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    Left to Die – „Initium Mortis“ (VÖ: 17.07.2026)

    By HeikoJuli 15, 2026

    Left to Die – „Initium Mortis“ (VÖ: 17.07.2026)

    Auch wenn Death seit dem tragischen, viel zu frühen Tod von Mastermind Chuck Schuldiner vor 25 Jahren Geschichte sind, ist momentan wahrlich eine fantastische Zeit um Death-Fan zu sein: Gruesome bringen großartige Alben heraus, die sich akribisch und liebevoll an Stil und Songwriting der Death-Metal-Großmeister orientieren und mit Death to All und Left to Die sind gleich zwei hochkarätig besetzte Tribute-Bands auf den Bühnen der Welt unterwegs und huldigen dem Schaffen der vielleicht wichtigsten Death-Metal-Band.

    Für Left to Die beschränkt sich die musikalische Ehrerweisung aber nunmehr nicht bloß auf Live-Performances. Denn Matt Harvey (Gruesome, Exhumed), Terry Butler (ex-Death, Obituary), Rick Rozz (ex-Death, ex-Massacre) und Gus Ríos (Gruesome) haben sich mit „Initium Mortis“ die Neuvertonung frühestem Death-/Mantas-Materials vorgenommen.

    Die blutigen Anfänge

    Die zehn Stücke des Albums stammen allesamt aus der Zeit 1984/1985 und waren bislang lediglich in Form schwer auszumachener Demo-Aufnahmen zu hören. Stilistisch bilden sie das Fundament dessen, was auf den folgenden Studioalben seine finale Form erreichen und den Extreme Metal maßgeblich prägen sollte. „Initium Mortis“ ist der noch primitivere, rohere Vorläufer von „Scream Bloody Gore“, nur eben mit zeitgemäßer, klarer Produktion. Die Zutaten sind bereits alle da und die Stücke sind nicht weit von dem entfernt, was Schuldiner mit Chris Reifert auf dem legendären Debutalbum eintrümmern sollte. Einige Versatzstücke sollten sich später in ähnlicher bis identischer Form in anderen Songs wiederfinden. So kennt man das verdammt coole Main-Riff des Openers „Power of Darkness“ aus dem Bridge-Part des Klassikers „Spiritual Healing“.

    Die Songs sind simpel, eingängig und gehen mit primitiver Riffhärte geradeaus nach vorne. Hier verschmilzt ruppiger Thrash mit dem, was Jahre später als Death Metal bekannt werden sollte. Allzu hoher technischer Anspruch spielt dabei noch keine große Rolle und an die komplexen, progressiven Ausflüge der 90er ist noch lange nicht zu denken. Wobei „Rise of Satan“ immerhin bereits die melodische Ader Schuldiners durchscheinen lässt – Definitiv eines der Highlights des Albums.

    Die meisten Songs brettern in unter drei Minuten mit ordentlich Tempo drauflos und gehen dabei gut ins Ohr und machen eine Menge Spaß. Die Texte sind sicherlich alles andere als geistreich, passen aber wie die Schaufel ins Grab und unterstreichen den jugendlichen Charme der Songs.

    Wie durch die Gruesome-Alben gewohnt, sind Matt Harveys fiese Vocals absolut großartig und haben die richtige Mischung aus großer Schuldiner-Nähe und eigenem Charakter. Sicherlich wäre es auch interessant gewesen Kam Lee (Massacre) am Mikro zu hören, der einige der Songs damals eingrunzte. Ich mutmaße aber mal, dass die Herren Butler und Rozz darauf herzlichst verzichten können.

    Fazit

    „Initium Mortis“ ist ein wahres Fest für Old-School-Death-Fans. Left to Die haben eine liebevolle Verbeugung vor dem frühesten Schaffen Chuck Schuldiners auf die Beine gestellt und Songs ein zweites Leben gegeben, die es zuvor nie mit vernünftigem Klang zu hören gab. Sicherlich könnte der Sound eventuell noch etwas mehr Dreck vertragen, dem Hörvergnügen tut das aber keinen Abbruch. Das Material ist von Natur aus – da soweit es geht unverändert – roh und wenig anspruchsvoll. Darin liegt aber der Reiz. Flotter, auf dem Punkt gebrachter Death Metal in seiner ursprünglichsten Form. Performt von absoluten Top-Muckern des Genres. Allen voran Matt Harvey sei hervorzuheben, der nicht nur eine 1A-Gesangsleistung im Geiste Schuldiners abliefert, sondern auch hauptverantwortlich für die möglichst originalgetreue Umsetzung des Songmaterials war.

    Alleine schon Genre-historisch gesehen, ist „Initium Mortis“ eine mehr als hörenswerte Angelegenheit. Lässt man diesen Aspekt und den Ursprung der Songs einfach mal völlig außer Acht und hört es schlicht als für sich stehendes Death-Metal-Album, dann hat man hier eine zwar nicht übermäßig abwechslungsreiche, aber ungeheuer spaßige, sehr kurzweilige Scheibe. Besonders „Legion of Doom“, „Rise of Satan“ und die abschließende Hymne „Death by Metal“ machen einiges her und machen „Initium Mortis“ zu einer tollen Ergänzung zur Death-Diskografie.

    Mein Interview zum Album mit Bassist Terry Butler findet ihr hier.

    Cover & Tracklist

    01 Legion Of Doom (3:25)
    02 Archangel (3:18)
    03 Power of Darkness (2:24)
    04 Zombie (2:19)
    05 Witch of Hell (2:47)
    06 Rise of Satan (2:51)
    07 Summoned To Die (2:23)
    08 Mantas (2:36)
    09 Slaughterhouse (2:19)
    10 Death By Metal (2:31)

    Mehr Infos

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    Bildnachweis: Relapse Records.

    9.0

    + Liebevolle, originalgetreue Neuauflagen
    + Ein Fest für Death-Fans
    + Primitiv-simple, spaßige Songs

    • Moshcheck 9.0
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