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    Paradise Lost – „Ascension of Europe“ – Markthalle, Hamburg

    By HeikoFebruar 12, 2026

    Paradise Lost – „Ascension of Europe“ – Markthalle, Hamburg

    Im Zuge ihres aktuellen Hammeralbums „Ascension“ – welches in unserem Redaktions-Jahresrückblick ordentlich abräumen konnte – bestreiten die englischen Gothic- und Death/Doom-Großmeister Paradise Lost aktuell den zweiten Teil ihrer großen „Ascension of Europe“-Tour. Zweiter Tourstopp: Die prallgefüllte, ausverkaufte Markthalle in Hamburg.

    Bei fast allen Shows mit im Gepäck ist die alteingesessene dänische Death/Doom-Truppe Saturnus. Den Opener der ersten elf Shows machen die englischen Gothic-Doom-Newcomer Cwfen (gesprochen „Coven“). Die drei kommenden Deutschland-Shows Anfang März werden von Shores of Null eröffnet.

    Cwfen

    Aufgrund meiner alles andere als rundlaufenden Bahnanreise konnte ich mir leider lediglich einen ganz, ganz kurzen Eindruck von Cwfen verschaffen (etwa einen halben Song…). Immerhin machte das Gehörte neugierig auf mehr und als Genrefan sind die Briten definitiv auf meinem musikalischen Radar gelandet. Ihr passend betiteltes Debutalbum „Sorrows“ erschien im letzten Jahr über New Heavy Sounds und ist absolut einen Lauscher wert.

    Saturnus

    Nun also zum „richtigen“ Konzertstart für mich: Saturnus aus Kopenhagen waren mir bislang maximal namentlich geläufig, konnten mich aber vom ersten Song an fesseln und passen als Opener für Paradise Lost wie die Faust aufs Auge. Schleppender, emotionaler Gothic-Death-Doom mit eindringlichen Melodien, bei denen ihre Tour-Headliner sicherlich eine wesentliche Rolle als Inspirationsquelle gespielt haben könnten.

    Melancholie und Schwermut stehen über allem und in den lauten wie ruhigen Momenten packen die Dänen mit ihrem stimmungs- und kraftvollen Sound. Die seit 1993 bestehende Band hat an diesem Abend also mindestens einen neuen Fan gewonnen, sicherlich aber noch viele weitere.

    Setlist

    01 The Storm Within
    02 Empty Handed
    03 Forest of Insomnia
    04 I Long
    05 Christ Goodbye

    • Thomas Akim Grønbæk Jensen

    • Brian Pomy Hansen

    • Julio Fernandez

    • Thomas Akim Grønbæk Jensen

    • Indee Rehal-Sagoo

    • Julio Fernandez

    • Thomas Akim Grønbæk Jensen

    • Brian Pomy Hansen

    • Indee Rehal-Sagoo

    • Thomas Akim Grønbæk Jensen

    Paradise Lost

    Nach langer, langer Wartezeit ist es dann soweit. Die britischen Gothic-Pioniere betreten die Bühne. Was mich dann aber im Fotograben erwartet, ist erst einmal… die absolute Soundhölle! Klar, guten Sound erwartet dort sowieso niemand, während man sich bei Saturnus aber keinesfalls beschweren konnte, donnert mir hier ein unerträglich lautes Bassgewummer entgegen, welches sämtliche anderen Frequenzen restlos verschlingt. Dass man mit „Serpent on the Cross“ einen – für Paradise Lost-Verhältnisse – sehr schnellen, Double-Bass-lastigen Song als Einstieg wählt, macht das Ganze natürlich nur noch schlimmer. Aua!

    Nachdem das überstanden ist, kommt mit „Tragic Idol“ ausgerechnet einer meiner All-Time-Favorites. Und ich bin immer noch dort unten, verdammt! Immerhin wird es nun etwas erträglicher und ich kann neben Jeff Singers Kick-Drum auch andere Klänge ausmachen. Die ist zwar immer noch absolut ohrenbetäubend, aber am lauthals mitsingen soll mich das nicht stören! Nach dem Evergreen „True Belief“ geht es für mich dann (endlich) raus aus den Fotograben und rein ins prallgefüllte, aufgeladene Publikum. Jetzt kann das Genießen beginnen!

    Was folgt ist eine höchst abwechslungsreiche Show, die fast sämtliche Schaffensphasen der Briten abdeckt und zugunsten von kleinen Überraschungen auch auf so manche Klassiker verzichtet. In 16 Songs finden 13 von 17 Alben ihren Platz im Set und als jemand, der jedem einzelnen davon sehr viel abgewinnen kann, bin ich durchgehend euphorisch dabei.

