Anti-Flag – Chris #2 im Interview

Anti-Flag – Chris #2 im Interview

Anti-Flag – Chris #2 im Interview – Anfang des Jahres tourten die Punkrocker aus Pittsburgh, Pennsylvania mit ihrem neusten Album 20/20 Vision durch Europa. Dabei durften wir im AJZ Talschock in Chemnitz mit Sänger und Bassist Chris #2 über die Tour, ihre neue Platte und natürlich auch über aktuelle politische Geschehnisse reden.

Viel Spaß mit dem Interview! Den Mosh-Check zum neusten Album von Anti-Flag 20/20 Vision gibt es HIER!

[english version below]

Von links: Justin Sane, Chris Head, Chris #2, Pat Thetic

Die 20/20 Vision Europatour ist bereits im vollen Gange und es stehen noch einige Gigs an. Habt ihr bereits eine Lieblingslocation in Europa oder seid besonders gerne in einer bestimmten Stadt unterwegs?

Chris: Ja, das klingt interessant! Ich habe für gewöhnlich keine direkten Favoriten. Ich fühle mich zu Berlin sehr hingezogen, weil wir großartige Beziehungen zu den Leuten haben, die im SO36 arbeiten. Es ist fast wie ein Familientreffen, jedes Mal, wenn wir in Berlin spielen. Das Backstage in München war bis jetzt die beste Show der Tour. Die Stadt war einfach inspirierend, auch wenn sie eine echte Identitätskrise hat. Die Punkrock-Szene wirkte eher, als hätte sie besonders was an der Stadt auszusetzen, als würde sie im Innersten nach einer Identität suchen. Die ganzen Gebäude, die so neu, gentrifizierend, aber auch gleichzeitig so alt wirkten, repräsentierten das alte deutsche Geld wieder, welches im Inneren von München liegt.

Ich bin aber auch gespannt, heute Abend in Chemnitz zu spielen, weil der Rechtsdruck im Osten Deutschlands deutlich größer ist und die Menschen trotzdem zu solchen Shows kommen. Deutschland allgemein ist der interessanteste Teil unserer Tour, weil sich die Leute wirklich für etwas einsetzen. Außerhalb Deutschlands, beispielsweise in Großbritannien, ist die Punkszene anders. Sie ist oberflächlicher und das ist okay, also keineswegs negativ. Die Punkszene dort ähnelt sehr der amerikanischen: Menschen kommen für eine Weile rein, gehen wieder, kommen wieder rein… Du weißt was ich meine: Diese Art Community gibt es seit sehr langer Zeit.

Neben euren Clubshows spielt ihr einige Akustik Shows und veranstaltet nebenbei Charity Eishockey Events. Warum ist es euch wichtig, auch außerhalb der Bühne eure Message zu teilen?

Chris: Wenn du dir die Botschaft von Anti-Flag über die Jahre mal anschaust, siehst du, dass sie immer gewiss angepasst war. Ich denke, als die Band angefangen hat war da gerade diese Antikriegsbewegung, weil so viele Menschen – vor allem junge Leute in Pittsburgh – ins Fadenkreuz des Militärs genommen wurden und wir waren der Meinung, dass Krieg falsch ist und wir wollten in einer globalen Gegenbewegung stehen, seit wir 2003 das erste mal auf Tour waren und realisiert haben, dass es Menschen wie dich und mich überall auf der Welt gibt. Dadurch wurde die Message weniger nur auf die amerikanische Politik, sondern viel mehr auf die globale Politik und Nationalismus gelenkt.

Jetzt denke ich, dass sich unsere Message in den letzten 10 Jahren gut mit dem Wort Empathie beschreiben lässt, denn die Menge an Geld, die ausgegeben wird, damit wir uns wertlos fühlen und denken, wir seien nicht genug, steigt von Tag zu Tag an. Die richtige Punkrock-Bewegung und die richtige Punkrock-Ethik jetzt gerade ist, einfach nett zueinander zu sein und sich um andere Menschen zu kümmern. Ich denke, der Gedanke, dass Punkrock nicht realistisch sei, dass Punkrock ist wie den Kopf in den Sand zu stecken und so zu tun als wäre nichts… das ist so ein Privileg.

