Tailgunner – Midnight Blitz (VÖ: 06.02.2026)
Das zweite Album der NWOBHM – Newcomer aus England steht in den Startlöchern. Mit prominenter Unterstützung in Form von K.K. Downing (Ex – Judas Priest) als Produzent, wollen Tailgunner nun endgültig durchstarten. Ihr vielbeachtetes Debutalbum „Guns for Hire“ aus 2023 ist seinerzeit bereits wie eine Bombe bei Freunden des traditionellen Stahls eingeschlagen. Ob das neue Album daran anschließen kann oder sogar noch einen draufsetzt, gilt es nun herauszufinden.
Furioser Start
Tailgunner wissen zumindest schon mal, welchen Song man als Opener wählt. Mit „Midnight Blitz“ startet das Album furios! Dieser eingängige NWOBHM-Banger erster Güte mit tollen Soli fräst sich direkt ins Gehirn. Stark! Es fällt direkt auf, dass das Songwriting gereifter und geordneter daher kommt als auf dem Debut, vielleicht auch ein Verdienst des alten Hasen K.K. Downing. Die Produktion ist über jeden Zweifel erhaben und ballert amtlich aus den Boxen. So will man seinen Heavy Metal dargeboten bekommen!
Tailgunner ´s Genre – Mix
in der Folge erlebt der geneigte Hörer einen Parforce – Ritt durch alle Arschtritt – Genres des Heavy Metal. Neben traditionellem Heavy Metal und Iron Maiden – angehauchtem NWOBHM werden einem ordentliche Portionen Power – und Speed – Metal geboten. Es ist schwierig einzelne Songs herauszuheben, da bis auf die etwas schwächeren „Tears in Rain“ und „Eye of the Storm“ alle Songs voll überzeugen. Gerade die Longtracks „Barren Lands and Seas of Red“ und „Eulogy“ zeigen das gesamte Spektrum, das Tailgunner drauf haben. Abwechslungsreichtum, überraschende Ideen und songdienliche Soli machen gerade diese Tracks zu zwei Perlen des Albums. Die erdige, differenzierte Produktion von K.K. Downing trägt ihr Übriges zur Strahlkkraft des Albums bei. Die Fußstapfen der musikalischen Vorbilder aus England sind groß, Tailgunner machen sich daran sie zu füllen. Das funktioniert im Vergleich zum Debutalbum mit dem aktuellen Output noch mal besser.
Minimale Abzüge in der B-Note mache ich lediglich an zwei Punkten fest: Zum einen ist bis auf „Midnight Blitz“, „Barren Lands and Seas of Red“ und „Eulogy“ der Wiedererkennungswert der einzelnen Songs nicht so hoch. Zum anderen wünscht man sich dann hier und da doch, dass das vielbeschworene Rad doch ein bisschen mehr neu erfunden wird. Das ist jedoch Jammern auf hohem Niveau.
Review des Redaktionskollegen Sven
Tailgunner habe ich seit ihrem Debüt auf dem Schirm und fand es grandios. Daher war ich nun total auf „Midnight Blitz“ gespannt.
Der titelgebende Track liefert sofort ein Gefühlsfeuerwerk der 80er ab, dass es sich nur so gewaschen hat. Mega Gefühle und alle schreit nach „Ist das Geil“. Wahnsinnsstart. „Tears in Rain“ macht genau da weiter. Treibende Gitarren, Top Gesang und ein weiterer fulminanter Track der total Spaß macht. „Follow me In Death“, ist der dritte Track des Albums und geht genau so nach vorne wie die ersten beiden Nummern. Atmen fällt schwer bei so viel Tempo. Bisher alles klare Kandidaten um sie live zu zelebrieren! Einzig die Abmischung des Gesangs gerät mir etwas arg ins Hintertreffen und man versteht die Textlines nicht gut.
„Dead until Dark“, ist ebenso eine schnelle Nummer, die vor Spaß nur so sprüht. Top Riffs, ausgezeichnet produziert und mit Freude im Ohr zu hören. Nichts zu meckern! „Barren Lands and Seas of Red”, eine satte 6-Minuten Nummer, hier bleibt bei mir das Gefühl hängen, dass der Gesang zu entfernt ist und der Bass etwas Überhand hat. Eventuell liegt das an der Streamversion des Albums und auf CD oder LP wird es anders sein. Das Wummern ist mir etwas zu deftig.
„War in Heaven“, hier leiten 80er Keyboard – Klänge in die erste Ballade ein, die das Tempo dann auch komplett rausnimmt. Durchatmen allerseits und genießen. „Blood Sacrifice“ startet direkt wieder von 0 auf 100, eine Speed – Nummer vom Feinsten. „Night Raids“ nimmt das Tempo etwas raus, aber auch nur wenig. Er ist eine ebenso gute, solide Nummer die perfekt ins Ohr geht.
„Eye of the Storm“ macht hier auch keinen Unterschied. Ein Top Track, der aber fast schon zu durchgepowert klingt. Das ist Beschweren auf sehr hohem Niveau. „Eulogy“ ist der finale Track und startet mit einem eingängigen Gitarrenriff als Lead in. Kurze Bremse und dann Jumpstart nochmal und wir beenden das Album mit einem Epischen Brett das problemlos mit jeder Power Metal band a la Helloween etc. mithalten könnte.
Das Einzige, was ich dem Album anlasten kann ist, dass ich im Vierten Hördurchlauf die einzelnen Nummern teilweise nicht mehr auseinanderhalten kann. Es mangelt an, individuellen Trademarks von Song zu Song. „Midnight Blitz“ ist hier eine deutliche Ausnahme. Es bleibt spannend, wie sich das Album über das Jahr schlägt.
Ein absolutes Meisterwerk von Tailgunner! Viele neue Alben dieses Genres werden sich hieran messen müssen. Kritikpunkte kann man allenfalls an etwas zu wummigen Bass anbringen oder das einige Nummern nicht von dem vorherigen Track zu unterscheiden sind. In Summe gibt das satte 9/10 Punkten für „Midnight Blitz“. Geiler Start ins Jahr!
Tracklist
1. Midnight Blitz
2. Tears In Rain
3. Follow Me In Death
4. Dead Until Dark
5. Barren Lands And Seas Of Red
6. War In Heaven
7. Blood Sacrifice
8. Night Raids
9. Eye Of The Storm
10. Eulogy
Gesamtfazit
Insgesamt gibt´s überaus starkte 8 Punkte für das neue Langeisen von Tailgunner! Die Band wird ihren Weg gehen und in Zukunft noch für einige Furore sorgen, so viel ist sicher. Die Richtung stimmt und wenn jetzt noch an den richtigen kleinen Stellschräubchen gedreht wird, dann sind zukünftig noch mehr als 8 Punkte und die ganz großen Bühnen drin!
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Bildnachweis: Napalm Records.
Tailgunner - Midnight Blitz
+ Fast nur Knaller-Songs
+ sehr gute Produktion
+ variabler Genre-Mix aus NWOBHM, Power- und Speed-Metal
- an der einen oder anderen Stelle zu gleichförmig
- schielt vielleicht einmal zu viel auf die Vorbilder - ein Tacken mehr Eigenständigkeit!
