Stan Bush – „Dare to Dream“ (VÖ: 20.11.2020)

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Stan Bush – „Dare to Dream“ (VÖ: 20.11.2020)

Welches Jahr haben wir nochmal? 1985? Berechtigte Fragen, nachdem man sich durch Stan Bushs neue Platte „Dare to Dream“ gehört hat. Auch auf seinem mittlerweile 14. Studioalbum bleibt der AOR-Altmeister dem Jahrzehnt seiner größten Erfolge (z. B. „The Touch“ vom Soundtrack zum 1986er „Transformers: The Movie“) nämlich gnadenlos treu. Damit einem das bewusst wird, muss man nicht mal die elf neuen, von eingängigen Melodien, ausufernden Gitarrensoli und jeder Menge lauten „80s!“ brüllenden Keyboard-Klängen durchzogenen Songs hören. Es reicht stattdessen ein Blick auf die Tracklist: Ob „Born to Fight“, „Heat of Attack“, „True Believer“ oder „Never Give Up“ – pathetischer und mehr nach 80s klangen zuletzt die Namen der Songs auf dem Soundtrack zu „Rocky IV“.

Exakt da würden sich die genannten Tracks aber auch musikalisch problemlos einfügen. Vor allem der Opener „Born to Fight“ scheint wie gemacht für eine Szene, in der der Italian Stallion mit knallrotem Kopf und sich zentimeterweit aus der Haut drückenden Venen Gewichte stemmt. Keyboard und Gitarre treiben den geradlinigen Retro-Rocker voran und Stan Bush schmettert mit seiner immer noch immens kraftvollen Stimme einen Power-Refrain, der noch lange im Ohr bleibt. Ein Gitarrensolo darf natürlich auch nicht fehlen. Man mag kaum glauben, dass „Born to Fight“ eben nicht vom Soundtrack-Album eines 80er-Jahre-Kampfsport-Films stammt, sondern derzeit von Netflix für die Promo-Kampagne zweier Anime-Serien („BAKI“ und „Kengan Ashura“) genutzt wird.

Die folgenden zehn Tracks auf „Dare to Dream“ folgen entweder demselben Power-Rock-Muster wie der Opener („The Times of Your Life“, „Never Give Up“ oder die passend betitelte Ode an die 80er „The 80’s“) oder sie sind schmachtende, nicht weniger nostalgisch aufgeladene Balladen („A Dream of Love“, „Live and Breathe“). Immer wieder lassen die Kollegen von Foreigner, Magnum und vor allem Survivor deutlich grüßen – sei es in Form von ähnlichen Melodien, Texten oder sonstigen Details.

Fazit:

„Dare to Dream“ ist das Gegenteil von innovativ. Stan Bush feiert den Sound der 80er nicht, indem er sich daran orientiert, sondern indem er ihn konserviert. Hätte er die Platte vor 30 Jahren aufgenommen, keine Note hätte anders geklungen. Aber genau damit bedient er den immer weiter wachsenden Nostalgie-Markt. Wer vom 80er-Power-Rock der Marke Survivor nicht genug bekommen kann (wie auch der Autor dieser Zeilen), wird 47 Minuten durchgehend Spaß haben, immer wieder die Faust gen Himmel strecken, die Luftgitarre beackern. Alle anderen bekommen ein gut produziertes, wenn auch wenig abwechslungsreiches Retro-Rock-Album mit einer Handvoll wirklich starker Songs, die noch lange im Ohr bleiben („Born to Fight“, „The 80’s“, „Never Give Up“).

So. Jetzt entschuldigt mich, ich schmeiße das Album jetzt nochmal an, lasse im Hintergrund „Bloodsport“ oder „Karate Kid“ laufen und träume mich zurück in die 80er Jahre. Ciao 2020!

Cover & Tracklist

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1. „Born to Fight“
2. „Dare to Dream“
3. „The Times of Your Life“
4. „A Dream of Love“
5. „The 80’s“
6. „Live and Breathe“
7. „Heat of Attack“
8. „Dream Big“
9. „True Believer“
10. „Never Give Up“
11. „Home“

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Bildnachweis: Cargo Records.