein Debüt, das Lust auf mehr macht

    Mit „Moments“ liefern Feed The Sickness ein gelungenes Debüt ab, das vor allem durch Atmosphäre, starke Gitarrenarbeit und emotionale Themen überzeugt. Die Mischung aus melodischem Alternative Metal, Nu Metal und progressiven Einflüssen funktioniert sehr gut und macht neugierig auf den nächsten Entwicklungsschritt. Dafür, dass die Band in ihrer heutigen Besetzung noch kein Jahr existiert, ist das bereits ein beachtliches Ausrufezeichen.

    Wer modern gespielten Alternative-Metal mit Melodie und etwas Dunkelheit schätzt, sollte Feed The Sickness unbedingt im Auge behalten. Die Hamburger haben mit „Moments“ ein Fundament geschaffen, auf dem sich in Zukunft definitiv aufbauen lässt. Checkt auch die Internetseite der Band und alle gängigen Plattformen für mehr Details.

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    Bildnachweis: https://feedthesickness.com.

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