Menschen leben in Angst, Bomben werden über ihren Köpfen losgelassen, Menschen leben in Angst vor der Umweltzerstörung, weil die Orte, an denen sie leben, zerstört werden. Menschen, die in Angst leben aufgrund ihrer sexuellen Identität oder ihren Geschlechterkonstrukten, begrenzen ihre Möglichkeiten im Leben – diese Menschen können nicht einfach ihren Kopf in den Sand stecken und so tun, als wäre nichts. Also müssen wir uns um sie kümmern und sie mit uns tragen. Also ich denke, dass der Anfangsgedanke der Band sich mit der Zeit verändert hat. Es geht einfach mehr darum, schlauer zu sein und fokussierter auf das, was unsere Botschaft im Allgemeinen ist.

20/20 Vision ist bereits euer zwölftes Studioalbum – und ich muss sagen, dass der Sound und das Songwriting wirklich gelungen ist. Es ist sehr vielseitig und vereint klassischen Punkrock mit verschiedenen anderen Stilen wie Ska oder Country. Wie genau sahen die Songwriting Prozesse aus und habt ihr die Songs größtenteils zusammen geschrieben oder hat jeder eher einzelne Tracks beigesteuert?

Chris: Als ich von unserer Europatour im November 2018 nach Hause kam, habe ich einfach angefangen zu schreiben und habe letztendlich ca. 35 Songs geschrieben. Im darauffolgenden Januar habe ich die Songs dann der Band gezeigt und die Band war neugierig auf das neue Material. Wir haben dann geschaut, ob die Ideen und der Stil der neuen Songs zu uns passen würden. Pat hat zu der Zeit sein erstes Baby bekommen, Chris Heads Frau war schwanger und Justins Mutter ist zu der Zeit an Krebs gestorben. Die drei Jungs wurden also mit dem realen Leben konfrontiert und ich habe die Gelegenheit genutzt, um neues Material zu schreiben. Ich hatte dann auch letztendlich die Idee, die neue Platte 20/20 Vision zu nennen und dass wir diese im Januar 2020 veröffentlichen würden. Das war etwas Neues für uns, weil wir das bei einem Album nie so gemacht haben. Für gewöhnlich benannten wir unsere Alben immer zum Schluss, wenn alles aufgenommen war. Das war das erste Mal in unserer Bandlaufbahn, dass wir so geplant an die Veröffentlichung rangegangen sind. Ich meine… wir hatten das Albumcover bereits fertig, als wir noch nicht mal angefangen hatten die Tracks aufzunehmen. (lacht)

Naja, ich schrieb also ca. 35-38 Songs. Justin kam ebenfalls mit einer Handvoll Songs zurück, die alle ziemlich gut waren und wir erarbeiteten einiges zusammen. Un-American war ein Song, an dem wir sehr eng zusammengearbeitet haben, ebenso bei The Disease. Es gab einige Tracks, an denen wir etwas länger arbeiteten als bei anderen. Hate Conquers All war beispielsweise der erste Song, den ich für das Album geschrieben habe, somit dachte ich mir, dass das Track Nummer eins sein sollte. Das ist eigentlich auch sehr ungewöhnlich, weil man im Nachhinein noch viel verändert. Alle Ideen, die wir hatten, waren besonders beabsichtigt. Beispielsweise beim Lyrics „…in the ashes of the fall…“ sprechen wir vom Ende unserer letzten Platte American Fall. Ich habe viele Dinge bewusst geschrieben und ich bin sehr dankbar, dass die Jungs mir so Vertrauen geschenkt haben, das grobe Konstrukt des Albums zu kreieren, welches wir dann gemeinsam so ausbauten, dass das entstanden ist, was letztendlich dabei rauskam.

Inwiefern hat sich eure Arbeit im Laufe der Jahre verändert? Läuft es wie bei 20/20 Vision oder sah das mal anders aus?

