Pounder – “Breaking The World” (VÖ: 29.01.2021)

Traditioneller Heavy Metal lebt. Nicht nur das: Er ist so lebendig wie seit den glorreichen 80er Jahren nicht mehr. Bands wie Eternal Champion, Night Demon oder Visigoth lassen das Genre erfolgreich wiederaufleben; junge und alte Denim&Leather-Träger strömen auf Festivals wie das Keep It True, die sich nahezu ausschließlich dem traditionellen Metal widmen.

Auch Pounder aus Los Angeles sind mit ihrer Musik tief in der Vergangenheit verankert, spielen seit 2017 klassischen Old-School-Metal. Dabei klingen sie mal mehr nach Saxon, mal mehr nach Manowar, mal mehr nach Accept. Ein Sound, der überrascht – zumindest, wenn man sich zunächst das Line-up der Truppe anschaut: Exhumed-Fronter Matt Harvey beweist am Mikro seine Klargesangskünste und Carcass-Gitarrist Tom Draper schüttelt ein geiles Retro-Lick nach dem anderen aus dem Ärmel seiner Lederjacke. Am Bass unterstützt die beiden zudem Alejandro Corredor (u. a. Nausea).

Davon, dass alle drei eigentlich deutlich brutaleren Metal spielen, ist bei Pounder nichts zu hören. Weder auf ihrem Debüt „Uncivilzed“ von 2019 noch auf der aktuellen Platte „Breaking the World“.

Warum das Rad neu erfinden, wenn es doch rollt?

Dass der traditionelle Heavy Metal seit einigen Jahren wieder so auf den Markt drängt und sich so großer Beliebtheit erfreut, zeigt zwei Dinge: 1. Metal-Fans sind gerne nostalgisch und 2. Die Rezepte von damals waren perfekt abgeschmeckt und munden Heavy-Jüngern heute noch genauso. Wieso sollten Pounder und Kollegen das Rad also neu erfinden wollen?

So nimmt sich das Trio auch auf „Breaking the World“ wieder diverse Genre-Heroen zum Vorbild, liefert mit dem Titeltrack etwa einen stampfenden Epic-Metal-Track ab, der auch jedes Manowar-Album (vor allem die späteren) bereichert hätte. „Never Forever“ orientiert sich mit Keyboard und cheesy Chören mehr am Glam- und Hair Metal der 80er. Ebenso verhält es sich mit „Give Me Rock“. „Hard City“ wiederum ist eine astreine Hard-Rock-Nummer.

Was alle Tracks gemein haben, sind eine Produktion auf höchstem Niveau – vor allem Schlagzeug und Bass knallen richtig schön aus den Boxen –, starke Rhandy-Roads-Riffs, -Licks und -Soli sowie Melodien zum headbangen und Fäuste-in-die-Luft-reißen.

Fazit

An den großartigen Vorgänger „Uncivilized“, der noch ein bisschen härter und rougher daherrockte, reicht „Breaking The World“ nicht heran. Fans von gepflegtem 80s-Metal sollten die Platte und vor allem Pounder selbst dennoch auf dem Schirm haben – die halbe Stunde Retro-Metal macht nämlich durchgängig Spaß, bereitet definitiv Nackenschmerzen und macht selbst im schlechtesten Fall Bock, die alten Scheiben von Manowar, Riot, Saxon und Co. mal wieder auf die Nadel zu knallen.

Bock auf die Platte bekommen? Dann holt sie euch hier!

Cover & Tracklist

Pounder - Breaking the World

1. „Spoils of War“
2. „Breaking the World“
3. „Hard Road to Home“
4. „Never Forever“
5. „Hard City“
6. „Give Me Rock“
7. „Deadly Eyes“

Mehr Infos

Bleibt auf dem Laufenden mit mehr Informationen mitten aus dem Moshpit auf diesen Kanälen:
HomepageFacebookInstagramYouTube

Bildnachweis: Shadow Kingdom Records.