Lions Share – „Dark Hours“ (VÖ: 28.08.2026)
Die schwedische Band Lion’s Share liefert mit ihrem sechsten Studioalbum „Dark Hours“ ein Werk ab, das die Tradition des klassischen Heavy Metals und des muskulösen Power Metals konsequent fortführt. Veröffentlicht im Jahr 2009 über Blistering Records, setzt das Album auf kraftvolle Riffs, eingängige Melodien und eine klare Ausrichtung auf die Wurzeln des Genres. Die Texte greifen die dunkleren Seiten der 1960er Jahre auf und thematisieren unter anderem den Vietnamkrieg, gesellschaftliche Schattenseiten und historische Verwerfungen. So entsteht ein geschlossenes Konzept, das Härte und Atmosphäre verbindet.
Melodische Kraft und Dio-Anklänge prägen den Sound
Im Zentrum steht der Gesang von Nils Patrik Johansson. Seine Stimme erinnert an Ronnie James Dio, bringt jedoch eine eigene rauen Intensität mit, die den Songs zusätzliches Gewicht verleiht. Gitarrist Lars Chriss liefert scharfe, treibende Riffs und Soli, die sowohl klassisch als auch frisch wirken. Der Rhythmus von Bassist Sampo Axelsson und den Session-Drummern Conny Pettersson sowie Richard Evensand sorgt für eine stabile und abwechslungsreiche Grundlage. Keyboards setzen punktuell melodische Akzente, ohne den metallischen Kern zu verwässern. Das Album verzichtet auf experimentelle Ausflüge und konzentriert sich auf das, was Lion’s Share am besten beherrscht: geradlinige Songs mit starken Refrains und einer Mischung aus Tempo und Groove. Fans von Bands wie Dio, Black Sabbath der Tony-Martin-Ära, älteren Iced Earth oder Brainstorm finden hier ein vertrautes und zugleich energiegeladenes Hörerlebnis.
Starke Eröffnung und durchgehende Energie
Der Opener „Judas Must Die“ startet direkt und kraftvoll. Mit schnellen Riffs und einem mitreißenden Chorus setzt er den Ton für die gesamte Platte. „Phantom Rider“ folgt mit einer etwas dunkleren Atmosphäre und überzeugenden Gitarrenläufen. „Demon in Your Mind“ bringt melodische Keyboard-Elemente ein und bleibt dabei druckvoll. Der etwas ruhigere „Heavy Cross to Bear“ entfaltet eine epische Qualität und zeigt Johanssons stimmliche Bandbreite besonders deutlich. Weitere Highlights sind „The Bottomless Pit“ mit seinem markanten Groove und den unheimlichen Gesangspassagen sowie „Full Metal Jacket“, der mit seiner direkten Härte überzeugt. „Barker Ranch“ und „Napalm Nights“ liefern hymnenhafte Momente, während „Space Scam“ und der Abschlusstrack „Behind the Curtain“ das Album atmosphärisch abrunden. Die Gästeinlage von Michael Romeo auf dem letzten Stück fügt eine zusätzliche solistische Note hinzu.
Produktion und Gesamteindruck
Die Produktion von Jens Bogren sorgt für einen klaren und modernen Klang, der die Instrumente präzise herausarbeitet. Die Songs sind größtenteils kompakt gehalten und vermeiden unnötige Längen. Einige Hörer merken an, dass die Platte in der zweiten Hälfte etwas an Durchschlagskraft verliert und die stilistische Nähe zu Vorbildern deutlich spürbar bleibt. Dennoch überwiegt der Eindruck eines handwerklich starken und mit Leidenschaft gespielten Albums. Die Hörerschaft schätzt vor allem die eingängigen Refrains und die konsequente Ausrichtung auf klassischen Heavy Metal.
Cover & Tracklist
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- „Judas Must Die“
- „Phantom Rider“
- „Demon in Your Mind“
- „Heavy Cross to Bear“
- „The Bottomless Pit“
- „Full Metal Jacket“
- „The Presidio 27“
- „Barker Ranch“
- „Napalm Nights“
- „Space Scam“
- „Behind the Curtain“
Fazit
„Dark Hours“ ist ein Album für Hörer, die klassischen Heavy Metal ohne moderne Spielereien schätzen. Lion’s Share beweisen hier handwerkliche Sicherheit und eine klare Liebe zum Genre. Die Kombination aus treibenden Riffs, melodischen Hooks und einer dunklen thematischen Ausrichtung macht die Platte zu einem überzeugenden Beitrag im Melodic- und Power-Metal-Bereich.
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