Chris: Die größte Veränderung kam für mich persönlich, als ich in die Band kam. Ich hatte bis dato nie wirklich einen Song geschrieben. Naja, ich trat der Band bei, als sie gerade dabei waren A New Kind of Army aufzunehmen und ich habe ca. die Hälfte des Albums miteingespielt. Den Rest nahmen Justin und Chris Head unter sich auf. Wir schrieben währenddessen ein paar Songs für das Album zusammen, dabei habe ich sehr viel gelernt, was das Songwriting angeht. Das war das erste Album, auf dem ich mitgewirkt habe – manche Parts waren aus Songs, die ich für meine erste Band geschrieben hatte.

Ich hatte ja auch andere Bands – eine Band namens Whatever It Takes und eine Band namens White Wives… Die Jungs sollten auch mal eine Pause bekommen. Justin hat für eine lange Zeit sehr viel Arbeit übernommen – als ich dazu kam, nahm ich ihm ein bisschen an Arbeit ab und jetzt sind wir an einem Punkt angekommen, an dem wir uns gegenseitig vertrauen und auf die anderen eingehen, was das Songwriting angeht. Justin schreibt seine Songs ganz anders als ich und genau das ist der Punkt, was unsere letzten drei Alben so viel besser gemacht hat. Ich denke, wir haben einige starke Titel auf For Blood And Empire, womit wir damals so richtig durchgestartet sind. Mit The Terror State öffneten wir quasi eine Tür und mit For Blood And Empire sind wir durch diese Tür in diese Branche gekommen. Danach hatten wir diese drei Platten in der Mitte: Bright Lights Of America, The People Or The Gun und The General Strike. Diese Alben spalteten uns etwas ab. Es war alles etwas kompetitiver. Jetzt ist diese ganze Sache etwas ernster. Wenn Justin etwas geschrieben hat, was ich nicht konnte, dann habe ich mir gewünscht, dass ich das auch so machen könnte. Und jetzt gehen wir aufeinander ein und zeigen uns Dinge gegenseitig, helfen einander.

Naja, und weißt du, wenn du älter wirst, siehst du den Moment nicht für selbstverständlich an. Ich denke, dass wir heute bessere Songwriter sind denn je… Also ich will es hoffen, denn wenn du etwas seit 20 Jahren machst, solltest du mit der Zeit besser werden. (lacht)

Hörst du aktuell spezielle Musik, die dich besonders beim Songwriting inspiriert?

Chris: Das ist interessant! Ich habe nicht wirklich aktiv etwas gehört – selbst als ich mit Derek (The Homeless Gospel Choir) an seinem Album gearbeitet habe. Wenn ich Songs schreibe, dann schotte ich mich immer ab und höre währenddessen garnichts anderes. Die Musik kam dieses Mal auch schneller als die Lyrics. Ich glaube, weil alles, was gerade so in der Welt passiert, ziemlich grässlich, kraftvoll und wichtig ist. Es ist erschreckend, all dies niederzuschreiben, weil es dann einfach real ist. Wenn du dich auf ein Problem fokussierst und du zwanghaft nach einer Lösung suchst, ist die Lösung meistens viel größer als du selbst. Die Leute werden das dann hören und dann vielleicht das Gefühl haben, dass deine Lösung nicht richtig ist und damit musst du halt einfach klarkommen. Das ist auch der Grund, warum wir so viele Songs geschrieben haben. Ich war mir einfach nicht sicher, ob die angebotenen Lösungen auch die richtigen seien.

Ich habe dann also Songs geschrieben, aufgenommen, immer und immer wieder gespielt und jede Idee aufgeschrieben, die mir in den Sinn gekommen ist. Manches davon wurde dann als Lyrics für andere Songs verwendet und manche wurden dann zu Lyrics für DEN Song. Viele andere Bands oder Musiker teilen gerne mit, welche Musik sie gerne hören. Also ich liebe ja das neueste The Homeless Gospel Choir Album, welches bald erscheinen wird, ich liebe auch das neue Album von Grumpster, welches letzten November rauskam oder die neue Platte von Spanish Love Songs, in die wir bereits vorher reinhören durften, weil die Jungs so nett waren, uns ihre neue Musik schon vorab zu geben. Es gibt wirklich viel cooles Zeug. Die neue Platte von Russian Girldriends, die wir über AF-Records veröffentlicht haben, ist auch super. Wenn ich aber über all das hinweg schaue und mir Song für Song angucke, kann ich nicht sagen, wodurch ich besonders beeinflusst wurde.

