Interview mit Benji Webbe von Skindred

Interview mit Benji Webbe von Skindred

August 20, 2019 Aus Von Deku

Interview mit Benji Webbe von Skindred – Hütte Rockt Festival 2019

Interview mit Benji Webbe von Skindred – Hütte Rockt Festival 2019 – Dieses Jahr ging es auf dem Hütte Rockt Festival richtig rund. Ein Highlight war auf alle Fälle Skindred. Die Band aus Wales macht bereits seit mehr als 20 Jahren zusammen Musik. Mit ihrem fünften Studioalbum „Kill The Power“ (2014) trat Skindred sogar erstmals in die deutschen Charts ein. Das besondere an der Band ist ihr Musikstil: Crossover-Metal mit Reggea-, Hip Hop- und Punkrock-Elementen. Naja so ganz kann man das auch nicht definieren, man muss es selber hören! Wir durften den Frontmann Benji Webbe auf dem Hütte Rockt Festival treffen und über einige Dinge mit ihm plaudern.

Gestern wart ihr beim Rocco del Schlacko…

Nein! Nein waren wir nicht! Wir haben dort nicht gespielt! Wir haben unseren verdammten Flug verpasst! Als wir gegen 11 Uhr morgens im Flugzeug waren, mussten wir es verlassen, weil irgendetwas reparieren werden musste und sie haben es nicht hinbekommen. Und somit konnten wir nicht beim Rocco del Schlacko spielen. Aber der Regen gestern auf dem Festival soll ja heftig gewesen sein. Meine Freunde von Bullet For My Valentine sagten mir, dass es echt schlimm gewesen sein muss! Aber Gott sei Dank – erst schien es sonnig zu sein, dann sah es nach Regen aus… Aber jetzt sieht es danach aus, als wäre heute doch ein sonniger Tag!

Ja, hoffentlich! Ok, also gestern habt ihr nicht auf dem Rocko Del Schlacko gespielt, aber heute spielt ihr hier beim Hütte Rockt Festival! So weit, so gut!

Euer Sound ist exotisch und erreicht eine breite Masse in der härteren Musikszene. Spielt ihr demnach lieber Festivals oder intimere Clubshows?

(lacht) Ich bevorzuge es, wenn ich bezahlt werde! Damit bin ich glücklich. Wenn ich mein Geld bekomme! Und wenn ich meinem Hund ein gutes Steak kaufen kann! Nein, Spaß! Ich genieße es überall auf der Bühne zu stehen. Ich erinnere mich gerne daran, als ich noch ein kleiner Punkrock-Junge war und wir in Bars gespielt haben, die die Größe dieses Raumes hatten und vielleicht 20 Leute da waren. Das war mit die beste Zeit meines Lebens. Und dann gibt es die Shows, wie zum Beispiel auf dem Wacken Open Air, wo wir vor 80.000 Leuten spielten. Das war ebenfalls eine klasse Zeit! Und für mich persönlich ist nicht wichtig, wie groß das Publikum ist, sondern wie groß die Energie in der Crowd ist.

Ihr seid jetzt seit gut 20 Jahren als Band aktiv –  Wie habt ihr euren Stil anfangs entwickelt? Wie entstanden die Songs des ersten Albums?

Ja, 20 Jahre Baby! Und das mit den gleichen Leuten! Gut, also als ich noch ein kleiner Junge war, so ca. 11 – 12 Jahre alt, gab es bei mir zu Hause immer Musik. Meine Eltern spielten immer amerikanische Soul Platten ab, R&B, James Brown, Isaac Hayes, so ein Zeugs halt. (lacht) Oh… Ich dachte grade Isaac Hayes durch den Wind gehört zu haben. Nun ja, als ich dann älter wurde, liebte ich Punkrock! The Clash, The Specials, Sex Pistols. Und als ich Typen wie Johnny Rotten sah, dachte ich mir, dass ich genau wie er auch in einer Band sein will. Und als ich etwas später selber musizierte, fing ich an Reggea lieben zu lernen. Also ich liebe Reggea wirklich, aber versteh mich nicht falsch, wenn du dich musikalisch die ganze Zeit in einem einzigen Genre bewegst, dann wird es irgendwann scheiße langweilig. Also fing ich an Punkrock Musik mit Reggea Vocals zu singen. Und das war verdammt nochmal ziemlich cool!

Naja und dann wollte ich einfach nur Musik machen, die Menschen zusammen bringt. Menschen aus verschiedenen Ländern, Menschen aus verschiedenen Nationalitäten. Und ich denke, dass Skindred Menschen zusammenbringt, die auf Dance Music, Jungle-Music und Metal stehen und nun ja, ich liebe Panthera, Slipknot und gleichzeitig stehe ich auf Musik von Jean Paul. Für mich persönlich gibt es nur zwei Arten von Musik: Die gute und die schlechte. Und ich mag die Gute!

Und wie habt ihr als Band euere ersten Songs geschrieben? Speziell im Hinblick auf euer erstes Album „Babylon“?

