Scraper – „Hunger Within“ (VÖ: 24.04.2020)

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Scraper – Hunger Within

Scraper ist die englische Bezeichnung für einen Kohleschürfzug im Untertagebergbau. Gibt es was besseres, was sich eine Band, die aus dem nördlichen Ruhrgebiet als Namen aussuchen könnte?
Die Mitglieder der erst 2016 in Marl gegründeten Band sind trotz des jungen Bandalters alles andere als Neulinge im Metalbusiness. Auftritte im Vorprogramm von bekannten Bands wie Exumer, Pripjat oder Disillusion kommen nicht von ungefähr. Am 24. April 2020 erschien nun der erste Output der 5 Herren und nach einigen Vorabsnippets und Videos bekam ich Lust, mir „Hunger Within“ mal genauer anzuhören.

Ruhrpotthrash = Ruhrpottthrash? Weit gefehlt…

…und so kommt es, dass Scapers Musik weit mehr offenbart, als es die allgemeine Auffassung von Thrash Metal in der Regel erwarten lässt. Die musikalischen Einflüsse der Band wie Prog Metal, Hardcore, Melodic Death Metal und Power Metal finden sich in diesem Falle tatsächlich alle hier und da wieder.
Während die Gitarren und der Bass gerne mal vertracktere Riffs und Rhythmen abfeuern, gibt es gesanglich die volle Hardcore Breitseite. Gelegentlich driftet der Gesang in den Thrash oder Death Metal Bereich ab. Das macht den ganzen Mix sogar für die Hardcorefraktion interessant. Verstärkt wird dies durch sporadisch eingestreute Gangshouts .
Doch damit nicht genug. Von der Grundstimmung her kommen mir sogar häufiger Assoziationen zu alten Voivod, ohne jedoch die Abgedrehtheit und Komplexität jener zu erreichen. Aber das ist sicherlich auch gar nicht das Ziel, denn am Ende des Tages regiert hier die Keule und die nicht zu knapp.

Produktion

Wenn es etwas gibt, was mich in letzter Zeit massiv beeindruckt hat, dann ist es die tolle Arbeit von Cornelius „Corny“ Rambadt. In seinen Rambado Recordings Studios in Essen hat er in den letzten Jahren einige namhafte Bands wie Sodom, Bonded, The Very End, Darkness oder Disbelief produziert. So weit so gut. Ich kenne allerdings kaum einen Produzenten, der es schafft, jeder Band einen absolut einzigartigen Sound zu verpassen. Und auch im Falle Scraper hat er wieder ganze Arbeit geleistet. Es klingt roh und direkt auf der einen, balanciert und detailliert auf der anderen Seite. Letzteres ist aufgrund der feinen Arrangements der Songs auf „Hunger Within“ dringend nötig. Alles richtig gemacht. Für mich momentan einer der besten Produzenten in Europa. Weg vom Einheitsbrei, hin zur Individualität. Gemastered wurde die Scheibe von Dennis Koehne.

Artwork

Auch im Bereich des Artworks wird nicht gekleckert. Stilistisch nicht direkt dem Thrash Metal zuzuordnen, gibt es zu jedem Song ein passendes Bild. Alles ist in rot und grau gehalten. Das 24-seitige Booklet in Jewelcase CD ist somit ein echter Hingucker. Das komplette Artwork stammt von Burns Seiken (https://www.burns-seiken.de)

Fazit

Ihr steht auf progressiven Thrash mit Hardcore Note? Dann nix wie ran. Die derzeit noch vertragslose Band wird Euch ordentlich die Rübe abmontieren. Haltet die Augen auf, wenn nicht alles den Bach runter geht, werden wir Scraper in Zukunft hoffentlich auf zahlreichen Bühnen zu sehen bekommen. Ein Interview mit der Band erscheint ebenfalls demnächst auf unserer Webseite. Stay tuned !!
Kaufen könnt ihr die CD und anderes Merchandise über die Facebookseite der Band: Scraper Facebook

Cover und Tracklist

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1. Incarcerate
2. Bloody Shards
3. King of Nightmares
4. Night of the Demons
5. Apparition
6. True Virus
7. Deus Ex Machinegun
8. Way of Destruction
9. New Cult Risin
10. Hordes of Violence

Bildnachweis: Scraper.