Das Konzept eurer neusten Platte ist klar: Ein Zeichen gegen Donald Trump und seine rassistische Politik setzen. Was hat euch den Ansporn gegeben, Donald Trump mit euren neuen Songs direkt anzusprechen?

Chris: Ich denke, dass Donald Trump nicht das einzige Problem in der Welt ist, aber ich denke auch, dass er ein perfektes Beispiel dafür ist, was man alles falsch machen kann. Wenn Donald Trump das Symptom einer größeren Krankheit wäre, dann ist er ein sehr sehr großer Tumor dieser Krankheit. Die Globalisierung und IMF, die Weltbank, WTO und die Idee dieser Kooperationen und worum sie plädieren, all das ist der Grund, warum wir hier sind.

20/20 Vision – Die neuste Platte von Anti-Flag, welche seit dem 17. Januar 2020 in den Läden steht.

Das alles ist der Grund, warum die Menschen Angst vor ihren Nachbarn haben, das ist der Grund, warum die Menschen Angst vor Immigranten, Flüchtlingen und Muslimen haben. Genau weil diese Organisationen dir weiß machen wollen, dass diese Menschen dir beispielsweise deinen Job wegnehmen wollen. Wir haben also noch viel Arbeit vor uns, den Menschen all das zu erklären. Ich glaube, dass die Menschen die Fähigkeit besitzen, Empathie zu erlernen. Der wichtigste Punkt bei unserem neuen Album ist einfach, zu erwähnen, dass in dieser Welt voller Ungerechtigkeit, Spezifizierung, Umweltzerstörung, Ökonomie Donald Trump all das aufrecht erhalten will. Er tweetet fremdenfeindliche Inhalte, er geht in Sachen Umweltschutz keinen Schritt nach vorne, sondern komplett zurück, er gefährdet oder tötet Menschen im Iran, er öffnet die Brieftasche der amerikanischen Regierung, um noch mehr Geld für Waffen und Bomben auszugeben. Er ist all das zusammengefasst, in einem Menschen und genau deshalb steht er im Fadenkreuz des Albums.

Naja, ich bin aber auch zuversichtlich. Es wäre ziemlich cool, wenn Trump in sieben Monaten einfach weg wäre, im Knast oder was auch immer. Das wäre toll!

Die Angst ein Statement zu setzen, das vielleicht datiert wird oder in der Zukunft wertvoll ist, das ist eine gute Sache. Ich hatte davor lange Zeit Angst. Als wir For Blood And Empire oder The Terror State und diese Art von Alben gemacht haben, haben wir bewusst versucht zeitlose Songs zu schreiben –  This Machine Kills Fascists geht immer. Wir wollten in dieser Welt sein. Heute fühle ich mich ein bisschen mehr wie die Dead Kennedys – so ist es, wie es jetzt gerade ist, wenn es morgen keine Bedeutung mehr hat, dann hat es morgen keine Bedeutung mehr.

Das ist alles, danke für deine Zeit!

Die englische Version des Interviews gibt es gleich unter diesem Bild. Folgt uns auf FacebookInstagram und YouTube für mehr NewsReviews und Interviews!

[english version]

You are in the middle of the 20/20 Vision Europe Tour and there are still a few more shows left. Do you have a favorite location in Europe or a favorite city?

Yeah, that’s interesting! I don’t usually play favorites. I’m partial to Berlin. We really have a great connection with so many people that work in SO36, so it’s quite a family reunion whenever we play there. Backstage in Munich so far was the best show on the tour I think. It was just really inspiring to be in that city. That city has got like a really identity crisis because I think that the punkrock scene is a little bit more… It’s gotta chip on that shoulder …it’s really searching for an identity within. All these kinds of that buildings that are so new, gentrified, but also old, old money, old German money that lives within the city in Munich.

I’m really excited for tonight because Chemnitz is always kind of special show, like there‘s so much right wing fascism in this area of Germany and the people that come to this shows. So Germany will be the most inspiring part of the tour for us because they show us that people really care – a lot of these other places we’re still working – like in the UK – it’s a different type of scene, it’s more superficial and that’s okay, it’s not a negative, it’s far more like American punkrock, people get in for a while, then get out of it, then get in, you know… this like community folks that have been in there for a really long time.