Puh, ich weiß nicht genau wie es war. Also wir waren alle zusammen im Proberaum und jeder wusste was wir machen wollten und wir wollten einfach anders klingen. Wir wollten also Musik schreiben, die speziell sein sollte und naja, wenn wir „Babylon“ vor 20 Jahren nicht so aufgenommen hätten, dann wären wir heute nicht hier!

Wie sieht im Gegensatz dazu der Songwriting-Prozess heute aus, vor allem im Hinblick auf euer aktuellstes  Album „Big Things“?

Also „Big Things“ ist doch ziemlich anders. Wenn wir alle zusammen in einem Raum sind, dann schlagen wir uns die Köpfe ein, wir brauchen dann einen Schiedsrichter, keinen Produzenten, einen verdammten Schiedsrichter! (lacht)

Wir wollten alle etwas anderes ausprobieren. Dabei entstand eher straight aufgebaute Musik. Mikey, unser Gitarrist und Dan (DJ bei Skindred), waren viel unter sich, schrieben Zeugs, und brachten es zum Produzenten. Deshalb klingt „Big Things“ anders, als unsere vorherigen Alben. Aber ich kann hoffnungsvoll sagen, dass unsere nächste Platte musikalisch eher so wird wie früher!

Das klingt sehr cool!

Ja, ich möchte lieber die Wände einreißen und etwas schaffen, dass nicht so straight klingt, lieber etwas was man nicht erwartet!

Euer Musikstil ist Crossover-Metal mit Reggea-, Hip Hop- und auch Punkrock-Elementen und…

(unterbricht) Ja! Das ist gut! Weißt du, ich liebe Queen. Und wenn du Queen hörst, dann sagst du ja auch nicht: „Ah, das ist eine Folk-Oper mit Hip Hop oder Punk gemischt“. Es ist einfach Musik und ich liebe es! Du kannst Queen nicht „sezieren“, verstehst du? Genau wie Slipknot. Wenn du dir die Band anhörst, kannst du auch nicht sagen, dass das jetzt nach Hip Hop, Punkrock oder einfach nur Metal klingt. Wie ich es schon vorhin gesagt habe: Es gibt zwei Musik-Typen: Das gute und das schlechte Zeug. Wenn du mit Papier und Stift auf ein Konzert gehst und dir Notizen machst, dann hörst du die Musik nicht und dann fühlst du die Musik auch nicht. Die Menschen müssen die Musik so akzeptieren, wie sie ist! Als ich aufwuchs wurde ich von guter Musik beeinflusst. Wie zum Beispiel Mozart. Ich liebe Mozart. Er ist verdammt Heavy!

… und was für Musik hörst du sonst privat und welche Bands inspirieren dich?

Ich habe aktuell eigentlich keine richtige Lieblingsband. Wobei in den letzten fünf Jahren hat eine Band aus Südafrika namens „Die Antwoord“ es geschafft meine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Naja und sonst mag ich weniger den amerikanischen Punkrock. Ich mag den britischen 70s-Punkrock, aber US-Punk wie Sum 41 kann ich nicht ausstehen. Ich respektiere die Jungs. Wenn ich sie sehe, dann gebe ich ihnen ein Bier aus, aber ich denke, dass deren Musik eher für Kinder ist und nicht für Männer. (lacht)

Wenn man als Band tourt und viel unterwegs ist, begegnet man vielen Menschen und erlebt vielleicht auch mal verrückte Dinge. Gibt es eine lustige oder verrückte Tour-Story die du uns erzählen kannst?

Eine lustige Tour-Story? Ja, da fällt mir eine ein: Und zwar als wir in Deutschland auf Tournee waren. Wenn wir den Tourbus verlassen, dann müssen wir immer etwas auf das Lenkrad legen, sodass der Busfahrer sieht, dass noch jemand draußen ist. Unser Bassist hat einmal vergessen etwas auf das Lenkrad zu legen und der Bus ist ohne ihn abgefahren. Wir fuhren nun ohne ihn durch Deutschland und als wir im Hotel ankamen, haben wir gemerkt, dass er nicht da war. Wir hatten zum Glück einen freien Tag. Naja glücklicherweise hat er, als er gesehen hat, dass wir ohne ihn weg fuhren dem Bus mit den Armen hinterher gewunken, sodass ein paar Leute auf ihn aufmerksam wurden. Sie mussten in die gleiche Stadt wie wir fahren und nahmen ihn mit. Wir fuhren also im Tourbus und er in einem fremden Auto in die Stadt, wo wir unseren nächsten Auftritt hatten. Das war echt lustig!

Ok, und zu guter Letzt: Wie sehen die musikalischen Pläne für die Zukunft aus?

(lacht) Warte, lass mich meine Kristallkugel rausholen. So ich schaue mal, was meine Kristallkugel so sagt: Sie sagt mir Beef Burger und Fritten! Das sind meine Pläne für die Zukunft. Naja niemand kann sagen was morgen sein wird und jeder muss selber entscheiden, was er aus seiner Zukunft macht. Ich schlage vor wir genießen unser Leben und ich genieße meinen Beef Burger… vegan muss ich dazu sagen haha!

Vielen Dank für das Interview! Viel Spaß später auf der Bühne!

Dankeschön! Dir auch noch einen schönen Tag!

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Bildnachweis: Moshpit Passion.