    • Gregor Mackintosh

    • Nick Holmes

    • Stephen Edmondson

    • Nick Holmes

    • Aaron Aedy

    • Gregor Mackintosh

    • Nick Holmes

    • Stephen Edmondson

    • Aaron Aedy

    Ungaublicher Facettenreichtum

    „One Second“, „Once Solemn“ (zu meiner Überraschung der einzige „Draconian Times“-Song), „Faith Divides Us – Death Unites Us“, „Pity the Sadness“… Ein – noch so unterschiedlicher – Hammersong folgt auf den Nächsten. Nach dem alles zerdrückenden Death-Doom-Meisterwerk „Beneath Broken Earth“ kündigt Nick Holmes als harten Kontrast einen Song des kontroversen „Host“-Albums an, was neben vereinzelten Buhrufen offenbar nur bei mir für hörbaren Jubel sorgt. Was folgt ist nicht etwa das erwartbare, oft gespielte „So Much is Lost“, sondern das nach langer Zeit wieder ausgegrabene „Nothing Sacred“. Metal? Ganz sicher nicht. Doch völlig egal ob niederschmetternder Death-Doom, nach vorne gehender Gothic Metal, oder elektronisch angehauchter Alternative/Dark Rock: Es ist und bleibt Paradise Lost, und die unvergleichliche Stimmung wird jederzeit eindrucksvoll transportiert.

    Noch eine schöne Überraschung: Das super eingängige, zum Mitsingen geradezu zwingende „Mouth“… vorausgesetzt, man gehört nicht zu den Leuten wie Kollege Stelle, die „Believe in Nothing“ am liebsten für immer aus der Diskographie verbannen würden.

    Nach dem unverzichtbaren Überhit „Say Just Words“ gehen die Herren dann von der Bühne. Das kauft ihnen aber natürlich niemand ab, und so geht es nach kurzer Verschnaufpause in die Zugabe, eingeleitet durch einen weiteren persönlichen Favoriten: „No Celebration“. Zugegebenermaßen musste ich aber erst etwas grübeln, zu welchem Song dieses Intro denn noch gleich gehört… Mit Einsetzen der so simplen wie eindringlichen Lead-Melodie war aber alles klar und die Euphorie groß. Mit dem modernen Klassiker „Ghosts“ und der „Ascension“-Nummer „Silence Like the Grave“ gibt’s ein fulminantes Finale und so endet ein Abend, der noch lange nachhallt.

    Die geteilte – wenn auch nicht bei allen ganz bedingungslose (Stichwort „Host“) – Liebe für diese großartige Band ist im ganzen Saal zu spüren.

    • Nick Holmes

    • Gregor Mackintosh

    • Stephen Edmondson

    • Nick Holmes

    • Aaron Aedy

    • Stephen Edmondson

    • Gregor Mackintosh

    • Nick Holmes

    Setlist

    01 Serpent on the Cross
    02 Tragic Idol
    03 True Belief
    04 One Second
    05 Once Solemn
    06 Faith Divides Us – Death Unites Us
    07 Pity the Sadness
    08 Beneath Broken Earth
    09 Nothing Sacred
    10 Tyrants Serenade
    11 Requiem
    12 Mouth
    13 Say Just Words

    Zugabe:
    14 No Celebration
    15 Ghosts
    16 Silence Like the Grave

    Seht hier die vollständigen Tourdaten

    Mit Saturnus und Cwfen:
    06.02. NL, Leeuwarden – Neushoom
    07.02. DE, Hamburg – Markthalle
    08.02. DK, Aarhus – Voxhall
    10.02. SE, Gothenburg – Pustervik
    11.02. NO, Oslo – John Dee
    13.02. SE, Karlstad – Nöjesfabriken
    14.02. SE, Norrköping – Arbis
    15.02. SE, Stockholm – Debaser
    18.02. FI, Lahti – Finlandia-Klubi
    19.02. FI, Tampere – Tavara-Asema
    20.02. FI, Helsinki – Ääniwalli

    Mit Saturnus und Shores of Null:
    21.02. EE, Tallinn – Helitehas
    22.02. LV, Riga – Spelet
    24.02. LT, Vilnius – Loftas
    27.02. PL, Gdansk – B90
    28.02. PL, Warsaw – Progresja
    02.03. PL, Wroclaw – A2
    03.03. DE, Berlin – Huxleys Neue Welt
    04.03. DE, Leipzig – Felsenkeller
    05.03. DE, Hannover – Capitol
    06.03. NL, Zoetermeer – Poppodium Boerderij

    Mit Cwfen:
    20.03. UK, Belfast – Limelight 2
    21.03. IE, Dublin – Academy
    22.03. IE, Limerick – Dolans

    Mehr Infos

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    Bildnachweis: Heiko Schütt.

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