Beside your club shows you play several acoustic shows and you did  some Ice Hockey charity events. Why do you want to spread your message beside the stage?

If you look at the message of Anti-Flag through the years it’s certainly adapted. I think when the band started, where this Anti-War stance, because so many people, especially young people in Pittsburgh, where the target of military recruters, and we thought that that war was wrong and we wanted to stand in an opposition of war adapted in a more global thing once we toured for the first time in 2003 and we realized that there were people just like you and all over this world. Then the message was much less about american politics and much more about global politics and the ills of nationalism.

And now I think over the last 10 years our message really turned into this one of empathy because the amount of money that is being spent to make us all feel worthless, to make us all feel like we’re not good enough, that’s only increasing by the day. The real punkrock move, the real punkrock ethic right now is just be kind and considered and to care about people. I think this idea that punkrock is not realistic, that punkrock it like bury your head in the sand and pretending that nothing is going on. That is such a point of privilege. People live in fear, bombs being droped on their heads, people that live in fear of environmental devastation, washing away the places where they live. People that live in fear, their sexual identity or their gender constructs are going to limit their opportunities in life, those people don’t get the opportunity to bury their head in the sand and pretend that nothing’s going on. So we need to care about them, we need to carry them with us. So I think that the introductory of the band has changed over that time. It’s just about being smarter and being more focused on what the message in general is.

Let’s talk about 20/20 Vision. Your new record is great and the songwriting is really successful! You combine classic punkrock with other styles like ska and country elements – as in Un-American and Resistance Frequencies. What about the songwriting process? Did you write the songs mostly together or did every member write his own stuff?

Well, all of it. I got home from our European tour November 2018 and just started writing. I wrote like 35 songs on my own in general amount an had everything finished on them. Then January the next year I brought them in and asked everybody „Can you listen to them?“ and see if they thought any of the directions were good or any of the ideas were good. Pat as you know just had a baby… Chris Head‘s wife was pregnant… Justin‘s mom had just died from cancer… So those three guys were just dealing with real life, and so I took the opportunity to just write. And I had the idea to call the record 20/20 Vision and I wanted to release it in January this year. That’s new, we‘ve never done that before – usually we named the album at the end, usually we pick when it’s gonna come out way after it’s been recorded… this was the first time ever in our band‘s life that we were as calculated. I mean we’ve had the artwork for the album done before we had recorded. That does never happen …that usually happens at the end. (laughing)

Yeah so, I had written like I said 35-38 songs… something like that, and then Justin came in with a handful and they were really good and then we worked on a few of them. Un-American was one of them we really worked together, The Disease was another one we worked together. I mean there were a couple that took a little bit longer than others. Hate Conquers All was the first song written for the album and I thought it would be track one. That usually doesn’t happen, usually there are so many moving parts. And all of the ideas that were like intentional… really worked in. There is the lyric „in the ashes of the fall“, talking about the end of the American Fall record and what that felt like. I tried to pick up where things left of, but I mean I’m graceful that those guys had a lot of faith and a lot of trust in me, for the body of the work but then we really worked together to turn it in to what it is.

How did you create your songs in the early years and how did you write your first songs as a band? How did the songwriting process change through the years?

Yeah, the biggest change for me personally is just that when I joined the band, I had never really written a song. So, I joined the band during the recording sessions of A New Kind of Army and so I played on about half of that album. Justin and Chris Head played the rest of it, we wrote a couple of songs together on that album, No Difference we wrote together, A New Kind of Army we wrote together… so and in that I was learning. This was the first record I had any songs on and some of those were parts of songs that I had written for my first band, that I brought in, and showed the guys. And then really it was just me trying to catch up to those guys ‘cause they were was so much further ahead of me in terms of their songwriting abilities and how many shows they have played, how much work they had done.

