Kamelot – Dark Asylum (VÖ: 28.08.2026)
Kamelot veröffentlichten am 28.08.2026 ihr 14. Studioalbum über Napalm Records. Nach längerer Hörpause gewinnen mich die amerikanischen Symphonic Metaller hiermit als Fan zurück. Das Album überzeugt auf allen Ebenen.
Thematisierung und Gastsänger
Das Album entführt die Hörer hinter die Pforten der RavenHill-Anstalt. Einst als prachtvolle Kathedrale errichtet, verschmelzen hier nun Wissenschaft, Glaube und Wahnsinn in unheimlicher Koexistenz. Kerzen flackern in hohen Gewölben und kalten Steinkorridoren, flüsternde Stimmen ziehen durch die Hallen. Hinter jeder Tür wartet ein Fragment der Wahrheit darauf, entdeckt zu werden. Kamelot erschaffen mit ihrem neuen Album eine düstere viktorianische Welt, in der Identitäten zerbrechen, sich die Realität verzerrt und die Kontrolle zunehmend in unsichtbare Hände entgleitet, die die Hauptfigur in eine Abwärtsspirale psychologischer Dunkelheit führen – hin zu Verwandlung und vielleicht Erlösung. Eine ganz starkte Thematisierung durchzieht das Konzeptalbum „Dark Asylum“. Musik und Inhalt sind wunderbar verwoben.
Abgerundet wird das musikalische Schaffen von Kamelot durch eine Reihe von Gastmusikern. Diese sind allesamt relevant und nicht einfach nur Namedropping zur Promo des Albums. Jeder/Jede von ihnen hat seinen sinnvollen Platz im Kosmos des Albums gefunden und ergänzt das Gesamtbild sinnvoll. Ignacia Fernández (Decessus, Miss World Chile) ist in „Dark Asylum“ und „Sanctuary“ zu hören, letzteres ergänzt außerdem kraftvoll Clémentine Delauney (Visions Of Atlantis). Lea-Sophie Fischer (Eluveitie) spielt Violine in „Beneath the Moon (Tunglið)“, begleitet vom ätherischen Gesang von Rannveig Sif Sigurðardóttir und Sólveig Sara Leupold. Billy King verstärkt den orchestralen Chor, während Kiara Huber mit einer stimmungsvollen Einleitung in „Dark Asylum“ den Auftakt setzt. Obendrein singt Tobias Sammet (Avantasia, Edguy) im überaus starkken Song „One Last Masquerade“.
Viel Pomp und viel Dahinter
Wie es sich für ein ordentliches Konzeptalbum gehört, wird das Gesamtwerk neben einem stimmungsvollem Intro auch von diversen Instrumentalstücken veredelt. Das Album lässt sich am besten an einem Stück hören, da es musikalisch eng verwoben ist. Kamelot schaffen eine einzigartige Klanglandschaft, in die es sich schnell versinken lässt. Einzelne Songs als Oberkracher herauszuheben ist schwierig, dafür wird einfach durchgängig auf sehr hohem Niveau musiziert. Sänger Tommy Karevik liefert wieder exzellent ab. Ich habe den Eindruck, dass seine Stimme immer mehr zu der von Roy Khan mutiert… und das ist ein Riesenlob!
„Ashen World“ gibt als erster Longtrack wunderbar die Richtung vor. Alle Kamelot – Trademarks excellent vereint, powervoll und gefühlvoll zugleich. Der Rest fügt sich wie ein Puzzle zusammen, über das starke „One last Masquerade“ bis hin zum finalen Triple „Beneath the Moon / The Puppet King / Sanctum Requiem“ wähnt man sich auf einer wunderschönen musikalischen Reise.
Tracklist
01 Sanctorium
02 Ashen World (feat. Ignacia Fernández)
03 Dark Asylum
04 Sanctuary (feat. Clémentine Delauney & Ignacia Fernández)
05 Nocte Veritas
06 One Last Masquerade (feat. Tobias Sammet)
07 Ivy, My Dear
08 Godlike Alchemy
09 The Sleeping Mind (Orphic Paradigm)
10 Kaleidoscope
11 Enigma (Think of Me)
12 Cassandra’s Disease
13 Beneath the Moon (Tunglið) (feat. Rannveig Sif Sigurðardóttir, Sólveig Sara Leupold , Lea-Sophie Fischer)
14 The Puppet King
15 Sanctum Requiem
fett = Anspieltipps
Kamelot überzeugen auf allen Ebenen
So haben wir hier unterm Strich ein richtig starkes Album, dass jeden Kamelot – Fan in Verzückung versetzt. Aber auch Freunde symphonischen Metals außerhalb der Kamelot – Sphäre werden hier fündig! Alle Songs sind auf den Punkt (der längste Song läuft 4:56 !), keine unnötigen Schnörkel. Kamelot hat mich wieder!
Bildnachweis: Napalm Records.
Kamelot - Dark Asylum
+ Famoser Gesang
+ Wunderschöne Klanglandschaften
+ Durchgehend auf hohem Niveau
