Sevendust – Clint Lowery im Interview

Sevendust – Clint Lowery im Interview

Sevendust veröffentlichten am Freitag, den 23. Oktober 2020 ihr neues Album „Blood & Stone“ und wir hatten die Möglichkeit im Interview mit Gitarrist Clint Lowery über den Silberling zu reden. Zum einstimmen haben wir hier für euch die aktuelle Videosingle “Dying to live”

Auf ein Wort mit Clint

Als ich mir eure neue Platte angehört habe, fiel mir gleich auf, dass ihr von Album zu Album immer mehr zusammenschweißt, was vor 15 Jahren nicht immer der Fall war. Würdest du das auch so bestätigen?

Definitiv! Bei uns läuft es schon länger sehr gut im Zwischenmenschlichen. Während der Zeit, wo ich nicht in der Band war, habe ich viel über mich und die anderen gelernt. Als ich wieder ein Teil von der Truppe war, haben wir an den Dingen gearbeitet, die nicht so gut liefen. Wir sind eine der wenigen Bands, die es seit über 20 Jahren am Markt gibt. Das wollen wir so lange, wie es geht beibehalten.

Du hast Anfang 2020 dein Soloalbum veröffentlicht und nun das mit Sevendust. 2019 wart ihr noch lange auf Tour sowie du noch Anfang 2020 mit dem Soloprojekt. Wie hast du es geschafft beide Alben einzuspielen?

Ha! Das Soloalbum wurde im Juni 2019 eingespielt und im Anschluss das Album mit Sevendust. Es nicht viel Zeit, aber das ging schon alles.

Seit März gibt es für Bands eurer Größe selten Konzerte. Wie hast du diese Zeit genutzt bzw. nutzt diese noch?

Zum einen ist im Mai die digitale EP von meiner Soloband erschienen. Das hat mich stolz gemacht! Aber ich genieße aktuell die Zeit mit meiner Familie daheim und bekomme mehr von meinen Kindern mit. Diese Möglichkeit bekomme ich erst wieder, wenn ich Rente gehe.

Ich weiß, dass ihr zum Release eine Streaming-Show plant. Hast du sowas in der Art schon mal gemacht? Wie stehst du dazu?

Ja sowas in der Art, als wir Sachen für DVD’s oder so gefilmt haben. Es scheint, als gibt es dafür einen Markt, aber ich gespannt, wohin da die Reise gehen wird.

Für uns in Deutschland wird der Livestream eine Möglichkeit sein euch mal wieder live zu sehen, auch wenn es klar kein richtiges Konzert ersetzen wird. Wieso ist bei euch Europa bei dem Thema nicht immer die erste Wahl?

Uf, dieses Thema ist sehr vielschichtig. Als erstes haben wir in den USA uns einen Namen gemacht. Dann passierte 9/11 und einige der Jungs wollten dann nicht fliegen. Dann gab es ein altes Management für die es zu teuer war hier zu touren. Aktuell haben wir ein Team, welches uns regelmäßiger zu euch rüberbringen will. Wir wissen über die Fanbase und Loyalität dort. Selbst als ich mit Seether und KoRn bei euch war, habe ich den Jungs immer davon erzählt, wie großartig die Länder in Europa sind.

20 Jahre, 13 Alben inkl. vieler Geschichten. Was motiviert dich immer noch Musik zu machen? Sowie viel Geld in eure Musikvideos zu stecken?

Videos sind der Schlüssel zu unserer Musik und womit wir unser neues Album promoten. Wir lieben das, was wir machen und investieren daher auch sehr viel. Wir haben immer noch diese große Leidenschaft, die uns antreibt. Wenn ich diese Leidenschaft nicht mehr fühlen sollte, dann höre mit der Musik auf. Das wäre nicht ehrlich gegenüber den Fans, denen wir so vieles zu verdanken haben.

„Sorry for the things that I have done you took from me blood from a stone“ ist ein Teil des Titeltracks. Es hört sich an, als würde sich jemand etwas nur nehmen, statt auch mal was zu geben. Hast du dafür ein persönliches Beispiel?

Ja, mit der Interpretation hast du recht. Man kann sich für die Dinge, die man in der Vergangenheit gemacht hat nur entschuldigen und hoffen, alles wird gut. Aber für einige ist das noch nicht genug, manche wollen mehr und mehr. Auf der neuen Platte gibt es viele solcher Texte, die uns als Band betreffen.

Ja ich kann mich erinnern, dass ihr fast pleite wart. Kannst du etwas mehr davon erzählen?

Unser Management war nicht immer gut zu uns und hat stellenweise viel Misswirtschaft betrieben, was uns dann persönlich auch nahe ging. Wir hatten leider sehr viele Schulden dadurch und fast wäre alles komplett gegen die Wand gefahren worden. Jetzt sieht es zum Glück viel besser aus. Aber sowas sind Dinge, die uns weiterbringen als Band. Und hey, ich könnte problemlos Bands unterrichten, auf was man alles achten sollte.

Ihr habt ein Soundgarden-Cover auf der Scheibe, was fasziniert dich an 90er Jahre Rock?

Der Song ist klasse und wir lieben den Track. Ich bin persönlich ein großer Fan der 90er und Chris Cornell ist einer meiner Helden.

Hast du ihn auch getroffen oder gesprochen?

Ja, zum Glück konnte ich ihn mal treffen während der Audioslave-Ära. Er war mega nett und sympathisch. Diesen Tag werde ich nie vergessen.

Wenn du ein Coveralbum veröffentlichen könntest mit Songs von Chris, welche würde man dort zu hören bekommen?

Oh Mann, da würden viele Songs drauf erscheinen wie „Let me drown“, „4th of July“. Oh Mann, das wären so viele Songs oder „good eye Closed“…“Superunkown“ ist einer meiner Lieblingssongs. Oh ja, ich könnte relativ einfach ein Coveralbum einspielen, weil die Tracks großartig sind. Soundgarden gehören zu meinem Top 5 Bands auf dieser Erde.

Welche Ziele hast du mit der Band noch? Wäre die Rock ’n’ Roll Hall of Fame so ein Ziel?

Klar! Aber ich bin auch realistisch und denke, wir sind einfach zu klein dafür. Es gibt Tonnen an Bands, die vor uns dran wären, was ich auch verstehe. Aber wer weiß, vielleicht klappt es vorher mit einem Grammy.

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Bildnachweis: Rise Records.