So, I had other bands – I had an band called Whatever It Takes, I had a band called White Wives – and I would go out and work on my craft so those guys could take some breaks. Justin carried the work for a really long time and then I’ve carried a little bit and now we were on this point where we can really rely on each other and trust each other’s instincts. Justin writes a very different type of songs than I write, and that’s what I think has made our last three records so much better than others… I think that we have great songs on For Blood And Empire, that’s really is where it started. The Terror State maybe was like the door we opened, and we walked through the door with For Blood And Empire and then we have this three records in the middle with Bright Lights of America, The People or the Gun, The General Strike and we went away from each other, it was a little bit more competitive. Now it’s formula – when he does something that I can’t do I’m like “Wow, I really wish I could do that.“ And then I said “Wow, how did you do that?” And then we try to teach each other to figure it out.

Yeah and you know, you just get older and you don’t take the moment for granted so I think that we’re better songwriters today than we’ve ever been, and I would hope so because when you do something for 20 years, you should hopefully getting better! (laughing)

Is there any special music you listen to at the moment that inspired you during the songwriting process?

That’s interesting! I mean, I really wasn‘t listening to anything – even I was working with Derek on his album for quite some time and doing some other things but I really shut down and exclusively  focused on writing the songs. I try not to listen to anything else whenever I’m writing. Especially like you know… The music was coming faster than the lyrics for this album, and I think it was because everything that’s happening in the world feels so dire and so powerful and so important right now, that it was scary to try to write it down, because then it was real! When you isolate a problem, you’re then forced to think of a solution and sometimes the solution is so much bigger than you and there’s a lot about fear that goes into this type of thing where you know people are gonna hear it and you know people are gonna feel that your solution might not be right, and you have to deal with it. That’s probably why we wrote so many songs. I just wasn’t sure if the solutions that would being offered, were the right ones.

And I was doing this thing, I would just write the songs, record the music and just played it on a loop and just sit with it and write down every idea that kinda came out about it. And then some of those turned into lyrics for other songs and some turned into lyrics for that song. You know, a lot of bands post that they listening to a lot other music, so I love the new The Homeless Gospel Choir record that’s gonna come out this year, I love the new Grumpster album that came out November last year, I obviously love the new Spanish Love Songs – we got that first, because they were nice enough to send it to us. (laughing) There’s a lot really cool stuff, Russian Girlfriends has a great record we put out on AF RECORDS. All that was going on, but when I look through it, and I go through it song by song, I can’t tell you what I was influenced by, but in that moment I was definitely kinda relying on what had already happened.

The concept of 20/20 Vision is clear: Setting a statement against Donald Trump and his racist politics. What’s your motivation to „attack“ Trump directly with your new music?

I think in the worlds problems obviously Donald Trump isn’t the only thing that’s wrong, but I THINK HE IS A GREAT example of what is going wrong, and so if Donald Trump is a symptom of a bigger dssease, he is a very very large tumor of that disease. The globalisation and IMF, world bank, WTO, idea that coorporations can go and do what they please, that’s what put us here, that is why peope fear their neighboors, that’s why people fear immigrants, refugees and muslims, because they’re told that they lost their job because of those people. Not that a cooperation chose profit over them. And so we have a lot of work to do to explain that to people because I do believe that people have the ability to learn empathy, but for this album in particular it is most important to say that in this world of injustice, specifically environmental, economic, racial injustice DT is doing everything within his power to maintain that. He is tweeting xeniphobic stuff, he is rolling back regulations on environmental protections, while he is threatening or murdering people in Iran, he is opening up the pocketbook of the American government to spend more money on bombs and guns. He is all of these things exemplified into a human, so therefore he is the focal attack of the album.

Yeah I also look forward to like it would be sick if in seven month he is gone, in jail, whatever, that would be awesome.

So the fear of making a statement that maybe gets dated or is it valuable in the future, that’s a good thing. I was afraid of that for a long time, so when we were making For Blood And Empire or The Terror State and these type of records, we were conscious about trying to make timeless songs – this machine kills fascists, it lives forever. We wanted to be in that world. Now I kind of feel more a bit like the Dead Kennedys – like fuck it, this is how it is right now, if it doesn’t matter tomorrow, then it doesn’t matter tomorrow!

That’s it, thank you for your time!

Bildnachweis: Moshpit Passion, Josh Massie, Anti-Flag.