An Evening with… Machine Head – Zweieinhalb Stunden Live-Power
Die Bay-Area-Größen Machine Head touren momentan durch die großen Hallen Europas und machten am 13. März, nach ihrem Tour-Auftakt in Kopenhagen, in der Inselpark Arena in Hamburg Halt. Das Programm: Zweieinhalb Stunden Machine Head pur. 22 Songs, ein Hit nach dem anderen und auch die ein oder andere willkommene Überraschung.
Nachdem man sich vom Schock am Merchstand erholt hat – 50 Tacken für ein Shirt! – und sich im Innenraum der großen Arena eingefunden hat, betreten pünktlich um 19 Uhr Robb Flynn & Co. die Bühne und fackeln mit dem obligatorischen Klassiker „Imperium“ alles ab, gefolgt vom höllisch groovenden „Ten Ton Hammer“.
Wie eine gut geölte Maschine
Da Lead-Gitarrist Reece Scruggs aus familiären Gründen nicht mit von der Partie ist, übernimmt ex-Klampfer und Decapitated-Mastermind Wacław „Vogg“ Kiełtyka seinen Posten und shreddet sich mit Flynn durch über 30 Jahre Metal-Geschichte. Besonders die Songs aus „The Blackening“– und „Unto the Locust“-Zeiten sind der reinste feuchte Gitarrentraum und haben rein gar nichts von ihrer Wucht und kompositorischen Klasse verloren. „CHØKE ØN THE ASHES ØF YØUR HATE“ und „SLAUGHTER THE MARTYR“ von der saustarken „ØF KINGDØM AND CRØWN“ müssen sich dahinter jedoch nicht verstecken.
Das letzte – eher gespalten aufgenommene, von mir (und Kollege Kai) jedoch sehr geschätzte – Album „UNATØNED“ ist auch mit zwei Stücken vertreten. Und zwar mit den hymnischen Hits „ØUTSIDER“ und „BØNESCRAPER“, die für reichlich Auf- und Abspringen und Publikumschor sorgen. Man kann von Robb Flynn halten was man will, doch die Rolle als charismatischer, das Publikum anleitender Frontmann füllt er aus, wie es nur wenige können. Eine Arena zweieinhalb Stunden ohne Ermüdungserscheinungen bei Laune zu halten, muss auch erstmal gekonnt sein.
Einmal darf dann das Publikum entscheiden, welchen sauschnellen Thrash-Banger es auf die Ohren geben soll: „Blood for Blood“ oder „Aesthetics of Hate“. So sehr ich letzteren mag, bin ich als Old-School-Fan dann doch enttäuscht, dass der 1994er Kracher bei weitem nicht so viel Liebe von den Leuten erfährt und dem „The Blackening“-Klassiker weichen muss.
Zwischendurch nimmt man sich auch angenehm viel Zeit um mit „Circle the Drain“ und „Darkness Within“ zwei hochemotionale Stücke in rein akustischer Form darzubieten. Letzterer – ein Song über Depressionen – widmet Robb dem kürzlich verstorbenen Bo Lueders von Harm’s Way.
Den Abschluss machen dann natürlich die unsterblichen Evergreens „Davidian“ und „Halo“, die ich jederzeit zu den stärksten Metalsongs aller Zeiten zählen würde.
Fazit
Eine Arenashow als Metalband ohne Vorband, ohne Co-Headliner: Das ist schon eine mutige Ansage. Doch Machine Head beweisen in den über zwei Stunden abermals, dass dieser vermeintliche Größenwahn für sie absolut gerechtfertigt ist. Robb hat das Publikum voll im Griff und liefert mit seiner Mannschaft eine hochenergetische Top-Performance, die darüber hinaus mit ansprechendem Bühnenbild und exzellentem Sound daherkommt.
Zwar hätte ich, wenn man die Zeit denn schon hat, gut noch mehr versteckte Juwelen hören können – die ersten zwei Alben haben schließlich noch viel mehr starke Nummern als nur die obligatorischen „Davidian“, „Old“, „Ten Ton Hammer“ und „Take My Scars“ – doch in jedem Fall haben Machine Head hier eine verdammte Hammershow abgeliefert.
Ob gnadenlose Thrash-Attacken („Aesthetics of Hate“, „CHØKE ØN THE ASHES ØF YØUR HATE“), hammerharte Groove-Walzen („Old“, „Ten Ton Hammer“), melodische Hymnen („Now We Die“, „Locust“, „BØNESCRAPER“), Nu-Metal-Throwbacks („From This Day“, „Crashing Around You“) oder auch die ganz ruhigen Töne („Circle the Drain“, „Darkness Within“): Alles wird in höchster Klasse und mit großer Spielfreude dargeboten.
Setlist
01 Imperium
02 Ten Ton Hammer
03 CHØKE ØN THE ASHES ØF YØUR HATE
04 Now We Die
05 The Blood, the Sweat, the Tears
06 Is There Anybody Out There?
07 Now I Lay Thee Down
08 Crashing Around You
09 Take My Scars
10 SLAUGHTER THE MARTYR
11 Aesthetics of Hate
12 Old
13 ØUTSIDER
14 Locust
15 BØNESCRAPER
16 Circle the Drain (Akustik)
17 Darkness Within (Akustik)
18 Catharsis
19 Bulldozer
20 From This Day
21 Davidian
22 Halo
Die vollständigen Tourdaten
11.04.2025 – Kopenhagen, DK
13.04.2025 – Hamburg, DE
15.04.2025 – Warschau, PL
17.04.2025 – Zwickau, DE
18.04.2025 – Berlin, DE
19.04.2025 – Wien, AT
20.04.2025 – München, DE
22.04.2025 – Milan, IT
23.04.2025 – Marseille, FR
24.04.2025 – Toulouse, FR
25.04.2025 – Pamplona, ES
27.04.2025 – Madrid, ES
28.04.2025 – Lissabon, PT
29.04.2025 – Malaga, ES
30.04.2025 – Barcelona, ES
02.05.2025 – Paris, FR
03.05.2025 – Strasbourg, FR
04.05.2025 – Saarbrücken, DE
06.05.2025 – Ludwigsburg, DE
07.05.2025 – Wiesbaden, DE
08.05.2025 – Köln, DE
09.05.2025 – Freiburg, CH
11.05.2025 – Tilburg, NL
12.05.2025 – Brüssel, BE
14.05.2025 – Glasgow, UK
15.05.2025 – Manchester, UK
16.05.2025 – Wolverhampton, UK
17.05.2025 – London, UK
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