Spread Eagle – „Subway to the Stars“ (V.Ö. 9.8.2019)

Spread Eagle – „Subway to the Stars“ (V.Ö. 9.8.2019)

Bei Frontiers Music ist in diesem August anscheinend Monat der Comebacks einstiger Hardrock und AOR Größen. Nachdem bereits aktuelle Alben von Unruly Child und Roxy Blue ihre Schatten vorausgeworfen haben, bringt das Label am 9.8.2019 ebenfalls das neue dritte Album der New Yorker Hardrocker Spread Eagle heraus.

Weichgespült sind andere!

Die Sleaze Rocker konnten 1990 mit ihrem selbstbetitelten Debüt und dem 1993er Nachfolger „Open To the Public“ einen gewissen Hype unter Genrefans erzeugen, kamen dabei allerdings nie so Recht aus der „Geheimtipp“ – Schublade heraus. Was zu allerletzt an der Mucke gelegen haben dürfte. Im Gegensatz zu anderen damals angesagten Bands der sogenannten Hair Metal Welle waren Spread Eagle immer eine ganze Spur dreckiger und „verruchter“. Halt weniger Warrant und Winger, dafür klangen sie einfach viel zu sehr nach frühen Guns N‘ Roses und Skid Row zu „Slave to the Grind“ Zeiten. Im Grunde genommen verdammt guter bodenständiger Hardrock, den man eher in einer speckig – verranzten Kneipe erwartet hätte als in der „MTV Kuschel Heavy Rotation“ am Samstag Nachmittag, gleich nach Mr. Big und Extreme.

Back from the Dead!

Die Zeit ist seitdem natürlich nicht stehengeblieben und nachdem sich Spread Eagle zwischenzeitlich gegen Ende der 90er wegen akuter Erfolglosigkeit getrennt hatten sind sie jetzt mit „Subway to the Stars“ endlich wieder zurück.

Von der Originalbesetzung übrig geblieben sind Ray West (Vocals) und Rob DeLuca (Bass). Neu im Line-up sind Ziv Shalev (Gitarre) und Rik De Luca am Schlagzeug. Aufgenommen wurde das Album übrigens im Studio E in Brooklyn, exakt die selbe Location in dem die Combo auch ihr Debüt aufnehmen durfte. Zudem saß noch der Grammy Award Gewinner Tom Camuso an den Reglern – was kann da also schief gehen?

Erstmal rein gar nix. Der Opener und gleichzeitige Titeltrack startet mit einem markerschütternden Schrei und geht dann erstmal schön direkt in die Vollen. Das Grundriff des Songs hat was von Monster Magnet und den Foo Fighter-esken Refrain kriegst du auch nicht mehr so schnell aus dem Kopf.

Das im Vorfeld bereits als Videosingle ausgekoppelte „Sound of Speed“ geht dagegen mehr in Richtung alte Spread Eagle. Soll heißen das Ding hätte man auch locker auf einem der ersten beiden Alben setzen können. Getreu dem Motto „Don’t bore us, get to the Chorus“ geht das Ding ohne Umschweife direkt in die Ohren!

Rockt wie Hölle. Sleaze Rock? Fehlanzeige.

Einen etwas „moderneren“ Ansatz verfolgen die Jungs dafür dann in Songs wie „More Wolf Than Lamb“ und „Little Serpentina“. Beide Tracks tönen doch ziemlich stark nach Alice in Chains, selbst der Gesang von Ray West hat hier eine leichte Layne Stayley Note. Mir gefällt das sehr gut, die Frage ist allerdings ob das die übrig gebliebenen alten Fans der Band tatsächlich gerne hören möchten. Versteht mich nicht falsch, ich finde musikalische Weiterentwicklung super und respektiere das voll und ganz, aber gewöhnungsbedürftig ist es doch ein ganz kleines bisschen.

Am Ende des Albums gibt es mit „Solitaire“ noch eine gefühlvolle lupenreine Ballade, die die Fans von früher ein stückweit versöhnlicher stimmen könnte.

Spread Eagle, modern, aber gut!

Tja, wie fällt jetzt mein Fazit aus? „Subway to the Stars“ liefert im Großen und Ganzen coolen zeitgemäßen Hardrock, den dreckigen Sleazerock von früher gibt es hier allerdings so gut wie gar nicht mehr. Das könnt ihr – je nach musikalischen Vorlieben- – entweder gut oder schade finden. Ich weiß nur eines, schlecht ist die Mucke auf der Scheibe auf gar keinen Fall. Bildet euch selbst ein Urteil!

Cover + Tracklist

Tracklist:

1. Subway To The Stars
2. 29th Of February
3. Sound Of Speed
4. Dead Air
5. Grand Scam
6. More Wolf Than Lamb
7. Cut Through
8. Little Serpentina
9. Antisocial Butterfly
10. Gutter Rhymes For Valentines
11. Solitaire

Bestellen könnt ihr das Album HIER!

Bildnachweis: Frontiers Music Srl .