Templar – „Conquering Swords“ (VÖ: 27.02.2026)
Eine Woche nach Zepter steht direkt die nächste Heavy-Metal-Scheibe aus den tiefsten 80ern an. Zumindest könnte man beim Anhören des Debutalbums von Templar – wie auch bei Zepter – meinen, man hätte es hier mit einer vergessenen 40 Jahre alten Platte zu tun, die jetzt endlich das Licht der Welt erblickt. Tatsächlich aber sind die Jungs aus Stockholm gerade mal um die 20 und tragen einfach das gleiche Feuer in sich wie ihre Vorbilder vor vier Dekaden.
Der schwedische Heavy Metal der 80er wird hier im großen Stil zelebriert. Und insbesondere die Vorreiter ebendieser Szene scheinen tief in der musikalischen D.N.A. von Templar verwurzelt: Heavy Load, die sich hier allein schon gesanglich stark wiederfinden, denn Sänger und Bassist Isak Neffling scheint stimmlich beide der Wahlquist-Brüder in sich zu vereinen. Vordergründig erinnert seine Stimme aber vor allem an Heavy Load-Drummer Styrbjörn Wahlquist. Dabei sicherlich nicht immer ganz treffsicher, aber mit umso mehr Energie und Hingabe.
Wie direkt aus den 80ern
Diese Energie und Hingabe lassen einem „Witchking“ und „Excalibur“ zu jeder Sekunde spüren und eröffnen das Album mit klasse Riffing, großen Gesangslinien und packender Epik. Das flotte, treibende „Exiled in Fire“ wartet mit DEM Ohrwurm-Refrain des Albums auf. „Eeeevil demons attacking the land!“ wird meinen Kopf jedenfalls so schnell nicht mehr verlassen. Und auch sonst macht die Nummer eine Menge her und gehört zu den klaren Highlights auf „Conquering Swords“.
„The Sorceress“ geht es dann erstmals ruhig und atmosphärisch an, was das Album zwar schön auflockert, im Refrain wird’s dann aber arg schwierig. Fielen die gesanglichen Defizite bisher nicht ins Gewicht und wurden durch Power und Passion geradegerückt, hakt es hier ganz gewaltig. Da muss man schon ein paar Augen mehr zudrücken.
„Trident“ baut dann wieder mehr auf die Stärken der Truppe und überzeugt vor allem mit seinem super eingängigen Main-Riff und Galopp-Rhythmus. „White Wolf“ lässt mich besonders in seiner Gitarrenarbeit stark an Mercyful Fate denken, was wie Heavy Load sowieso immer 1A-Referenz ist. Der abschließende Titeltrack startet mit einem saucoolen Bassintro und baut sich langsam aber sicher zu einer epischen, großartigen Hymne auf. Eines der komplexeren Stücke des Albums und ein großer Höhepunkt mit großen Melodien, der durchaus in der Tradition der Closing-Tracks der klassischen Heavy Load-Alben steht.
Fazit
„Conquering Swords“ ist ein starkes Debut und für Fans von 80er Schweden-Heavy-Metal eine fast sichere Bank. „The Sorceress“ haut leider etwas daneben, ansonsten hat man aber so einige starke Nummern im Gepäck. „Exiled in Fire“, „Excalibur“ oder der Titeltrack sind allerfeinster klassischer Heavy Metal mit großem Nostalgie-, Epik- und Hitfaktor. Der Gesang kann mitunter schwächeln, passt für mich jedoch die meiste Zeit wie Arsch auf Eimer.
Für wem Heavy Metal nicht zwingend gleich makelloser Hochglanz sein muss, sondern auch Ecken und Kanten haben darf, wer sich musikalisch in den 80ern zuhause fühlt und für wem das Gefühl bei dieser Musik an erster Stelle steht, sollte mit „Conquering Swords“ bestens abgeholt werden.
Cover & Tracklist
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01 Gates of Angmar (1:25)
02 Witchking (4:16)
03 Excalibur (3:33)
04 Rainbow’s End (4:08)
05 Exiled in Fire (3:35)
06 The Sorceress (4:58)
07 Trident (3:20)
08 Shipwreck (5:06)
09 White Wolf (5:02)
10 Conquering Swords (5:30)
Mehr Infos
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Bildnachweis: Jawbreaker Records.
+ Authentischer, epischer Schweden-Heavy Metal
+ Tolle Gitarrenarbeit
+ Große Hooks
- „The Sorceress" gesanglich schwierig
- Moshcheck
