Exhumed – „Red Asphalt“ (VÖ: 20.02.2026)
Seit 1990 treiben die Gore-Metaller um Frontmann Matt Harvey nun ihr blutrünstiges Unwesen. Zwischendurch war zwar für ein paar Jahren Schicht im Schacht, seit ihrer Reunion im Jahre 2010 versorgen uns Exhumed aber wieder alle paar Jahre mit ihren spaßig-brutalen musikalischen Gewalteskapaden. Seit 2018 sogar mit stabilem Line-Up!
Ihr neuester Streich hört auf den Namen „Red Asphalt“ und kommt mit einem völlig absurd-übertrieben brutalem und gleichzeitig irgendwie doch stilvollen Cover daher, dass nach den letzten gemalten Artworks unweigerlich ans kultige Debut von 1998 erinnert… nur, dass man damals nicht unbedingt von „stilvoll“ sprechen konnte. Auf „Red Asphalt“ dreht sich thematisch alles um die Straße, inspiriert vom realen und fiktiven Horror, den diese mit sich bringen kann.
Gore Metal vom feinsten
Der Opener „Unsafe at Any Speed“ ist klassisches Exhumed pur. Schnell, schleimig, gnadenlos brutal, aber auch mit Gespür für eingängige Parts und geschmackvolle Gitarrensoli. Der charakteristische Wechsel zwischen hohem Gekeife (Matt Harvey) und ultratiefem Gegurgel (Ross Sewage) darf natürlich nicht fehlen und zeichnet die Band seit jeder aus. Während der Song vor allem die klassische Deathgrind-Seite von Exhumed bedient, zeichnet sich der folgende Titeltrack durch seine melodischere Gitarrenarbeit aus, wie sie etwa auf „Necrocracy“ im Vordergrund stand. Die Nummer ist jedoch nicht minder brutal und ekelhaft, und lebt von seinem dynamischen Songwriting.
„Shock Trauma“ knüppelt danach im Wechsel zwischen D-Beats und Blast-Attacken alles nieder und ist – seinem Titel gerecht – DIE Abrissbirne des Albums. Sollte irgendjemand – aus welchen Gründen auch immer – Zweifel daran haben, ob es Exhumed 26 Jahre nach „Slaughtercult“ immer noch drauf haben: Mit der Nummer ist alles gesagt. In der zweiten Hälfte finden aber auch zwischenzeitlich die, stark an Carcass zu „Heartwork“-Zeiten erinnernden, melodischeren Einlagen ihren Platz, bevor es wieder ins gnadenlose Gebolze übergeht.
„Shovelhead“ bringt dann einen gut platzierten Pace-Wechsel ins Album und setzt auf langsamen, mörderischen Groove, mit einem Main-Riff, dass unweigerlich an eine brutale, widerliche Version von Deftones‘ Riesenhit „My Own Summer (Shove it)“ erinnert. Als für sich stehende Single gefühlt eine komische Wahl, im Kontext des Albums aber echt Killer, bevor „The Iron Graveyard“ im Anschluss wieder voll anzieht und keine Gefangenen macht. „Crawling from the Wreckage“ zeigt Exhumed wieder im vollen Ekel-Modus… Genrekenner werden wissen, dass das natürlich absolut positiv gemeint ist! Hier darf zwischendurch auch Gitarrist Sebastian Phillips ans Mikro, mit Pitch-Shifter-Growls wie direkt aus alten Carcass-Tagen. Auch hier wird Dynamik groß geschrieben und besonders die groovenden Passagen haben es gewaltig in sich.
Von allzu viel Dynamik kann bei „Symphorophilia“ sicher nicht die Rede sein. Dafür metzelt das Ding in unter zwei Minuten pausenlos um sich, bevor das abschließende „The Fumes“ mit punkigem Einschlag, einer Menge Groove und einem derbe coolen Main-Riff das Album zu einem spaßigen Ende bringt.
Fazit
In 37 Minuten matschen, metzeln und massakrieren Exhumed hier voller hörbarer Freude vor sich hin und legen ein Album vor, dass alles hat, was man sich von der Band wünschen kann. Besonders die brutale Grind-Schlagseite der Kalifornier kommt besonders zum Tragen. Wohl aber mit Gespür für eingängiges, dynamisches Songwriting. Kleine melodische Spielereien lockern das ganze gelegentlich wunderbar auf und man schafft im Verlaufe der zehn Stücke genug Abwechslung, dass keine Eintönigkeit aufkommt und man die Stücke auch tatsächlich gut auseinanderhalten kann. Schließlich hat man es hier – nicht zuletzt mit Tausendsassa Matt Harvey – mit mehr als fähigen Musikern zu tun, die ihr Handwerk absolut verstehen und genau wissen, worauf es ankommt.
In der ohnehin super soliden Diskografie von Exhumed markiert „Red Asphalt“ vielleicht keinen stark herausstechenden Höhepunkt, in jedem Fall aber ein weiteres höllisch spaßiges, sauhartes Album, dass vor allem bei Freunden der ersten Alben einen großen Nerv treffen sollte. Für mich steht steht das Teil definitiv über dem 2019er „Horror“, tendenziell auch über dessen weit stärkeren Nachfolger „To the Dead“.
Mehr zu den Hintergründen des Albums erfahrt Ihr übrigens in meinem Interview mit Frontmann Matt Harvey.
Mehr Infos
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Bildnachweis: Relapse Records.
+ Brutal schneller Lärm
+ Eingängiges Songwriting
+ Alles was man als Fan hören möchte
+ Schön beklopptes Artwork
- Moshcheck
